• Category Archives Kritik
  • The Shape of Water

    Pan’s Laybrinth ist meines Erachtens einer der besten Filme, über die ich mich je aufgeregt habe. Auf der einen Seite erzählt er diese wundervolle Mixtur aus harter Realität und verträumter Parabel, wunderschön gefilmt, herrlich geschrieben und mit einem Ende, das mich emotional fertig macht. Auf der anderen Seite zeigt Regisseur Guillermo Del Toro in einer Szene, wie der Antagonist einem unschuldigen Mann die Nase zertrümmert – mit all seinen blutigen Details. Selten habe ich mich so sehr über eine Szene beschwert, weil sie aufgrund ihrer überzogenen Gewaltdarstellung nicht passt.

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  • Dunkirk

    Wenn es um englischsprachige Filme geht, dann gibt es drei große Bewertungsgruppen: das Publikum, die Kritiker und die Industrie. Das erste sind die Kinogänger und IMDB-Besucher, zwischen denen sich schnell Fanblöcke bilden. Das zweite sind die Schreiber und Pseudo-Intellektuellen (wozu auch ich gehöre ;), deren Meinung aufgrund ihres Erfahrungsschatzes und ihrem Zwang, alles zu Tode analysieren zu wollen, geprägt ist. Und das dritte sind die Filmschaffenden persönlich, zu denen auch die Oscar-Jury gehört.

    Das Faszinierende an dieser Struktur: Selten stimmen die Meinungen überein. Und es ist sehr auffällig, dass der Lieblingsfilm eines bestimmten Regisseurs bei den einen oft der am meisten “verhasste” bei den anderen ist.

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  • Darkest Hour (Die dunkelste Stunde)

    Es gibt viele gute Filme – doch was zeichnet eigentlich einen sehr guten oder gar hervorragenden aus? Also einen ernsthaften Kanditen für einen “Best Picture”-Preis, egal ob er von der Academy of Motion Picture Arts and Science, den Golden Globes oder einer seriösen Zeitung vergeben wird?

    Meist sind es verschiedene Aspekte, die sich zu einer großen Einheit bilden. Das Drehbuch sollte stimmig sowie interessant sein, die Kamera tolle Bilder einfangen und der Regisseur alles bis ins kleinste Detail im Überblick haben. Doch manchmal reicht eine besondere Größe aus, um gesondert aufzufallen…

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  • The Post (Die Verlegerin)

    Die Oscar-Verleihung ist derzeit schwer zu deuten. Trotz Golden Globe, trotz BAFTA, trotz Gildenpreise kommt es besonders in der Kategorie Best Picture zu einer Überraschung nach der anderen. Mit ein Grund hierfür ist das veränderte Umfeld: Sowohl die Academy als auch die Filmschaffenden haben sich geändert. Meilensteine wie Mad Max: Fury Road, Get Out oder Moonlight werden nominiert, was vor zehn oder gar zwanzig Jahren bei den jeweiligen Thematiken undenkbar gewesen wäre.

    Was hingegen fast ausgestorben ist, dass ist der klassische Oscar-Film: ein sicheres Auszeichnungs-Sprungbrett für Schauspieler, ein sachlich-glattes Drehbuch, dezent überzogene Dramatik und eine Regie ohne Schnörkeleien. Und weil das inzwischen so selten geworden ist, darf man ruhig mal die wenigen, noch lebenden Ausnahmen lobend hervorheben.

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  • Get Out

    Am 25. März 1991 kündigte Billy Crystal während der 63sten Oscar-Verleihung Jodie Foster und Anthony Hopkins an, um einen Preis zu verleihen. Dabei bemerkte Crystal, dass beide wohl nächstes Jahr für ihre Leistung in Das Schweigen der Lämmer nominiert werden würden – was sich nicht nur bewahrheitete, sondern auch in zwei Siegen plus einem Best-Picture-Durchmarsch resultierte.

    Der Grund, warum Billy Crystal diese kühne Vorhersage treffen konnte: Das Schweigen der Lämmer lief bereits im Februar in den Kinos, also einen Monat vor der besagten Oscar-Verleihung, die eigentlich das Jahr zuvor auszeichnet. Dabei haben Filme mit einem so frühen Release-Termin kaum eine Chance auf eine Nominierung. Nehmen wir noch den Umstand hinzu, dass Das Schweigen der Lämmer im Kern ein Horrorfilm ist, und die Anomalie ist perfekt.

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  • Lady Bird

    Und wenn einem Indie-Regisseur nichts besseres einfällt, dann macht er einen Coming-of-Age-Film. Was gibt es schon einfacheres und zugleich persönlicheres, als sein eigenes Leben zu verfilmen? Das Problem an der Idee ist der Trugschluss, dass das eigene Schicksal komprimiert auf unter zwei Stunden interessant sein könnte. Deshalb sind solche Werke auch nicht für jedermann geeignet. Es braucht schon ein sehr besonderes Talent, um mit solch einem generischen Konzept einen wirklich beeindruckend Film zu schaffen.

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  • Phantom Thread (Der seidene Faden)

    Paul Thomas Anderson gehörte für mich zu den „Unantastbaren“. Boogie Nights, Magnolia, Punch-Drunk-Love und There Will Be Blood gehören meines Erachtens zu den besten Filmes ihres jeweiligen Jahrgangs. Diese Serie riss jedoch brutalst mit The Master sowie Inherent Vice – zwei persönliche Enttäuschungen, mit denen ich kaum etwas anfangen konnte. Weder thematisch noch von der Inszenierung her sah ich das Besondere oder das Interessante. In beiden Filmen suchte ich verzweifelt den Paul Thomas Anderson, der für mich als unfehlbar galt.

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  • Star Wars: Die letzten Jedi

    Spoiler-frei bis Spoiler-Kennzeichnung!

    Ich bin baff. Sprachlos. Fassungslos. Weil ich es nicht verstehe – also nicht den neuen Star-Wars-Film, sondern die Diskussionen darüber. Ich hab weiß Gott nach all dem Gezeter gedacht, welch heftig umstrittenes Machmeisterwerk auf mich zukommt. Gesehen habe ich einen sehr guten Film, der vielleicht an manchen Stellen das logische Sachverständnis der Charakter zugunsten von Last-Minute-Dramatik opfert – aber auch nicht viel mehr als es in der ersten Star-Wars-Trilogie der Fall ist. Bevor Missverständnisse aufkommen: Damit meine ich Episode IV bis Episode VI.

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