• Category Archives All about Movies
  • Her

    In meinen Augen sind mit die besten Filme diejenigen, die auf den ersten Blick völlig banal klingen und einen beim Ansehen trotzdem faszinieren. Filme, deren grundlegende Prämisse abgedroschen sein mag und die aufgrund einer cleveren Regie oder eines durchdachten Drehbuches mich von Anfang bis Ende interessieren. Zu den Paradebeispielen gehören Robert Bentons Kramer gegen Kramer oder Robert Redfords Eine ganz normale Familie, beides große Oscargewinner, denen leider ein schlechter Ruf anhaftet. Spike Jonzes Her wird vermutlich nicht das gleiche Schicksal erleiden – zum einen, weil der Film “nur“ den Academy Award für das beste Drehbuch ergattert hat und zum anderen weil das Thema gezielt die derzeit herrschende IMDB-Generation ansprechen dürfte.

    Continue reading → Post ID 541


  • The Grand Budapest Hotel

    Es gibt einige, wenige Top-Regisseure, die kriegen scheinbar jeden Schauspieler, den sie wollen. Ganz ehrlich: Fast jeder will mal mit Martin Scorsese, Woody Allen oder Wes Anderson zusammenarbeiten.

    Moment… Wes, wer? Ja, Wes Anderson gehört jetzt eigentlich nicht zu den Kult-Auteuren, die der gemeine Kinogänger kennt. Und doch wächst sein Cast von Film zu Film derart eindrucksvoll an, dass seine Kollegen nur neidisch zuschauen können. Allein für The Grand Budapest Hotel versammelte er die Namen Ralph Fiennes, Edward Norton, Tilda Swinton, Harvey Keitel, Willem Dafoe, Adrian Brody, Saoirse Ronan, Jude Law, Tom Wilkinson, Jeff Goldblum, Mathieu Amalric, Owen Wilson, Jason Schwartzman, F. Murray Abraham, Léa Seydoux und natürlich Bill Murray, der seit Rushmore kein einziges Kinoprojekt des gebürtigen Texaners ausgelassen hat.

    Continue reading → Post ID 541


  • Oscar 2013/2014: Ende ohne Spannung

    Tja, das war’s: Fans von 12 Years a Slave und Gravity können sich kaum beschweren. Der eine hat drei Oscars inklusive Best Picture, der andere satte sieben inklusive Best Director. Der “Split“ ist Realität geworden. Lustige Randnotiz: Brad Pitt ist seit heute Oscarpreisträger, dank seiner Tätigkeit als Produzent. Dafür gingen fünf Best-Picture-nominierte Filme völlig leer aus (darunter American Hustle).

    Continue reading → Post ID 541


  • Oscar-Prognose 2013/14

    Es ist so weit: Heute Nacht findet die spannendste Oscarsaison ein Ende, die ich bislang Live miterleben durfte. Obwohl man wie gewohnt viele der Preise dank der unzähligen Gilden im Vorfeld erahnen kann, ist das Rennen um die Best-Picture-Trophäe völlig offen. Von den neun Kandidaten haben drei ernsthaft Chancen zu gewinnen – und der Unterschied könnte am Ende von wenigen Stimmen abhängig sein.

    Continue reading → Post ID 541


  • Kritik: Gravity

    Wenn du so viele Filme gesehen hast, wie ich, dann wird es schwer mit den Superlativen. Das Bild ist gezeichnet, die Liste mit den Personal Favorites wie in Stein gemeiselt. 16 Jahre lange hatte ich einen unverrückbaren Lieblingsfilm: James Camerons Titanic. Ich habe ihn zu einem Zeitpunkt gesehen, als ich nichts wusste. Und wenn man so ein Epos völlig ohne Erwartungen am Ende seiner Teenagerära erlebt, dann ist das etwas ganz besonderes. Ein unbeschreibliches Gefühl, das nicht zu toppen ist.

    Continue reading → Post ID 541


  • Kritik: Philomena

    Die Anzahl der möglichen “Best-Picture“-Plätze mag sich seit der Saison 2009/2010 verdoppelt haben, doch nach wie vor gilt die Regel: Man muss für eine Nominierung von wenigen geliebt anstatt von vielen gemocht werden. Es bedarf einer soliden Lobby, die den betreffenden Kandidaten als persönlichen Lieblingsfilm bezeichnet. Und hätte ich bereits vor ein paar Monaten Philomena gesehen, ich hätte nicht damit gerechnet, dass das neue Werk von Stephen Frears dieses Kriterium erfüllt.

    Continue reading → Post ID 541


  • Kritik: Captain Phillips

    Tom Hanks, ein Superstar, der jeden Oscar kriegt, den er haben mag: Was hat sich dieser Mann seit den 1980er Jahren verändert, als er von einer leichten Komödie zur anderen stolperte (Splash, Geschenkt ist noch zu teuer, Scott & Huutsch) und selbst bei seiner ersten Best-Actor-Nominierung ein Kind im Körper eines erwachsenen Mannes spielte (The Big). Es folgten mit Philadelphia sowie Forrest Gump zwei direkt aufeinanderfolgende Siege, seine letzte Oscar-Nominierung heimste er anno 2000 mit Castaway ein. Danach stapfte er in die Fußstapfen von Steven Spielberg und widmete sich als Produzent plus Regisseur episch angelegter TV-Miniserien (Band of Brothers, The Pacific).

    Continue reading → Post ID 541


  • Kritik: American Hustle

    Was macht eigentlich einen guten Regisseur aus? Viele denken spontan an Auteure mächtiger Epen (David Lean), spannender Plotentwicklung (Alfred Hitchcock) oder wegweisender Bildgewalt (Stanley Kubrick). Doch wie haben dann so Leute wie Robert Redford, Robert Benton oder James L. Brooks einen Oscar für die beste Regie eingeheimst? Das englische Wort “Directing“ hilft zur Auflösung: Es geht letztlich um ein “in die richtige Richtung lenken“ – und Redford, Benton sowie Brooks haben genau das zu ihren Hochzeiten geschafft: nämlich bei den Schauspielern. Continue reading → Post ID 541


  • Kritik: Dallas Buyers Club

    Es gibt diese Mär vom typischen “Oscar-Film“, der immer gewinnt. Inhalt sei entweder das große, geschichtsträchtige Epos (The English Patient, Amadeus) oder ein sozialkritisch-wichtiges Thema (Kramer gegen Kramer, Eine ganz normale Familie). Doch diese Zeiten sind längst vorbei, wenn man sich jüngere Gewinner wie The Artist, No Country for Old Men, Slumdog Millionär oder gar Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs anschaut. Den weiterhin bestehenden Vorurteilen zum Trotz waren die letzten zehn Best-Picture-Sieger erstaunlich variantenreich.

    Continue reading → Post ID 541


  • Kritik: The Wolf of Wall Street

    Martin Scorsese ist 71 Jahre alt. Viele Top-Regisseure haben ab einem bestimmten Zeitpunkt entweder ihren “Zenit“ überschritten und dabei ihre “Magie“ verloren (von Alfred Hitchock bis James L. Brooks) oder sich in eine Richtung entwickelt, die sie weit von den Kultwerken entfernte, mit denen sie berühmt wurden (Steven Spielberg, James Cameron). Auch bei Scorsese schien mit The Aviator oder Hugo eine Kehrtwende in Sicht, doch jetzt ist allen klar: Den einen hat er wirklich nur für den Oscar gemacht und der andere war tatsächlich die späte Liebeserklärung an seine (damals) elfjährige Tochter sowie deren Lieblingslektüre.

    Continue reading → Post ID 541