Game #4: Bubble Bobble

004-Bubble_BobbleHersteller: Taito
Game Design: Fukio Mitsuji [Arcade]
Written by: Stephen Ruddy [C64]
Sound Creator: Tadashi Kimijima [Arcade]
Sound by: Peter Clarke [C64]
System: C64 / Arcade
Jahr: 1987 / 1986

Ich war zehn Jahre alt, als ich zum ersten Mal ein Bild von Bubble Bobble sah. So oder so ein großer Fan von Kuscheltieren mit großen Klubschaugen, verliebte ich mich sofort in die beiden kleinen Brontosaurier, die als Protagonisten herhalten. Der eine ist grün, der andere ist blau und beide sind in der Lage dicke Seifenblasen zu blubbern. Damit werden die (nicht minder niedlich aussehenden) Gegner eingesperrt und per Hopser ins Jenseits befördern. Oder besser ausgedrückt in eine Leckerei verwandelt, die obendrein Punkte gibt.

Ja, ich musste dieses Spiel haben – unbedingt. Bubble Bobble sollte überhaupt mein erstes Game sein, das ich mir gezielt wünschte und wofür ich den vollen Preis gewillt zu zahlen war – damals stolze 50 DM, umgerechnet ca. 25 Euro. Fluchs wurde der eigene Vater dazu genötigt, gemeinsam in die Stadt zu fahren und die damals noch groß beliebten Kaufhäuser von Karstadt bis Horten abzuklappern. Leider hatte keiner das Spiel vorrätig, weshalb wir es nur bestellen konnten. Das Versprechen, es würde die darauffolgende Woche kommen, wurde gnadenlos gebrochen – genau wie der nächste und der übernächste Termin. Ich weiß auch gar nicht mehr genau, wie lange ich letztlich auf Bubble Bobble warten musste. Vermutlich so um die zwei bis drei Monate – ergo aus Kinderaugen gefühlte hundert Jahre.

Als ich es dann aber endlich in meinen Händen hielt, gab es kein zurück mehr. Bubble Bobble hielt jedes Versprechen und sprengte all meine Erwartungen. Die von mir ewig gespielte C64-Version nutzt die Hardware prima aus und ist im Vergleich zum Original aus der Spielhalle oder den etwas späteren Umsetzungen für Amiga oder Atari ST etwas leichter – zum Glück in Anbetracht des biestigen Schwierigkeitsgrades.

100 Levels stehen euch bevor, in denen euch neun garstige Gegnertypen das Leben schwer machen. Jeder von ihnen hat seine eigenen Eigenschaften: Der violette Blubba kann fliegen, Bonnie-bo springt wild durch die Gegend und Geist Boris (!) wirft Steine nach euch. Trödelt ihr zu lange, dann erscheint obendrein der unbesiegbare Baron von Blubba, der sich euch Schritt für Schritt nähert und euch unweigerlich einholt, wenn ihr nicht schleunigst alle noch verbleibenden Kuschelschurken erledigt.

Die besagten Leckereien, die ihr als Bonus erhaltet, verdeutlichen am besten die Detailverliebtheit von Bubble Bobble. So ist die Vielfalt der verschiedenen Speisen, vom Gemüse über Obst bis zum Süßkram, enorm hoch. Hinzu gesellen sich ab und an spezielle Extras, wie Schuhe (mit denen ihr schneller laufen könnt), Regenschirme (zum Überspringen von Levels) oder Kreuze (die alle Gegner praktisch auf einen Schlag erledigen).

Richtig vertrackt wird es, wenn ein paar der niedlichen Tiere eingesperrt und für euch unerreichbar sind. Dann müsst ihr entweder geschickt auf eure eigenen Blasen hopsen (was je nach deren Flugrichtung nicht immer zum gewünschten Ziel führt) oder diverse Sonderblasen zerstören, die ab und an durchs Bild huschen. Diese erzeugen je nach Art Feuer, Blitze oder Wasser. Mit den ersten beiden Elementen könnt ihr einen oder mehrere Gegner gezielt vernichten und mit letzterem euch selbst in ansonsten unzugängliche Gebiete fluten lassen – denkt nur daran, rechtzeitig aus dem Wasser zu hüpfen, bevor ihr wieder hinaus gespült werdet!

Der Oberknaller ist allerdings der Multiplayer-Modus, der bereits anno 1987 auf eine perfekte Weise kooperativ mit kompetitiv vereinigt: Zuerst arbeiten beide Spieler gemeinsam, um möglichst effizient alle Gegner zu eliminieren – und danach jagen beide unabhängig voneinander der Punktebeute hinterher.

Bubble Bobble ist ein Phänomen, weil es so unglaublich putzig und unschuldig aussieht, aber gleichzeitig eine enorme Spieltiefe sowie eine große Herausforderung verbirgt. Es ist auch einer der ganz seltenen Titel, der wirklich jedem gefällt, mit dem ich enger befreundet bin – egal ob ich die Person bereits damals kannte oder sie mir erst im Laufe der folgenden drei Dekaden über den Weg gelaufen ist. Es ist ein durch und durch liebevoll gemachtes Spiel, das unendlich viel Charme ausstrahlt und euch für eine verdammt lange Zeit beschäftigt.

 

 

Bubble_Bobble

One Response to Game #4: Bubble Bobble

  1. Bubble Bobble habe ich auf dem Amiga bis zum Ende gespielt 😉

    War ganz gut,besonders im 2 playermodus hat es sehr viel Spaß gemacht.

    Auch der Nachfolger Rainbow Warrior war ganz nett