{"id":989,"date":"2015-02-20T05:06:30","date_gmt":"2015-02-20T03:06:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.theawardian.de\/?p=989"},"modified":"2015-02-20T05:07:42","modified_gmt":"2015-02-20T03:07:42","slug":"oscar-analyse-bester-animierter-kurzfilm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theawardian.de\/?p=989","title":{"rendered":"Oscar-Analyse: Bester animierter Kurzfilm"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Die dritte Kategorie der Kurzfilme ist speziell f\u00fcr animierte Kleinmeisterwerke gedacht. Im Gegensatz zu den \u201cgro\u00dfen\u201c Br\u00fcdern verlassen sich die Regisseure selten auf Computertechnologie und sind eher bekannt f\u00fcr ihre ausgefallene Form der Trickumsetzung.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">The Bigger Picture<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Dies gilt insbesondere f\u00fcr <\/span><b style=\"line-height: 1.5;\">The Bigger Picture<\/b><span style=\"line-height: 1.5;\">, deren Figuren Animation f\u00fcr Animation auf einer zwei Meter hohen Wand geklebt und aufgezeichnet wurden. Gleichzeitig hat Regisseurin Daisy Jacobs echte, dreidimensionale Objekte hinzugef\u00fcgt, wie beispielsweise eine Einkaufst\u00fcte mit Lebensmitteln, die zu Beginn von einer der Figuren ausgekippt wird. Der Ergebnis ist ein interessanter Mix aus 2D und 3D und hat allein deshalb seine Nominierung verdient.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Doch ob es auch f\u00fcr den Sieg reicht? Die Handlung erz\u00e4hlt von zwei Br\u00fcdern, die sich um ihre kranke Mutter k\u00fcmmern. Der eine ist sichtlich genervt, w\u00e4hrend sich der andere selbst als \u201calt\u201c bezeichnet \u2013 mit knapp \u00fcber 40, wohlgemerkt. F\u00fcr einen animierten Film ist der Stoff jedenfalls erstaunlich \u201crealit\u00e4tsnah\u201c und \u201cbedr\u00fcckend\u201c, was einige abschrecken d\u00fcrfte.<\/span><\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">A Single Life<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Mit gut zwei Minuten ist<\/span><b style=\"line-height: 1.5;\"> A Single Life <\/b><span style=\"line-height: 1.5;\">der mit Abstand k\u00fcrzeste Film, der 2015 f\u00fcr einen Oscar nominiert ist: Eine Frau erh\u00e4lt per Post eine Schallplatte, die sie sogleich freudig auflegt und dabei ein St\u00fcck Pizza verspeisen m\u00f6chte. Doch pl\u00f6tzlich springt die Platte, woraufhin die Zeit ruckartig um ein paar Minuten vorangeschritten und die Pizza in ihrer Hand fast aufgegessen ist. Die Frau realisiert, dass sie durch das Verschieben der Schallplattennadel jeden beliebigen Zeitpunkt ihres Lebens besuchen kann \u2013 und nat\u00fcrlich kann man sich bereits jetzt die Abschlusspointe zusammenreimen&#8230;<\/span><\/p>\n<p><b style=\"line-height: 1.5;\">A Single Life <\/b><span style=\"line-height: 1.5;\">lebt allein von seiner lustigen Idee und der tadellosen Umsetzung. Die K\u00fcrze macht dabei kaum etwas aus, gleichwohl bei mehr Umfang sicherlich ein paar putzige Running Gags m\u00f6glich gewesen w\u00e4ren. Zudem h\u00e4tte ich schon leichte Bauchschmerzen, einen gerade mal zwei- bis dreimin\u00fctigen Beitrag mit einem vollwertigen Oscar zu honorieren. Dazu Bedarf es dann doch etwas mehr \u201cFlei\u00dfarbeit\u201c.<\/span><\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Me and my Moulton<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Hier dreht sich alles um ein M\u00e4dchen, das mit ihren beiden Schwestern und deren Eltern ein eigentlich ganz normales Leben f\u00fchren \u2013 und doch irgendwie anders sind. Den gesamten Film \u00fcber h\u00f6rt ihr die Stimme des M\u00e4dchens und wie sie aus ihrer naiven Sicht die Unterschiede zu anderen Familien aufz\u00e4hlt. Dazu geh\u00f6rt dann beispielsweise auch, dass nur ihr Vater einen Schnurrbart trage&#8230;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Von allen f\u00fcnfzehn Kurzfilmen ist <\/span><b style=\"line-height: 1.5;\">Me and my Moultan<\/b><span style=\"line-height: 1.5;\"> der langweiligste. Der Zeichenstil ist \u00e4hnlich simpel wie in <\/span><b style=\"line-height: 1.5;\">The Danish Poet<\/b><span style=\"line-height: 1.5;\">, ein neun Jahre alter Kurzfilm der gleichen Regisseurin, die damals den Oscar gewann. Ich glaube kaum, dass sie den Erfolg wiederholen wird \u2013 denn dazu ist ihr neuestes Werk rein von der Geschichte her betrachtet viel zu belanglos.<\/span><\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">The Dam-Keeper<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Stellt euch vor, ein Damm w\u00fcrde von einem jungen Schwein instand gehalten. Dieses muss nebenbei zur Schule gehen, so wie jedes andere Tier ebenso. Das Schwein gilt aufgrund seines \u00c4u\u00dferen und seiner Tolpatschigkeit als Au\u00dfenseiter, mit dem niemand befreundet sein m\u00f6chte \u2013 bis zu dem Tag, an dem ein Fuchs in die Klasse kommt.<\/span><\/p>\n<p><b style=\"line-height: 1.5;\">The Dam-Keeper<\/b><span style=\"line-height: 1.5;\"> ist rein von der Thematik her eine animierte Version von <\/span><b style=\"line-height: 1.5;\">Parvaneh<\/b><span style=\"line-height: 1.5;\">: Zwei ungleiche Jugendliche\/Tiere raufen sich zusammen und werden schnell beste Freunde. Doch w\u00e4hrend der real gefilmte Beitrag aus der Schweiz eine nahezu konfliktfreie Beziehung zeigt, gibt es in <\/span><b style=\"line-height: 1.5;\">The Dam-Keeper<\/b><span style=\"line-height: 1.5;\"> zwischendurch Zweispalt und Zweifel, die beinahe in einer kleinen Katastrophe enden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Unterm Strich ein guter Beitrag, der mich aber nicht wirklich ber\u00fchrt oder gar fasziniert hat. W\u00e4hrend die Idee in der \u201cunkonventionellen Freunde\u201c in <\/span><b style=\"line-height: 1.5;\">Parvaneh<\/b><span style=\"line-height: 1.5;\"> gerade aufgrund ihrer Bodenst\u00e4ndigkeit funktioniert, wirkt mir die Botschaft hier zu aufgesetzt und zu gezwungen.<\/span><\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Liebe geht durch den Magen<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Der sicherlich bekannteste der f\u00fcnf nominierten Filme d\u00fcrfte <\/span><b style=\"line-height: 1.5;\">Liebe geht durch den Magen<\/b><span style=\"line-height: 1.5;\"> sein \u2013 schlicht, weil er jedem Kinobesucher von <\/span><b style=\"line-height: 1.5;\">Baymax <\/b><span style=\"line-height: 1.5;\">im Vorfeld gezeigt wird. Ein kleiner Welpe wird von einem Mann auf der Stra\u00dfe aufgelesen und daheim mit allerlei Leckereien verk\u00f6stigt. Danach seht ihr Schnitt f\u00fcr Schnitt, wie die Tage und Monate vergehen und der Wau-Wau immer wieder die tollsten Sachen zu fressen bekommt \u2013 von dicken Fleischb\u00e4llchen bis hin zu satten S\u00fc\u00dfspeisen. Doch dann tritt eine Frau in des Mannes Leben, die der V\u00f6llerei Einhalt bietet und gesunde Rohkost ins Haus bringt \u2013 was dem inzwischen erwachsenen Hund v\u00f6llig missf\u00e4llt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Ohne jeden Zweifel ist <\/span><b style=\"line-height: 1.5;\">Liebe geht durch den Magen<\/b><span style=\"line-height: 1.5;\"> der beste Beitrag dieses Quintetts. Er ist hervorragend animiert und zuckers\u00fc\u00df in Szene gesetzt. Zwar ist die Moral hinter der Geschichte dezent zweifelhaft (zumindest w\u00fcrde ich niemanden raten, sein Haustier auf solch eine Weise zu verw\u00f6hnen) \u2013 aber wer damit klar kommt, der wird sich insbesondere in die herrliche Mimik und die unbeschwerte Freude des Hundes verlieben. Der Film funktioniert auch deshalb so gut, weil die \u201cKamera\u201c stets das Tier ins Zentrum rutscht und das Herrchen sowie sp\u00e4tere Frauchen immer nur am Rande oder als Schatten zu sehen sind. Diese ungew\u00f6hnliche Perspektive hilft jedenfalls immens, sich mit der Naivit\u00e4t eines einfachen Hundelebens zu identifizieren.<\/span><\/p>\n<ol>\n<li>Liebe geht durch den Magen<\/li>\n<li>The Bigger Picture<\/li>\n<li>A Single Life<\/li>\n<li>The Dam-Keeper<\/li>\n<li>Me and my Moulton<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die dritte Kategorie der Kurzfilme ist speziell f\u00fcr animierte Kleinmeisterwerke gedacht. Im Gegensatz zu den \u201cgro\u00dfen\u201c Br\u00fcdern verlassen sich die Regisseure selten auf Computertechnologie und sind eher bekannt f\u00fcr ihre ausgefallene Form der Trickumsetzung.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11,12],"tags":[],"class_list":["post-989","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-movie","category-movie-awards"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/989","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=989"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/989\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":993,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/989\/revisions\/993"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=989"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=989"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=989"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}