{"id":898,"date":"2015-01-25T18:32:28","date_gmt":"2015-01-25T16:32:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.theawardian.de\/?p=898"},"modified":"2015-01-25T20:00:41","modified_gmt":"2015-01-25T18:00:41","slug":"producer-guild-award-20142015-und-ploetzlich-haben-wir-ein-rennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theawardian.de\/?p=898","title":{"rendered":"Producer Guild Award 2014\/2015: Und pl\u00f6tzlich haben wir ein Rennen&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Oscar-Watcher sind ein lustiges V\u00f6lkchen: Sie klammern sich so verbissen an Statistiken und alte Erfahrungen, dass sie gerade deswegen so gerne oft daneben liegen. Gestern Nacht wurde der Producer Guild Award vergeben, einer der wichtigsten Indikatoren f\u00fcr die anstehende Oscar-Verleihung.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Viele gingen von einem sicheren Sieg f\u00fcr Richard Linklaters<b> Boyhood<\/b> aus, der sich seit gut einem halben Jahr als versierter Best-Picture-Gewinner anf\u00fchlt. Manche prognostizierten <b>The Imitation Game<\/b> (weil die Thematik die Academy anspreche) oder <b>American Sniper<\/b> (nur zwei Worte: Clint Eastwood) als \u201cSpoiler\u201c. Aber so gut wie niemand setzte mehr auf den Kandidaten, der noch vor den Golden Globes als der wahre <b>Boyhood<\/b>-Konkurrent galt. Und der hei\u00dft: <b>Birdman<\/b>!<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\"  id=\"_ytid_85983\"  width=\"576\" height=\"324\"  data-origwidth=\"576\" data-origheight=\"324\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/0XA4VsdR08c?enablejsapi=1&#038;autoplay=0&#038;cc_load_policy=0&#038;cc_lang_pref=&#038;iv_load_policy=1&#038;loop=0&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;playsinline=0&#038;autohide=2&#038;theme=dark&#038;color=red&#038;controls=1&#038;disablekb=0&#038;\" class=\"__youtube_prefs__  epyt-is-override  no-lazyload\" title=\"YouTube player\"  allow=\"fullscreen; accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen data-no-lazy=\"1\" data-skipgform_ajax_framebjll=\"\"><\/iframe><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Der Sieg von <\/span><b style=\"line-height: 1.5;\">Birdman<\/b><span style=\"line-height: 1.5;\"> beim Producer Guild Award besagt schon mal eines aus: Eine von zwei etablierten Statistiken, die regelm\u00e4\u00dfig von Oscar-Watchern zu Rate gezogen werden, wird am 22. Februar pausieren m\u00fcssen. Sollte <\/span><b style=\"line-height: 1.5;\">Birdman<\/b><span style=\"line-height: 1.5;\"> in der Tat auch bei den Oscars gewinnen, dann w\u00e4re es der erste Film seit 34 Jahren (!), der dies ohne eine Nominierung f\u00fcr den Besten Filmschnitt geschafft hat. Sollte er hingegen verlieren, dann w\u00e4re es der erste PGA-Sieger in acht Jahren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Nun denken sich wohl einige von euch: \u201cDie eine Statistik ist doch viel deutlicher als die andere.\u201c Ja und nein: Nat\u00fcrlich sind 34 Jahre eine echte Hausnummer \u2013 aber rein statistisch gesehen reden wir hier von einem Zeitraum, der dazu \u201cverdammt\u201c ist, mal wieder \u00fcber Bord geworfen zu werden. Oder glaubt wirklich jemand, dass die Mitglieder der Academy einen Film von Grund auf nicht w\u00e4hlen, nur weil er NICHT f\u00fcr den besten Filmschnitt nominiert wurde?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">F\u00fcr die andere Statistik spricht noch etwas ganz anderes, was rein mathematisch gesehen viel entscheidender ist: Seitdem die Oscars von f\u00fcnf auf bis zu zehn Best-Picture-Nominierungen gesprungen ist, wird der Sieger durch ein ver\u00e4ndertes Wahlsystem ermittelt. W\u00e4hrend zuvor jeder einfach einen Sieger getippt hat und am Ende geschaut wurde, wer die meisten Stimmen erhalten hat, muss seit der besagten Umstellung jeder W\u00e4hler eine Rangliste der Nominierten aufstellen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Daraufhin folgt eine etwas kompliziertere Ausz\u00e4hlung: S\u00e4mtliche Ranglisten werden nach ihren jeweiligen Erstplatzierungen sortiert und entsprechend gestapelt. Am Ende wird der kleinste Stapel genommen, der logischerweise den Film repr\u00e4sentiert, der am WENIGSTEN auf Platz 1 gew\u00e4hlt wurde. W\u00e4hrend der betreffende Film komplett \u201cgestrichen\u201c wird, schaut man sich nun die Kandidaten auf den zweiten Pl\u00e4tzen an und legt sie zu ihren jeweiligen Stapeln mit den Erstplatzierungen. Danach wird der n\u00e4chste Film mit dem kleinsten Stapel disqualifiziert, man sortiert die betreffenden Zettel nach ihren Drittplatzierungen neu, usw. Das macht man so lange, bis ein Film mehr als 50% aller Stimmen hat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Die Idee dahinter ist simpel und logisch: Bei f\u00fcnf Kandidaten reichte es nach dem alten System aus, wenn ein Film mehr als 20% aller Stimmen erhielt \u2013 was schon eine ordentliche Prozentzahl ist. Bei zehn Kandidaten jedoch reduzierte sich das Minimum auf 10% &#8211; und das war der Academy zu wenig, um einen eindeutigen Sieger k\u00fcren zu wollen, mit dem dann auch ein GRO\u00dfTEIL der Mitglieder einverstanden w\u00e4re. Also hat man das System so umgestellt, dass nicht mehr der Film mit den meisten Erststimmen, sondern der Film, der im direkten VERGLEICH mit allen ANDEREN Filmen am besten dasteht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Und nun kommt der Knackpunkt: Die einzige Verleihung, die abseits der Oscars das gleiche Wahlsystem eingef\u00fchrt hat, ist dieser vermaledeite Producer Guild Award! Und der hat seit der Umstellung JEDES MAL richtig gelegen. Wobei ich noch gleich hinterher sagen muss: Letztes Jahr gab es eine krasse Situation, dank der zwei Filme aufgrund eines mathematisch gesehen nahezu unm\u00f6glichen Falles die gleiche Menge an Stimmen erhielten und somit BEIDE zum Sieger gek\u00fcrt wurden. D.h. wenn da nur ein einziger W\u00e4hler mehr (von mehreren tausend (!)) auf seinem Stimmzettel <\/span><b style=\"line-height: 1.5;\">Gravity<\/b><span style=\"line-height: 1.5;\"> \u00fcber <\/span><b style=\"line-height: 1.5;\">12 Years a Slave<\/b><span style=\"line-height: 1.5;\"> gesetzt h\u00e4tte, dann w\u00e4re die Statistik bereits letztes Jahr gebrochen gewesen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Heute Nacht kommt ein weiterer, wichtiger Indikator ins Spiel: Der Screen Actor wird vergeben, unter anderem an den Film mit dem besten Ensemble. Dieser Preis ist zwar bei Weitem nicht so vorhersagend, aber dort w\u00e4hlen genau die Branchenmitglieder, die bei den Academy Awards den gr\u00f6\u00dften Block repr\u00e4sentieren: die Schauspieler. Und sollte dort <\/span><b style=\"line-height: 1.5;\">Birdman<\/b><span style=\"line-height: 1.5;\"> hier ebenfalls siegen (wie es bereits vor dem PGA-Sieg einige Oscarwatcher vorhergesagt haben), dann w\u00e4re das mehr als ein Zeichen. Schafft es dort <\/span><b style=\"line-height: 1.5;\">Boyhood <\/b><span style=\"line-height: 1.5;\">(was dank des relativ kleinen Ensembles niemand so wirklich erwartet)? Dann ist wieder alles offen. Und sollte es <\/span><b style=\"line-height: 1.5;\">The Grand Budapest Hotel<\/b><span style=\"line-height: 1.5;\"> werden (was aufgrund des riesigen Ensembles nicht unwahrscheinlich ist), dann haben wir das interessanteste Oscar-Rennen seit 2006\/2007.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oscar-Watcher sind ein lustiges V\u00f6lkchen: Sie klammern sich so verbissen an Statistiken und alte Erfahrungen, dass sie gerade deswegen so gerne oft daneben liegen. 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