{"id":7872,"date":"2026-03-15T16:18:36","date_gmt":"2026-03-15T14:18:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theawardian.de\/?p=7872"},"modified":"2026-03-15T18:07:21","modified_gmt":"2026-03-15T16:07:21","slug":"oscar-prognose-2025-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theawardian.de\/?p=7872","title":{"rendered":"Oscar Prognose 2025\/26"},"content":{"rendered":"<p>Es ist an der Zeit \u2013 und ich m\u00f6chte gleich klar stellen: In fast drei\u00dfig Jahren, in denen ich die Oscars akribisch verfolge, m\u00f6glichst viele Filme vor der Verleihung sehe und meinen Senf bez\u00fcglich der potenziellen Gewinner abgebe, habe ich selten solch ein knappes Rennen erlebt wie diesmal. Zudem hatte ich diesmal das Gl\u00fcck und habe den letzten der insgesamt 50 nominierten Filme bereits gut eine Woche vor der Verleihung sehen k\u00f6nnen. Obwohl es teilweise echt schwer war, an einige der Exoten heran zu kommen \u2013 aber zum Gl\u00fcck haben immer mehr der \u201ekleineren\u201c Werke ein Herz und erm\u00f6glichen Oscar-Fanatikern wie mir, sie dann doch irgendwie und auf legalem Wege zu sehen. <\/p>\n<p>Es ist an der Zeit \u2013 und ich m\u00f6chte gleich klar stellen: In fast drei\u00dfig Jahren, in denen ich die Oscars akribisch verfolge, m\u00f6glichst viele Filme vor der Verleihung sehe und meinen Senf bez\u00fcglich der potenziellen Gewinner abgebe, habe ich selten solch ein knappes Rennen erlebt wie diesmal. Zudem hatte ich diesmal das Gl\u00fcck und habe den letzten der insgesamt 50 nominierten Filme bereits gut eine Woche vor der Verleihung sehen k\u00f6nnen. Obwohl es teilweise echt schwer war, an einige der Exoten heran zu kommen \u2013 aber zum Gl\u00fcck haben immer mehr der \u201ekleineren\u201c Werke ein Herz und erm\u00f6glichen Oscar-Fanatikern wie mir, sie dann doch irgendwie und auf legalem Wege zu sehen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\n=========<br \/>\nBest Picture<br \/>\n=========<\/p>\n<p>Zehn Filme sind in der Kategorie \u201eBest Picture\u201c nominiert. Sieben von ihnen haben 0,0% Chancen auf einen Sieg, n\u00e4mlich Bugonia, F1, Frankenstein, Marty Supreme, The Secret Agent, Sentimental Value und Train Dreams. Deren Produzenten d\u00fcrfen sich ganz entspannt zur\u00fcck lehnen und die Show genie\u00dfen. Doch der Vollst\u00e4ndigkeit halber erw\u00e4hne ich kurz Story, Inhalt und warum diese Filme \u00fcberhaupt f\u00fcr mehrere Oscars nominiert sind.<\/p>\n<p>Bugonia ist der neueste Wahnsinn von Yorgos Lanthimos, der dank solch irrer Werke wie The Lobster, The Favourite und Poor Things kein Unbekannter der Academy ist. Diesmal hat sich der geb\u00fcrtige Grieche an einem Remake eines s\u00fcdkoreanischen Filmes namens Save the Green Planet versucht.<\/p>\n<p>Der Verschw\u00f6rungstheoretiker Teddy Gatz entf\u00fchrt gemeinsam mit seinem Cousin die Vorstandsvorsitzende eines Pharmakonzerns. Gatz ist n\u00e4mlich davon \u00fcberzeugt, dass Michelle Fuller in Wahrheit eine Au\u00dferirdische sei und die Unterjochung der Menschheit im Sinn habe.<\/p>\n<p>Empfehlen kann ich sowohl das Original als auch dieses Remake. Ersteres ist nat\u00fcrlich origineller und geb\u00fchrt alles Lob f\u00fcr die kaputte Grundidee. Letzteres ist jedoch eindeutig besser inszeniert und lebt vor allem von der Oscar-nominierten Emma Stone als Fuller sowie Jesse Plemons als Gatz. Und Lanthimos selbst stellt sicher, dass das schon im Original recht fiese Ende in seiner Version noch eine ganze Ecke schonungsloser r\u00fcber kommt.<\/p>\n<p>F1 ist genau das, was der Titel ausdr\u00fcckt: ein Film rund um die Formel 1. Gedreht von Joseph Kosinski, der bereits vor zwei Jahren mit dem ungew\u00f6hnlich guten Top Gun Maverick \u00fcberraschte, schafft er mit F1 gleicherma\u00dfen die Gratwanderung aus 1980er Jahre Coolness und moderner Inszenierung. Der Plot mag arg simpel und abgedroschen sein, doch wenn selbst die gr\u00f6\u00dften Kritiker dem Film einen soliden Unterhaltungswert bescheinigen, dann scheint er schlichtweg etwas richtig zu machen. Und Rennsport-Fans werden es sehr zu sch\u00e4tzen wissen, dass neben den fiktiven Rennfahrern, gespielt von Brad Pitt und Damson Idris, zahlreiche reale Formel-1-Stars wie Lewis Hamilton, Max Verstappen oder Lando Norris in Erscheinung treten.<\/p>\n<p>Ein weiterer Film, der auf dem Papier nicht gerade nach \u201eBest-Picture-Oscar-Nominee\u201c klingt, ist Frankenstein \u2013 also zumindest bis man Guillermo Del Toro als Regisseurname entdeckt. Und f\u00fcr mich pers\u00f6nlich ist diese zig-tausendste Verfilmung von Mary Shelleys Roman eine kleine Offenbarung, weil mich erstmals Del Toros Hang zur rohen Gewaltdarstellung weder abgeschreckt noch aufgeregt hat.<\/p>\n<p>Nein, im Gegenteil: Diesmal passt sein Tonfall wie die Faust aufs Auge. Und allein f\u00fcr die Art, wie er Frankensteins \u201eMonster\u201c in Szene setzt und ohne \u00fcbertriebene Moralkeule klar macht, dass es NICHT das B\u00f6se dieser Geschichte ist, geb\u00fchrt Guillermo Del Toro allergr\u00f6\u00dftes Lob. Mal abgesehen von der erneut verboten sch\u00f6nen Kulisse, die sich vorrangig auf Ausstattung, Kost\u00fcme und Make-Up bezieht und weswegen dieser Film keinesfalls ohne Oscars nach Hause gehen wird.<\/p>\n<p>Zu den beliebtesten und zugleich unbekanntesten Filmen des Jahres geh\u00f6rt eindeutig Marty Supreme: ein ungew\u00f6hnliches und sehr lose adaptiertes Biopic des amerikanischen Tischtennisspielers Marty Reisman, der hier Marty Mauser genannt wird und von Timoth\u00e9e Chalamet gespielt wird.<\/p>\n<p>Marty ist jung, ein echter Charmeur und steckt voller Ambitionen, schl\u00e4gt sich mehr abenteuerlich als recht durchs Leben. Er stiehlt, hat Aff\u00e4ren mit verheirateten Frauen und lehnt zun\u00e4chst ein dubioses Angebot eines reichen Gesch\u00e4ftsmannes ab, demnach er in einem Showkampf gegen einen ber\u00fchmten japanischen Tischtennisspielers bewusst verlieren soll \u2013 nur um sp\u00e4ter es dann doch ernsthaft in Erw\u00e4gung zu ziehen und sich daf\u00fcr sogar den Hintern versohlen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Die Story von Marty Supreme ist vollgepackt mit Haupt- und Nebenstr\u00e4ngen, was mich entfernt an Paul Thomas Andersons Licorice Pizza erinnert. Der Film ist hervorragend gedreht, was man vor allem an den packenden Tischtennisduellen sieht. Auch ist der Plot gut durchdacht, nur pers\u00f6nlich hatte ich Probleme, in irgendeiner Form mit Marty mitzuf\u00fchlen \u2013 mit Ausnahme des sehr emotionalen Endes vielleicht. Aber dazwischen hat mich der Film etwas verloren \u2013 weshalb er sich f\u00fcr mich trotz seiner klaren St\u00e4rken distanziert angef\u00fchlt hat.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich erging es mir bei The Secret Agent, dem ersten von zwei Internationalen Filmen, die auch f\u00fcr Best Picture nominiert sind. Der brasilianische Polit-Thriller erz\u00e4hlt die fiktive Geschichte von Armando Solimoes, der sich mitten w\u00e4hrend der Milit\u00e4rdiktatur der 1970er Jahre einer regimekritischen Gruppe anschlie\u00dft und in diesem Zuge sogar eine neue Identit\u00e4t annehmen muss. Trotzdem sind ihm seine poltischen Gegner auf den Fersen und haben nur eines im Ziel, n\u00e4mlich seine Liquidation.<\/p>\n<p>Zwischendurch erf\u00e4hrt man Armandos Sohn, der nach dem Tod seiner Mutter bei seinen Gro\u00dfeltern lebt, und einem abgerissenen Menschenbein, das im Bauch eines get\u00f6teten Hais gefunden wurde und nun von der korrupten Polizei auf andere Weise entsorgt werden soll.<\/p>\n<p>The Secret Agent ist \u00fcber weite Strecken ein bodenst\u00e4ndiger Film, der an andere Polit- oder Mafia-Thriller wie das im letzten Jahr und ebenfalls aus brasilien stammende F\u00fcr immer hier erinnert. Doch \u00e4hnlich wie Marty Supreme hatte ich Probleme, mit den Protagonisten oder der Story im allgemeinen zu f\u00fchlen \u2013 was in meinen Augen auch hier an den st\u00e4ndig dazwischen geschobenen Nebenschaupl\u00e4tzen liegt.<\/p>\n<p>Was ich jedoch sehr stark fand: Das Ende, mit seinem mutigen Zeitsprung und der gewagten Idee, den zu erwartenden Showdown NICHT zu zeigen und stattdessen nur r\u00fcckblickend davon zu erz\u00e4hlen. Was ihn im Kopf umso lebendiger erscheinen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Der andere Internationale Film hei\u00dft Sentimental Value und stammt aus Norwegen, genauer gesagt dem Regisseur von Der Schlimmste Mensch der Welt. Wer dieses kleine Meisterwerk im \u00fcbrigen nicht kennt: Der Schlimmste Mensch der Welt ist vielleicht die beste Anti-Rom-Com aller Zeiten und einer der besten Filme des Jahres 2021.<\/p>\n<p>Mit Sentimental Value geht Regisseur Joachim Trier einen etwas anderen Weg und erz\u00e4hlt eine auf den ersten Blick gew\u00f6hnliche Familienstudie. Im Mittelpunkt stehen die Schauspielerin Nora Borg, ihre verheiratete Schwester Agnes und deren Vater Gustav, ein versierter, alter Regisseur. Gustav hat sich bereits vor geraumer Zeit scheiden lassen und seiner Familie sowie ganz Norwegen den R\u00fccken gekehrt, um sich seiner Karriere zu widmen. Nun kehrt er zur\u00fcck, nachdem seine ehemalige Frau sowie Nora und Agnes Mutter verstorben ist und das gemeinsame Hause hinterl\u00e4sst.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die beiden T\u00f6chter nach wie vor gezeichnet von der fr\u00fchen Trennung ihres Vaters sind und ein inniges Verh\u00e4ltnis zu ihm ablehnen, versucht Gustav an seinem Lebensabend nochmal einen gro\u00dfen Film zu drehen und dabei den Selbstmord seiner Mutter zu verarbeiten. Alle drei werden zwangsl\u00e4ufig mit der gemeinsamen Vergangenheit konfrontiert und m\u00fcssen sich im Laufe des Filmes entscheiden, inwiefern sie wieder miteinander leben oder gar arbeiten m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Auch bei Sentimental Value passt das Wort \u201ebodenst\u00e4ndig\u201c, nur dass mich hier kein Nebenplot und kein radikaler Tonfallwechsel verwirrt. Stattdessen sehe ich drei fantastische, zurecht Oscar-nominierte Schauspieler, die von der ebenfalls grandiosen und ebenfalls nominierten Elle Fanning als gewichter Nebencharakter unterst\u00fctzt wird. Joachim Triers Film wirkt zu 95% wie ein B\u00fchnenst\u00fcck und bricht in den verbleibenden 5% gekonnt seine eigenen Mauern, ohne dabei zu abenteuerlich zu werden. Dieses Kunstst\u00fcck mag ihm bei Der Schlimmste Mensch der Welt noch etwas besser gelingen \u2013 aber Sentimental Value ist nicht qualitativ nicht weit davon entfernt und somit eine echte Empfehlung f\u00fcr alle, die auch Filme ohne ausschweifende Kulissen oder verspielte Special-Effects m\u00f6gen.<\/p>\n<p>Und dann bleibt noch Train Dreams, der in meinen Augen vertr\u00e4umteste aller Best-Picture-Kandidaten und bei dem ich mich wirklich sehr gefreut habe, dass er den Sprung in die Top Ten der Academy geschafft hat.<\/p>\n<p>Robert Grainier ist ein einfacher Holzf\u00e4ller, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts seine Frau kennen lernt und mit ihre eine Tochter zeugt. Aufgrund seiner Arbeit und st\u00e4ndiger Geldnot, musst Robert h\u00e4ufiger f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit ausw\u00e4rts arbeiten und seine Familie alleine lassen. Eines Tages kommt es zur Katastrophe und sein Haus wird Opfer eines fl\u00e4chendeckenden Waldbrands. Ohne genau zu wissen, was mit seiner Frau und seiner Tochter passiert ist und ob beiden \u00fcberhaupt \u00fcberlebt haben, versucht er irgendwie weiter zu machen und dem sich schnell wandelnden Zeitgeist zu folgen.<\/p>\n<p>Diese recht schlichte Geschichte wird von einem sehr gut strukturierten Drehbuch und einer meisterhaften Kameraarbeit getragen, die zurecht Oscar nominiert ist. Train Dreams ist genau die Art von Film, bei dem ihr die ganze Zeit mit dem Protagonisten f\u00fchlt und bangt und hofft und tr\u00e4umt. Es ist schlichtweg ein Film zum Verlieben und einer, der das Herz wahrlich am rechten Fleck tr\u00e4gt. Und hoffentlich f\u00fcr Regisseur sowie Autor Clint Bentley ein Sprungbrett f\u00fcr weitere solch sch\u00f6ner Filme ist, so dass er irgendwann auch daf\u00fcr ausgezeichnet werden kann.<\/p>\n<p>Das waren nun die sieben Best-Picture-Werke, \u00fcber deren Nominierung die meisten Cineasten froh und dankbar sind \u2013 aber die f\u00fcr den finalen Sieg keine ernsthafte Rolle spielen.<\/p>\n<p>Bleiben ergo noch drei weitere, von denen einer\u2026 und zwar Hamnet\u2026 nun\u2026 ich w\u00fcrde sagen eine 1%-Chance auf den Preis f\u00fcr Best Picture hat. Allein basierend auf den Gewinn bei den Golden Globe f\u00fcr das Beste Drama, einen 100%-sicheren Sieg f\u00fcr Jessie Buckley als beste Hauptdarstellerin und f\u00fcr die Thematik an sich, denn die Academy liebt nach wie vor hoch emotionale Filme.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich versucht der Film die Dramatik zu er\u00f6rtern, wie William Shakespeare und seine Frau zu Lebzeiten mit dem Verlust ihres einzigen Sohnes klar gekommen sind. Eine \u00dcberlieferung diesbez\u00fcglich gibt es nicht \u2013 und Hamnet w\u00e4hlt einen \u00e4u\u00dferst gewagten wie mutigen Weg, der ihn zum umstrittensten Best-Picture-Kandidaten des Jahres macht. Kein Witz: Man liebt ihn oder man hasst ihn \u2013 je nachdem, ob man sich aufgrund von Max Richters Musik emotional manipuliert oder einfach nur den Tr\u00e4nen nahe f\u00fchlt.<\/p>\n<p>Doch nat\u00fcrlich tippe ich nicht wirklich auf Hamnet sondern auf One Battle After Another\u2026 oder\u2026 Sinners. Und zwischen den beiden Filmen wird es verflixt knapp.<\/p>\n<p>One Battle After Another ist ein wilder Ritt rund um eine linksextreme Organisation, die vornehmlich illegalen sowie an der Grenze eingesperrten Einwanderern zur Flucht verhilft. Dies geht so lange gut, bis sich mit Perfidia Beverly Hills eine der zentralen Mitgliedern abkapselt, ihre Freunde verr\u00e4t und die Flucht nach Mexiko antritt.<\/p>\n<p>Sechzehn Jahre sp\u00e4ter lebt ihr ehemaliger Lebensgef\u00e4hrte Pat Calhoun mitsamt der vermeintlich gemeinsamen Tochter Willa in st\u00e4ndiger Angst, von den Beh\u00f6rden und vor allem von dem ruchlosen Colonel Lockjaw geschnappt zu werden. Der hat schlie\u00dflich bereits zahlreiche Mitglieder der Organisation pers\u00f6nlich liquidiert und strebt eine Mitgliedschaft in einem rechtsextremen Geheimzirkel an. Das Problem: Ger\u00fcchten zufolge habe er eine Aff\u00e4re mit einer schwarzen Frau gehabt und ein Kind mit ihr \u2013 eben besagte Willa. Und Lockjaw m\u00f6chte tunlichst verhindern, dass aus diesem Ger\u00fccht eine Wahrheit wird und sich seine Tr\u00e4ume in Luft aufl\u00f6sen.<\/p>\n<p>One Battle After Another ist ein Potpourri aus allen m\u00f6glichen dramatischen wie kom\u00f6diantischen Stilmitteln und einer der besten Filme, die der legend\u00e4re Paul Thomas Anderson jemals gedreht hat. Er hat bereits jetzt so viele Preise gewonnen wie kein Film jemals zuvor. Darunter geh\u00f6ren der BAFTA (insgeheim als britischer Oscar bezeichnet), den Golden Globe f\u00fcr die Beste Kom\u00f6die, den Producer Guild Award, den Director Guild Award und Auszeichnungen der vier gr\u00f6\u00dften amerikanischen Kritikervereinigungen, ergo dem National Board of Review, dem New York Film Critics Circle, der Los Angeles Film Critics Association und den National Society of Film Critics. <\/p>\n<p>Gerade letzteres ist \u00e4u\u00dferst selten und war bislang den Filmklassikern Schindler\u2019s Liste, L.A. Confidential sowie The Social Network vorbehalten.<\/p>\n<p>Somit ist One Battle After Another sowohl bei den Kritikern als auch in der Filmindustrie au\u00dfergew\u00f6hnlich beliebt, was man anhand der vielen Gildenpreise sieht. Hinzu kommt der Fakt, dass Regisseur und Drehbuchautor Paul Thomas Anderson bislang keinen einzigen Oscar gewinnen konnte \u2013 und das obwohl er sehr gesch\u00e4tzt wird unter seinen Kollegen. Dies ist auch das wichtigste Narrativ f\u00fcr One Battle After Another: Das P.T.A. endlich seinen \u201eMoment\u201c erh\u00e4lt, \u00e4hnlich wie Christopher Nolan zwei Jahre zuvor mit Oppenheimer.<\/p>\n<p>Alles w\u00e4re somit in trockenen T\u00fcchern\u2026 wenn da nicht der andere gro\u00dfe Juggernaut w\u00e4re: Sinners.<\/p>\n<p>Anfang der 1930er Jahre kehren die Zwillinge Smoke und Stack zur\u00fcck in ihre Heimatstadt Clarksdale. Mit Kisten voller Geld, was sie mutma\u00dflich durch dubiose Mittel ergaunert haben, wollen die beiden einen Juke Joint er\u00f6ffnen (gleichbedeutend mit einer Kneipe von und f\u00fcr Afroamerikaner, in der sowohl Alkohol, Musik als auch Gl\u00fccksspiel angeboten wird).<\/p>\n<p>Doch am Abend der Er\u00f6ffnung droht eine unerwartete Gefahr: ans\u00e4ssige Bewohner, die sich als Vampire entpuppen und die Er\u00f6ffnungsfeier zur Rekrutierung weiterer Blutsauger nutzen wollen.<br \/>\nH\u00f6rt sich dieser Plot noch etwas arg fantastisch und weit hergeholt an, so sucht die Inszenierung ihres Gleichen. Regisseur Ryan Coogler hat weit mehr als einen plumpen Vampirfilm gedreht und erschl\u00e4gt uns mit atemberaubenden Bildern, nie zuvor gesehene Szenen und einer vorbildlichen Art der Gewaltdarstellung, die absolut schonungslos ist ohne unn\u00f6tig zu schockieren oder zu dramatisieren.<\/p>\n<p>Nun hat ausgerechet dieser Film, der zum Gro\u00dfteil aus schwarzen Darstellern besteht und Vampire als ein zentrales Plotelement nutzt, bereits jetzt einen sagenhaften Rekord erreicht: den f\u00fcr die meisten Oscar-Nominierungen.<\/p>\n<p>Vor zwei Monaten lag dieser Rekord bei vierzehn Nominierungen. One Battle After Another sitzt mit seinen dreizehn nur knapp darunter und somit auch in dieser Hinsicht in der allerbesten Siegposition. <\/p>\n<p>Sinners wurde bereits im Vorfeld als m\u00f6glicher Rekordbrecher gehandelt, auch weil es erstmals einen Oscar f\u00fcr das Beste Casting gibt und somit eine Nominierungskategorie mehr zur Wahl steht. Allerdings vergessen hier die meisten Oscar-Watcher, dass vor ein paar Jahren eine der Ton-Kategorien gestrichen wurde und somit die m\u00f6gliche Gesamtanzahl im Grunde die gleiche wie vor zwanzig, drei\u00dfig, vierzig Jahren ist.<\/p>\n<p>Und selbst wenn dem nicht so w\u00e4re: Sinners hat sechzehn Nominierungen ergattert und somit ZWEI mehr als All About Eve, Titanic sowie LaLa Land! Genau genommen ist der Film in praktisch jeder Kategorie nominiert, worin er nominiert werden konnte \u2013 streng genommen fehlt nur eine Erw\u00e4hnung f\u00fcr die Beste Hauptdarstellerin &#8211; und eine solche gibt es in Sinners schlichtweg nicht.<\/p>\n<p>Des Weiteren mag Sinners viele wichtige Preise gegen\u00fcber One Battle After Another verloren haben \u2013 aber er hat auch einen ganz gro\u00dfen gewonnen, n\u00e4mlich den f\u00fcr das Beste Ensemble bei den Actors Awards. Hatte man dies im Vorfeld noch irgendwie erwartet, so \u00fcberraschte Michael B. Jordan als Sieger in der Kategorie des Besten Hauptdarstellers \u2013 wozu ich sp\u00e4ter noch etwas mehr sagen werde. <\/p>\n<p>Nun w\u00e4re es nicht das erste Mal, dass ein Film diesen Preis f\u00fcr das Schauspielensemble gewinnt und am Ende dann doch bei den Oscars Best Picture verliert \u2013 siehe The Help, siehe Conclave, siehe The Trial of the Chicago 7. Die anderen Gildenpreise, allen voran jene von den Regisseuren und den Produzenten, sind viel \u201ezuverl\u00e4ssigere\u201c Vorboten eines m\u00f6glichen Oscar-Sieges. <\/p>\n<p>Aber mir ist bei s\u00e4mtlichen Preisverleihungen, egal ob den Globes, dem Critics Choice Award, dem BAFTA oder eben dem Actor Award, etwas viel pr\u00e4gnanteres aufgefallen: W\u00e4hrend jeder Sieg f\u00fcr One Battle After Another mit viel Respekt und Applaus begleitet wurde, tobte der Saal auch nur bei der Erw\u00e4hnung von Sinners. Und als zuerst Michael B Jordan und danach des Ensemble bei den Actor Awards gewann, da kam mir bei all dem Jubel nur eines in den Sinn: \u201eGenauso h\u00f6rte sich das an, als Parasite gewann\u2026 als CODA gewann\u2026 als Everything Everywhere All At Once gewann.\u201c Und die danach allesamt Best Picture bei den Oscars holten.<\/p>\n<p>Die Academy hat sich in den letzten Jahrzehnten stark ver\u00e4ndert und ist demographisch deutlich j\u00fcnger, diverser und internationaler. Aber zwei wesentliche Aspekte sind gleich geblieben: Der Anteil der Schauspieler ist nach wie vor der gr\u00f6\u00dfte unter den insgesamt etwas \u00fcber 10.000 Mitgliedern. Und am Ende siegt im Grunde der Film, der genau im richtigen Moment seinen \u201ePeak\u201c (zu gut Deutsch H\u00f6hepunkt) erreicht. <\/p>\n<p>Statistisch gesehen wird es so oder so eine Anomalie, einfach weil beide Filme derart stark sind. Alle Oscar-Watcher sind sich auch in einem Punkt sicher: W\u00e4re nur einer der beiden Filme im Rennen, dann w\u00e4re er der 1000%-ige Gewinner in den Kategorien Film, Regie und Drehbuch.<\/p>\n<p>Was es nicht einfacher macht, ist das relativ komplizierte Wahlsystem: Demnach soll jedes Academy-Mitglied nicht einfach seinen Lieblingsfilm deklarieren sondern alle zehn in einem Ranking auflisten. Am Ende gewinnt praktisch derjenige, der im Vergleich zu allen anderen Konkurrenten am weitesten oben platziert ist \u2013 ein System, das umstrittene Filme deutlich mehr abstraft als jene, die von allen gleicherma\u00dfen gemocht werden.<\/p>\n<p>So mancher argumentiert, dass allein deshalb Sinners das Nachsehen hat \u2013 denn am Ende des Tages reden wir von einer wilden Mischung aus amerikanischer Geschichte, aufw\u00e4ndig inszenierten Musikszenen und eben Vampiren.<\/p>\n<p>Aber auf der anderen Seite vergessen viele blinde Fans von One Battle After Another, dass auch ihr Liebling einen starken Gegenwind von all jenen erh\u00e4lt, die den ganzen Hype dahinter nicht verstehen. Oder (so leid es mir tut) ein grundlegendes Problem mit der angeblichen Wokeness von Hollywood haben. Oder der (ebenfalls traurigen) Tatsache, dass One Battle After Another einer der ganz seltenen Best-Picture-Gewinner w\u00e4re, die an der Kinokasse zu wenig Geld im Vergleich zum erstaunlich hohen Produktionsbudget eingespielt haben.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich pers\u00f6nlich ist es eine \u00e4hnliche Situation wie sechs Jahre zuvor mit Parasite gegen 1917. W\u00e4hrend ich vielleicht der gr\u00f6\u00dfte Sam-Mendes-Fan aller Zeiten bin und auch 1917 sehr stark finde, wollte ich partout nicht, dass Bong Joon-Ho und Parasite verlieren. Und nun w\u00fcrde ich es auf der einen Seite Paul Thomas Anderson so sehr w\u00fcnschen, dass er endlich seinen vermaledeiten Oscar gewinnt \u2013 und auf der anderen Seite hat mich Ryan Coogler sowohl mit dem Drehbuch als auch der Regie von Sinners derart verzaubert, weshalb ich bei jedem Sieg f\u00fcr diesen Film das Haus vor Freude zusammenschreie. Auch wenn ich beispielsweise Michael B Jordan selbst gar nicht als Hauptdarsteller auszeichnen w\u00fcrde \u2013 ist mir egal, solange Sinners so viel erh\u00e4lt wie nur irgendm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Mein Herz ist also fest gesetzt\u2026 aber was sage ich nun voraus? Ganz einfach: Ich mache es exakt genauso wie damals bei Parasite versus 1917 und w\u00e4hle bewusst NICHT, was ich mir w\u00fcnsche. Somit werde ich letztlich entweder korrekt den Sieger vorher gesagt haben\u2026 oder mein Wunsch wird tats\u00e4chlich in Erf\u00fcllung gehen.<\/p>\n<p>Langer Rede, kurzer Sinn: One Battle After Another bekommt von mir ein 50%-ige Siegchance und Sinners eine 49%-ige. Rien ne va plus, nichts geht mehr.<\/p>\n<p>Frontrunner: One Battle After Another (50%)<br \/>\nSpoiler: Sinners (49%)<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>01.Sinners<br \/>\n02.Hamnet<br \/>\n03.One Battle after Another<br \/>\n04.Train Dreams<br \/>\n05.Sentimental Value<br \/>\n06.Frankenstein<br \/>\n07.Marty Supreme<br \/>\n08.Bugonia<br \/>\n09.F1<br \/>\n10.The Secret Agent<\/p>\n<p>==========<br \/>\nBest Director<br \/>\n==========<\/p>\n<p>Noch nie hat ein schwarzer Regisseur oder eine schwarze Regisseurin den Oscar f\u00fcr die beste Regie erhalten \u2013 obwohl mit 12 Years A Slave und Moonlight bereits zwei Filme von jeweils einem schwarzen Regisseur \u201eBest Picture\u201c gewonnen haben. Sollte Sinners es tats\u00e4chlich schaffen und One Battle After Another in der letzten Minute \u00fcberholen, dann k\u00f6nnte es der dritte Film sein \u2013 denn leider hat Ryan Coogler so gut wie keine Chance in dieser Kategorie gegen Paul Thomas Anderson.<\/p>\n<p>Wobei ich mich vorrangig auf die bereits von ihm gewonnenen Preise st\u00fcrze, allen voran den BAFTA, den Golden Globe und den Director Guild Award. Das Argument, Paul Thomas Anderson sei \u00fcberf\u00e4llig und w\u00fcrde allein deshalb diesen Oscar gewinnen, z\u00e4hlt f\u00fcr mich nur bedingt. Weil er WIRD definitiv den Preis f\u00fcr das Beste Adaptierte Drehbuch erhalten und so oder so mit einer goldenen Statuette nach Hause gehen.<\/p>\n<p>Ergo ist da eine winzig kleine Chance f\u00fcr Coogler, eben allein wegen des am Anfang von mir erw\u00e4hnten Defizits: noch nie hat ein schwarzer Regisseur diesen Preis bei den Oscars gewonnen\u2026 und wird es nicht langsam mal Zeit? Aber hier spricht vielleicht auch nur mein pers\u00f6nliches Empfinden, das Cooglers Leistung in Sinners ganz klar \u00fcber der von Paul Thomas Anderson stellt.<\/p>\n<p>Frontunner: Paul Thomas Anderson (One Battle After Another) (80%)<br \/>\nSpoiler: Ryan Coogler (Sinners) (20%)<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.Ryan Coogler (Sinners)<br \/>\n2.Paul Thomas Anderson (One Battle After Another)<br \/>\n3.Chloe Zhao (Hamnet)<br \/>\n4.Joachim Trier (Sentimental Value)<br \/>\n5.Josh Safdie (Marty Supreme)<\/p>\n<p>=========<br \/>\nBest Actress<br \/>\n=========<\/p>\n<p>Ja, gut, \u00e4h\u2026 wenn Jessie Buckley diesen Oscar an IRGENDWEN verlieren sollte, dann k\u00f6nnen wir alle Prognosen von s\u00e4mtlichen Oscar-Fans getrost in die Tonne kippen. Einfach weil wir zwischendurch in ein anderes Universum geswitcht sind.<\/p>\n<p>Ansonsten ein kurzer Kommentar \u00fcber jene Darstellerin, die \u00fcberraschend nicht nominiert ist: Chase Infiniti war eigentlich hier als nahezu gesetzt, im Hype rund um One Battle After Another und nachdem sie f\u00fcr alle anderen relevanten Preise ber\u00fccksichtigt wurde. Aber ihr Fehlen ist eventuell ein weiterer, kleiner Indikator daf\u00fcr, dass One Battle im Gegensatz zu Sinners dann doch kein Garant f\u00fcr alle Oscars dieser Welt sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Frontrunner: Jessie Buckley (Hamnet) (100%)<br \/>\nSpoiler: &#8211;<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.Jessie Buckley (Hamnet)<br \/>\n2.Rose Byrne (If I Had Legs I\u2019d Kick You)<br \/>\n3.Kate Hudson (Song Sung Blue)<br \/>\n4.Emma Stone (Bugonia)<br \/>\n5.Renate Reinsve (Sentimental Value)<\/p>\n<p>========<br \/>\nBest Actor<br \/>\n========<\/p>\n<p>Lange Zeit galt Timoth\u00e9e Chalamet als unangefochtener Frontrunner f\u00fcr den Oscar als Bester Hauptdarsteller. Schlie\u00dflich hat er letztes Jahr vermutlich nur knapp gegen Adrian Brody verloren und die meisten Cineasten sehen seine Leistung in Marty Supreme als seine bisherige Glanzleistung. <\/p>\n<p>Nur\u2026 warum gewinnt er dann nicht genau wie Buckley einen Preis nach dem anderen? Bei den Golden Globes und dem Critics Choice Award verlief doch noch alles nach Plan \u2013 aber danach verliert er in England den BAFTA gegen den v\u00f6llig unbekannten Robert Aramayo, dessen Film I Swear noch gar nicht den USA ver\u00f6ffentlicht wurde und deshalb gar nicht f\u00fcr einen Oscar nominiert werden konnte. <\/p>\n<p>Und als N\u00e4chstes stolpert Chalament bei den Actor Awards \u2013 dem eigentlich besten Vorboten f\u00fcr den Oscar. Stattdessen siegte hier wie bereits erw\u00e4hnt Michael B. Jordan f\u00fcr Sinners\u2013 und der Jubel vor Ort sprach B\u00e4nde.<\/p>\n<p>Jeder hat es Michael B. Jordan geg\u00f6nnt und gleichwohl er zuvor praktisch keinen anderen Preis ergattern konnte, wird er pl\u00f6tzlich von nahezu jedem Oscar-Watcher als der Frontrunner bei den Oscars bezeichnet.<\/p>\n<p>Ich gehe da nicht ganz mit\u2026 denn in meinen Augen hat Chalamet den Actor Award deshalb \u201e\u00fcberraschend\u201c verloren, weil er den gleichen Preis im Jahr zuvor \u201e\u00fcberraschend\u201c gewonnen hat. <\/p>\n<p>Ein weiteres Argument der Pro-Jordan-Argumentation: Chalamets Auftreten sei alles andere als Academy-freundlich. Er sei zu \u00fcberheblich, zu siegessicher und nicht zuletzt auch noch zu jung f\u00fcr einen Oscar als Bester Hauptdarsteller. Hier k\u00f6nnte in der Tat etwas dran sein, aber dann m\u00fcssten sich alle Chalamet-Gegner gesammelt hinter einen anderen Kandidaten stellen \u2013 und ob das wirklich f\u00fcr Michael B. Jordan reicht, der wie gesagt keinen anderen relevanten Preis zuvor gewonnen hat? <\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht\u2026 zudem mit Wagner Moura f\u00fcr The Secret Agent noch ein echtes Dark Horse im Rennen ist, das f\u00fcr den Actor Award gar nicht erst nominiert gewesen ist und sich daf\u00fcr bei den Golden Globes durchsetzte.<\/p>\n<p>All dieses hin und her zusammengenommen bleibe ich bei Timoth\u00e9e Chalamet\u2026 gleichwohl mit Bauchschmerzen. Aber am Ende des Tages ist seine Rolle derart dominant und seine Leistung entscheidend f\u00fcr den Erfolg von Marty Supreme gewesen. Zudem Chalamet sichtlich viel daf\u00fcr gearbeitet hat und ich ihm den Oscar allein f\u00fcr seine sensationell gut aussehende Tischtennis-Man\u00f6vers geben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Frontrunner: Timoth\u00e9e Chalamet (Marty Supreme) (40%)<br \/>\nSpoiler: Michael B. Jordan (Sinners) (30%)<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.Timoth\u00e9e Chalamet (Marty Supreme)<br \/>\n2.Leonardo DiCaprio (One Battle After Another)<br \/>\n3.Ethan Hawke (Blue Moon)<br \/>\n4.Michael B. Jordan (Sinners)<br \/>\n5.Wagner Moura (The Secret Agent)<br \/>\n==================<br \/>\nBest Supporting Actress<br \/>\n==================<\/p>\n<p>Dieses Rennen ist so aus dem Ruder gelaufen, weshalb ich mir sicher bin: Sollte ich irgendwo falsch tippen, dann hier. <\/p>\n<p>Also: Rein auf dem Papier hat Amy Madigon f\u00fcr Weapons die besten Karten. Sie hat den Critics Choice Award und vor allem den Actor Award gewonnen. Zudem ist sie eine \u00e4ltere Veteranin, die noch nie einen Oscar erhalten hat. Ihre Rolle in Weapons wird ganz klar am meisten in Erinnerung bleiben \u2013 nur leider ist es eine Rolle f\u00fcr einen Horrorfilm und zudem die einzige Nominierung, die der Film erhalten hat.<\/p>\n<p>Selbst der Filmklassiker Rosemary\u2019s Baby, wof\u00fcr die legend\u00e4re Ruth Gordon einen Oscar erhielt, war zumindest noch f\u00fcr das Beste Drehbuch nominiert. Und, zudem, Amy Madigan in allen Ehren: Sie ist KEINE Ruth Gordon.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite hat Madigans versammelte Konkurrenz jeweils einen dicken Pferdefu\u00df am Bein: <\/p>\n<p>&#8211; Teyana Taylor verschwindet nach gut einer halben Stunde und ward abseits eines Monologs aus dem Off nicht mehr gesehen oder geh\u00f6rt.<br \/>\n&#8211; Inga Ibsdotter Lilleaas und Elle Fanning spielen im selben Film mit und k\u00f6nnten sich gegenseitig die Simmen wegnehmen. Und w\u00e4hrend Lilleaas von den meisten Cineasten als bessere Schauspielerin bezeichnet wird, ist Fanning deutlich bekannter unter ihren Kollegen.<br \/>\n&#8211; Bleibt noch Wunmi Mosaku, die immerhin den BAFTA als Beste Nebendarstellerin ergattert hat. Vielleicht nur deshalb, weil sie selbst Britin ist \u2013 aber ihre Rolle ist alles andere als typisch britisch oder auch nur europ\u00e4isch. Ihr Pferdefu\u00df ist eher, dass sie eine durchweg gute Leistung vollbringt, ohne jedoch mit einer besonderen Highlight-Szene zu gl\u00e4nzen, die allen im Ged\u00e4chtnis bleibt.<\/p>\n<p>Am Ende tippe ich trotzdem knapp auf Mosaku, weil Sinners bei den Schauspielern doch sehr beliebt ist und sie sich wie der beste gemeinsame Nenner anf\u00fchlt. Aber hoffen tue ich in diesem speziellen Fall auf Amy Madigan \u2013 nicht zuletzt, weil ihr Film Weapons in meinen Augen zu Unrecht keine weitere Oscar-Nominierung erhalten hat.<\/p>\n<p>Frontrunner: Wunmi Mosaku (Sinners) (30%)<br \/>\nSpoiler: Amy Madigan (Weapons) (25%)<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.Amy Madigan (Weapons)<br \/>\n2.Teyana Taylor (One Battle After Another)<br \/>\n3.Inga Ibsdotter Lilleaas (Sentimental Value)<br \/>\n4.Wunmi Mosaku (Sinners)<br \/>\n5.Elle Fanning (Sentimental Value)<\/p>\n<p>================<br \/>\nBest Supporting Actor<br \/>\n================<\/p>\n<p>Als ich Sean Penn in One Battle After Another gesehen habe, da dachte ich mir: Der gewinnt hier seinen dritten Oscar. Punkt. Denn seine Rolle reiht sich ein in die anderer B\u00f6sewichter-Sieger wie Javier Bardem f\u00fcr No Country for Old Men, Christoph Waltz f\u00fcr Inglourious Basterds oder Heath Ledger f\u00fcr The Dark Knight.<\/p>\n<p>Aber dann hat Sean Penn erstmal nichts gewonnen \u2013 sprich: Er ging sowohl bei den Golden Globes als auch dem Critics Choice Award leer aus, w\u00e4hrend sein Kollege Benicio Del Toro erstaunlich viele Kritikerpreise sammelte. Es sah demnach aus, als ob ich mit meinem urspr\u00fcnglichen Instinkt Unrecht gehabt h\u00e4tte \u2013 und pl\u00f6tzlich, zack-zack, heimst Penn im Doppelpack den BAFTA und den Actor Award sein. Was umso wichtiger ist, weil das genau die beiden Preise sind, in denen es bei den W\u00e4hlern eine Schnittmenge mit der Academy und somit den Oscars gibt.<\/p>\n<p>Was gegen Penn spricht: Es w\u00e4re eben sein dritter Oscar \u2013 und gleichwohl diese Barriere in letzter Zeit doch erstaunlich viele Schauspieler geknackt haben (siehe Daniel Day-Lewis, siehe Frances McDormand, siehe Meryl Streep), so ist Penn nicht gerade der Beliebteste unter seiner Zunft. Den BAFTA k\u00f6nnte er deshalb gewonnen haben, weil das dort sein erster Preis auf britischem Territorium gewesen ist. Seine Abwesenheit bei all den Preisverleihungen r\u00fcckt ihn auch nicht gerade in ein gutes Licht und am Endes des Tages wird es ihm auch am meisten egal sein, ob er gewinnt oder nicht.<\/p>\n<p>Die Frage w\u00e4re nur: Wer gewinnt dann? Und ja, ich tippe als Spoiler auf einen Au\u00dfenseitersieg f\u00fcr Delroy Lindo f\u00fcr Sinners. Seine Nominierung war eine enorm positive \u00dcberraschung, die sehr gro\u00df und sehr stark gefeiert wurde \u2013 speziell nachdem er \u00fcberall sonst \u00fcbergangen wurde.<\/p>\n<p>Und vergesst mir nicht Stellan Skarsgard, der eigentlich das Narrativ des \u201e\u00fcberf\u00e4llig f\u00fcr einen Oscar\u201c intus haben m\u00fcsste. Nur\u2026 warum hat er dann nur den Golden Globe gewonnen und ansonsten nichts weiter? <\/p>\n<p>Frontrunner: Sean Penn (One Battle After Another) (40%)<br \/>\nSpoiler: Delroy Lindo (Sinners) (25%)<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.Sean Penn (One Battle After Another)<br \/>\n2.Stellan Skarsgard (Sentimental Value)<br \/>\n3.Delroy Lindo (Sinners)<br \/>\n4.Jacob Elordi (Frankenstein)<br \/>\n5.Benicio Del Toro (One Battle After Another)<\/p>\n<p>==================<br \/>\nBest Original Screenplay<br \/>\n==================<\/p>\n<p>Egal wie das Best-Picture-Rennen ausgehen wird: Ryan Coogler wird nicht leer ausgehen. Er wird in jedem Fall diesen Drehbuch-Preis bekommen. Obwohl Sentimental Value, Marty Supreme und It Was Just an Accident nicht zu verachten sind, so ist dies hier die sicherste Chance, dass Coogler am Ende mehr ist als einfach nur ein Academy-Award-Nominee.<\/p>\n<p>Frontrunner: Sinners (100%)<br \/>\nSpoiler: &#8211;<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.Sinners<br \/>\n2.Marty Supreme<br \/>\n3.Sentimental Value<br \/>\n4.It Was Just an Accident<br \/>\n5.Blue Moon<\/p>\n<p>==================<br \/>\nBest Adapted Screenplay<br \/>\n==================<\/p>\n<p>Siehe Originaldrehbuch: Der Oscar f\u00fcr das Beste Adaptierte Drehbuch ist Paul Thomas Anderson nicht zu nehmen. Somit sollten sowohl er als auch Coogler gemeinsam als Gewinner vom Platz gehen. Die Frage ist nur: Wer bekommt dar\u00fcber hinaus wie viele Oscars?<\/p>\n<p>Frontrunner: One Battle After Another (100%)<br \/>\nSpoiler: &#8211;<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.One Battle After Another<br \/>\n2.Hamnet<br \/>\n3.Train Dreams<br \/>\n4.Bugonia<br \/>\n5.Frankenstein<\/p>\n<p>=============<br \/>\nBest Film Editing<br \/>\n=============<\/p>\n<p>Kurz sah es danach aus, als ob F1 aufgrund seines Genres mit dem Besten Filmschnitt nach Hause geht. Aber zum Gl\u00fcck (!) haben die Gilden anders entschieden und lieber One Battle After Another (als Bester Filmschnitt f\u00fcr eine Kom\u00f6die) und Sinners (als Bester Filmschnitt f\u00fcr ein Drama) pr\u00e4miert.<\/p>\n<p>Am Ende des Tages verdient One Battle diesen Oscar, zum einen weil der Film hervorragend s\u00e4mtliche Zeitspr\u00fcnge managt, zum zweiten trotz seiner L\u00e4nge von \u00fcber 2 \u00bd Stunden sich nirgends lang oder z\u00e4h gezogen anf\u00fchlt und zum dritten die abschlie\u00dfende Verfolgungsjagd nicht zuletzt aufgrund des Schnitts so gut funktioniert. <\/p>\n<p>Sollte jedoch die Begeisterung bez\u00fcglich Sinners \u00fcberhand nehmen, dann k\u00f6nnte es zu einer \u00dcberraschung kommen \u2013 \u00e4hnlich wie im Jahr zuvor mit Anora.<\/p>\n<p>Frontrunner: One Battle After Another (80%)<br \/>\nSpoiler: Sinners (10%)<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.One Battle After Another<br \/>\n2.F1<br \/>\n3.Sinners<br \/>\n4.Sentimental Value<br \/>\n5.Marty Superme<\/p>\n<p>=========<br \/>\nBest Casting<br \/>\n=========<\/p>\n<p>Zum ersten Mal gibt es einen Oscar f\u00fcr das Beste Casting und irgendwie sind sich alle einig, dass als erstes Sinners davon profitieren wird. Denn w\u00e4hrend One Battle After Another mehr gro\u00dfe Hollywood-Stars vereint und die eher kleinen Rollen in den Hintergrund geraten, so f\u00fchlt sich das Ensemble von Sinners runder und kompletter an. Zudem ist das Casting von Miles Caton als Sammie Moore ein echter Gl\u00fccksgriff.<\/p>\n<p>Frontrunner: Sinners (70%)<br \/>\nSpoiler: One Battle After Another (30%)<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.Sinners<br \/>\n2.One Battle after Another<br \/>\n3.Marty Supreme<br \/>\n4.Secret Agent, The<br \/>\n5.Hamnet<\/p>\n<p>================<br \/>\nBest Cinematography<br \/>\n================<\/p>\n<p>Hier schwimme ich bewusst gegen den Strom, nachdem One Battle After Another fast alle wichtigen Kamera-Preise gewonnen hat und somit der klare Frontrunner sein m\u00fcsste. Jedoch ist die Academy weniger ein Fan von solch cleveren Kamera-F\u00fchrung und mag mehr tolle, bunte Bilder \u2013 weshalb in der Vergangenheit beispielsweise Pan\u2019s Labyrinth vor Children of Men, Hugo vor The Tree of Life oder La La Land vor Lion gewann.<\/p>\n<p>Die Kamera in One Battle After Another ist sehr stark und besonders in der Verfolgungsjagd regelrecht innovativ eingesetzt. Aber auf der anderen Seite steht die beeindruckende Kulisse von Sinners, gepaart mit dem stetigen Wechsel des Bildformats.<\/p>\n<p>Zum Schluss w\u00e4re ein Sieg f\u00fcr Sinners ein echtes Novum, weil der Oscar erstmals an eine Frau ginge. Allerdings bef\u00fcrchte ich, dass dieser Fakt kaum bekannt ist. Schlie\u00dflich stehen auf dem Wahlzettel bei den meistern Kategorien nur der Filmname und nicht der\/die Verantwortliche mit Namen \u2013 weshalb viele Academy-Mitglieder gar nicht wissen, dass die Sinners einer Kamerafrau hat.<\/p>\n<p>Frontrunner: Sinners (40%)<br \/>\nSpoiler: One Battle After Another (35%)<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.Sinners<br \/>\n2.Train Dreams<br \/>\n3.One Battle after Another<br \/>\n4.Frankenstein<br \/>\n5.Marty Supreme<\/p>\n<p>=============<br \/>\nBest Production Design<br \/>\n=============<\/p>\n<p>Merke: Ist ein Film von Guillermo del Toro im Rennen f\u00fcr mehrere Oscars, dann ist ihm der Preis f\u00fcr das Beste Produktionsdesign nicht zu nehmen. Das gilt freilich auch f\u00fcr das verboten sch\u00f6ne Frankenstein, gleichwohl auch hier Sinners oder gar Marty Supreme aufgrund seiner toll in Szene gestellten Sporthallen gl\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Frontrunner: Frankenstein (90%)<br \/>\nSpoiler: Sinners (5%)<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.Frankenstein<br \/>\n2.Sinners<br \/>\n3.Marty Supreme<br \/>\n4.Hamnet<br \/>\n5.One Battle After Another<\/p>\n<p>================<br \/>\nBest Costume Design<br \/>\n================<\/p>\n<p>Ein weiterer Oscar f\u00fcr Frankenstein, aber kein absolut sicherer. Schlie\u00dflich ist die Kost\u00fcmdesignerin von Sinners beileibe keine Unbekannte und konnte bereits f\u00fcr zwei Filme von Ryan Coogler gewinnen, n\u00e4mlich f\u00fcr die beiden Black-Panther-Teile.<\/p>\n<p>Frontrunner: Frankenstein (80%)<br \/>\nSpoiler: Sinners (15%)<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.Sinners<br \/>\n2.Hamnet<br \/>\n3.Frankenstein<br \/>\n4.Marty Supreme<br \/>\n5.Avatar: Fire and Ash<\/p>\n<p>=====================<br \/>\nBest Makeup and Hairstyling<br \/>\n=====================<\/p>\n<p>Dieser Oscar ist wiederum fest in Frankensteins H\u00e4nden \u2013 alleine f\u00fcr das Makeup von Frankensteins Monster, das sich stark von allen vorhergehenden Verfilmungen unterscheidet und die Kunst einer Kreatur schafft, die gleichzeitig entstellt und sch\u00f6n wirkt.<\/p>\n<p>Ansonsten haben die Makeup-K\u00fcnstler unter der Academy eine sehr originelle Auswahl getroffen und drei Filme nominiert, die ansonsten komplett unber\u00fccksichtigt gewesen w\u00e4ren. Und ich besonders f\u00fcr die Erw\u00e4hnung von The Ugly Stepsister dankbar bin.<\/p>\n<p>Frontrunner: Frankenstein (90%)<br \/>\nSpoiler: The Smashing Machine (5%)<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.Frankenstein<br \/>\n2.The Ugly Stepsister<br \/>\n3.The Smashing Machine<br \/>\n4.Sinners<br \/>\n5.Kokuho<\/p>\n<p>==============<br \/>\nBest Original Score<br \/>\n==============<\/p>\n<p>So langsam wird die Dominanz von Ludwig G\u00f6ransson unheimlich, aber was soll man denn sonst machen, wenn der Junge sich dreimal innerhalb von acht Jahren derart steigert und \u00fcbertrifft? Der Schwede sollte jedenfalls nach Black Panther und Oppenheimer hier locker seinen dritten Oscar einstreichen.<\/p>\n<p>Minimale Au\u00dfenseiterchancen sehe ich nur bei Max Richters Hamnet \u2013 einfach um ihn im Nachhinein f\u00fcr das fantastische On The Nature of Daylight zu ehren, das nat\u00fcrlich auch in Chloe Zhaos emotionalem Meisterwerk zum Einsatz kommt.<\/p>\n<p>Frontrunner: Sinners (80%)<br \/>\nSpoiler: Hamnet (15%)<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.Sinners<br \/>\n2.Hamnet<br \/>\n3.One Battle after Another<br \/>\n4.Frankenstein<br \/>\n5.Bugonia<\/p>\n<p>==============<br \/>\nBest Original Song<br \/>\n==============<\/p>\n<p>Mark my words: Wenn dieser Preis weder an Golden noch I Lied To You geht, dann schalte ich ab. Beide Songs stehen mit einem himmelweitem Abstand \u00fcber den drei anderen \u2013 gleichwohl das auf Klassik getrimmte Sweet Dreams of Joy viel Stil hat und \u00fcberraschend gut funktioniert.<\/p>\n<p>Unter normalen Umst\u00e4nden sollte der Oscar an Golden gehen, schlichtweg weil der Song \u00e4hnlich ph\u00e4nomenal sowie kultig ist wie Let It Go aus Frozen. F\u00fcr I Lied To You spricht wiederum, dass dieser Song der zentrale Angelpunkt der besten Szene des ganzen Filmes ist. Allerdings funktioniert diese mehr aufgrund von Ryan Cooglers abartig mutiger Regie und weniger wegen der Qualit\u00e4t des Songs an sich.<\/p>\n<p>Frontrunner: Golden (KPop Demon Hunters) (60%)<br \/>\nSpoiler: I Lied To You (Sinners) (40%)<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.Golden (KPop Demon Hunters)<br \/>\n2.I Lied To You (Sinners)<br \/>\n3.Sweet Dreams Of Joy (Viva Verdi!)<br \/>\n4.Train Dreams (Train Dreams)<br \/>\n5.Dear Me (Diane Warren: Relentless)<\/p>\n<p>========<br \/>\nBest Sound<br \/>\n========<\/p>\n<p>Joseph Kosinskis letzter Film, n\u00e4mlich Top Gun Maverick, gewann vor drei Jahren nur den Oscar f\u00fcr den Besten Sound \u2013 und weil F1 von einem \u00e4hnlichen Kaliber ist plus herrlich laute Motorensounds hervorzaubert, sollte es erneut klappen.<\/p>\n<p>Aber passt auf Sir\u00e2t auf: \u00c4hnlich wie The Zone of Interest k\u00f6nnte der Film in dieser Kategorie allein deshalb gewinnen, weil bereits die Nominierung dieses fremdsprachige Underdogs f\u00fcr gro\u00dfes Hallo und viel Zuspruch sorgte.<\/p>\n<p>Frontrunner: F1 (70%)<br \/>\nSpoiler: Sir\u00e2t (20%)<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.F1<br \/>\n2.Sir\u00e2t<br \/>\n3.Sinners<br \/>\n4.One Battle after Another<br \/>\n5.Frankenstein<\/p>\n<p>==============<br \/>\nBest Visual Effects<br \/>\n==============<\/p>\n<p>Avatar: Fire and Ash wurde fast komplett von der Academy ignoriert \u2013 und trotzdem verdient der Film den Oscar f\u00fcr die besten Visuellen Effekte. Denn auch wenn so mancher inzwischen von der Story genervt ist: Fire and Ash zeigt mir erneut Bilder, die ich nie zuvor gesehen habe.<\/p>\n<p>Minimale Au\u00dfenseiterchancen gebe ich Sinners und F1, weil es noch nicht allzu lange her ist, dass in dieser Kategorie stets einer der Best-Picture-Kandidaten gewinnt. Also sofern \u00fcberhaupt einer nominiert ist, versteht sich. Eine Regel, die eiskalt vor zehn gebrochen wurde und als mit Ex Machina der mit Abstand unwahrscheinlichste Sieger gegen\u00fcber solch Kalibern wie The Revenant, Mad Max Fury Road, The Martian oder Star Wars The Force Awakens gek\u00fcrt wurde.<\/p>\n<p>Frontrunner: Avatar: Fire and Ash (95%)<br \/>\nSpoiler: Sinners (5%)<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.Avatar: Fire and Ash<br \/>\n2.The Lost Bus<br \/>\n3.Sinners<br \/>\n4.F1<br \/>\n5.Jurassic World Rebirth<\/p>\n<p>===================<br \/>\nBest International Feature<br \/>\n===================<\/p>\n<p>Fr\u00fcher gab es eine einfache Regel: Wenn einer der Kandidaten f\u00fcr \u201eBest International Feature\u201c auch als \u201eBest Picture\u201c nominiert ist, dann gewinnt er in jedem Fall diesen Oscar hier. Die einzige Ausnahme dieser Regel ist bislang Emilia Perez \u2013 und das obwohl der Film satte dreizehn Oscar-Nominierungen erhielt und zwischenzeitlich sogar als m\u00f6glicher \u201eBest-Picture\u201c-Gewinner gehandelt wurde. Doch dann folgte ein beispielloser Backlash und eine der gr\u00f6\u00dften \u201eHate\u201c-Kampagnen, die ich je bez\u00fcglich eines Oscar-Films gesehen habe.<\/p>\n<p>In meinen Augen \u00fcbrigens nicht ganz zu Unrecht, denn bis heute ist es f\u00fcr mich ein R\u00e4tsel, woher diese urspr\u00fcngliche \u201eLiebe\u201c f\u00fcr Emilia Perez \u00fcberhaupt r\u00fchrte. Etwas was ich nur sehr selten \u00fcber die Oscars sage.<\/p>\n<p>Nun gab es noch einen weiteren Grund, warum Jacques Audiards umstrittenes Musical verloren hat: Erstmals \u00fcberhaupt in der Geschichte der Academy Awards waren ZWEI Filme sowohl in der Kategorie \u201eBest Picture\u201c als auch \u201eBest International Feature\u201c nominiert. Ergo war es von vorneherein klar, dass die zu Anfangs erw\u00e4hnte Regel gebrochen werden w\u00fcrde \u2013 und in der Tat siegte am Ende der andere Film, namentlich I\u2019m Still Here.<\/p>\n<p>Dieses Jahr scheint sich das Szenario zu wiederholen, denn erneut sind mit Sentimental Value und The Secret Agent gleich zwei Filme in eben diesen beiden Kategorien nominiert. Und w\u00e4hrend Sentimental Value mit neun Oscar-Nominierung deutlich besser dasteht, lauert wieder, genau wie im letzten Jahr, mit The Secret Agent ein Underdog aus Brasilien im Hintergrund. Der zudem bereits den Golden Globe und den Critics Choice Award als bester internationaler Film gewinnen konnte.<\/p>\n<p>Trotzdem tippe ich diesmal auf den Film aus Norwegen und zwar aus drei Gr\u00fcnden. Zum einen hat Sentimental Value \u00fcberraschend viele Oscar-Nominierungen und dies auch in Kategorien erhalten, in denen man es nicht erwartet h\u00e4tte (allen voran vier Schauspieler-Preise, Beste Regie und Bester Filmschnitt). Zum zweiten leidet der Film von Joachim Trier bei weitem nicht unter dem gleichen Backlash wie Emilia Perez und eine \u00e4hnliche Hate-Kampagne ist nirgends in Sicht.<\/p>\n<p>Zu guter Letzt w\u00e4re da die Thematik, denn Sentimental Value dreht sich rund um einen alternden Regisseur und sein zerr\u00fcttetes Verh\u00e4ltnis zu seinen beiden T\u00f6chtern \u2013 von denen eine sich mal als Schauspielerin versuchte und letztlich lieber eine Familie gr\u00fcndete und die andere mit Panikattacken auf der Theaterb\u00fchne zu k\u00e4mpfen hat. All das sind Themen, mit denen Academy-Mitglieder viel st\u00e4rker f\u00fchlen und sich damit assoziieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zu den anderen drei nominierten Filmen: W\u00e4hrend das mutige Sir\u00e2t und das gro\u00dfartig gedrehte The Voice of Hind Rajab einfach gl\u00fccklich sein d\u00fcrfen, mit dabei sein zu d\u00fcrfen, hat It Was Just an Accident starke Au\u00dfenseiterchancen auf den Oscar. Der Film stammt von einem iranischen Regisseur namens Jafar Panahi, der regelm\u00e4\u00dfig Regime-kritische Filme dreht und daf\u00fcr mehrfach zu hohen Haftstraften verurteilt wurde.<\/p>\n<p>Aus dem Grund ist sein neuestes Werk auch von einem der europ\u00e4ischen Vertriebe, genauer gesagt einem franz\u00f6sischen, eingereicht worden. Und wenn die Academy ein Zeichen bez\u00fcglich des aktuellen Iran-Kriegs setzen m\u00f6chte UND gleichzeitig Sentimental Value sowie The Secret Agent sich gegenseitig die Stimmen weg nehmen\u2026 nun\u2026 dann k\u00f6nnte es in dieser Kategorie zu einer kleinen Sensation kommen.<\/p>\n<p>Frontrunner: Sentimental Value (Norwegen) (50%)<br \/>\nSpoiler: The Secret Agent (Brasilien) (45%)<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.The Voice of Hind Rajab (Tunesien)<br \/>\n2.Sentimental Value (Norwegen)<br \/>\n3.It Was Just an Accident (Frankreich)<br \/>\n4.The Secret Agent (Brasilien)<br \/>\n5.Sir\u00e2t (Spanien)<\/p>\n<p>=================<br \/>\nBest Animated Feature<br \/>\n=================<\/p>\n<p>Normalerweise sollte man nie gegen Disney oder Pixar wetten, aber in diesem Fall ist der Hype rund um Kpop Demon Hunters einfach nicht zu ignorieren. Zudem der noch gr\u00f6\u00dfte Konkurrent in Form von Zootopia 2 das Makel der Fortsetzung bei sich tr\u00e4gt \u2013 und in der Kategorie Best Animated Feature ist dies gleichbedeutend mit einem Todesurteil, sofern du nicht Toy Story hei\u00dft&#8230;<\/p>\n<p>Frontrunner: Kpop Demon Hunters (90%)<br \/>\nSpoiler: Zootopia 2 (10%)<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.KPop Demon Hunters<br \/>\n2.Zootopia 2<br \/>\n3.Little Am\u00e9lie or the Character of Rain<br \/>\n4.Arco<br \/>\n5.Elio<\/p>\n<p>===================<br \/>\nBest Documentary Feature<br \/>\n===================<\/p>\n<p>F\u00fcnf wirklich gute Dokumentationen, die allesamt andere Themen behandeln und auf sehr unterschiedliche Arten pr\u00e4sentieren \u2013 ein Garant f\u00fcr ein spannendes Rennen?<\/p>\n<p>Nun, nicht wirklich \u2013 denn The Perfect Neighbor hat aufgrund seines fantastischen Schnitts und seiner brisanten Thematik, die besonders den aktuellen Zeitgeist der Amerikaner trifft, klar die Nase vorne. Es ist eine dieser Dokus, die in ihrer Machart als Spielfilm durchgehen k\u00f6nnten \u2013 also komplett ohne Erz\u00e4hler auskommen und einzig die vor Ort aufgezeichneten Kameraaufnahmen sprechen lassen. So wird der nach wie vor herrschende Rassismus am besten entlarvt, der in diesem Falle zum Tode einer schwarzen Mutter f\u00fchrte und nur weil eine wei\u00dfe Frau sich aufgrund ihrer paranoiden Vorurteile zu Unrecht bedroht gef\u00fchlt hat.<\/p>\n<p>Pers\u00f6nlich w\u00fcrde ich es jedoch mehr The Alabama Solution g\u00f6nnen, einer Ansammlung von Handy-Aufzeichnungen eines v\u00f6llig verwahrlosten Gef\u00e4ngnisses inmitten von Alabama \u2013 und das in der Tat Zustande aufdeckt, die ich in der Gr\u00f6\u00dfenordnung nicht erwartet h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Oder wie w\u00e4re es mit dem cleveren Ein Nobody gegen Putin, wo ein russischer Lehrer zu Beginn des Russland-Ukraine-Kriegs seinen Lehrplan umschmeisen und Propaganda-Videos f\u00fcr die russische Bev\u00f6kerung drehen soll? Weil er darauf keine Lust hat, macht er Gute Miene zum B\u00f6sen Spiel \u2013 und ist mitsamt den Aufzeichnungen aus seiner Heimat geflohen, um gemeinsam mit David Borenstein einen Dokumentarfilm \u00fcber die manipulativen Machenschaften der russischen Regierung zu schneiden.<\/p>\n<p>Cutting through Rocks schildert den Sexismus im IRan,  nachdem erstmals eine Frau als Stadtr\u00e4tin gew\u00e4hlt wurde \u2013 und der Widerstand gegen sie derart stark ansteigt, dass man sie beinahe zu einer Geschlechtsumwandlung zwingt. Weil es k\u00f6nne ja nicht sein, dass eine Frau derartige politische Macht und Ansichten vertritt.<\/p>\n<p>Und Come See Me in the Good Light ist ein sehr pers\u00f6nlicher Film \u00fcber einen verstorbenen, nonbin\u00e4ren Aktivisten und Poeten. Auf sehr emotionale Weise wird das letzte Lebensjahr von Andrea Gibson gezeigt, die Beziehung zu Megan Falley und einem allerletzten Auftritt. F\u00fcr mich das Schlusslicht der f\u00fcnf Dokumentarfilme \u2013 aber auch nur, weil die anderen vier Filme in meinen Augen weitreichendere Themen abdecken.<\/p>\n<p>Frontrunner: The Perfect Neighbor (60%)<br \/>\nSpoiler: Ein Nobody gegen Putin (Mr. Nobody mod Putin) (35%)<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.Alabama Solution, The<br \/>\n2.Ein Nobody gegen Putin (Mr. Nobody mod Putin)<br \/>\n3.Perfect Neighbor, The<br \/>\n4.Cutting through Rocks<br \/>\n5.Come See Me in the Good Light<\/p>\n<p>==================<br \/>\nBest Documentary Short<br \/>\n==================<\/p>\n<p>Das Erraten der Kurzfilm-Sieger ist eine der schwierigsten Aufgaben eines jeden Oscar-Watchers \u2013 und pers\u00f6nlich ist es auch immer etwas schwierig, deren St\u00e4rken herauszufiltern. Letztlich sind alle drei Kategorien eher als Sprungbretter f\u00fcr Filmschaffende zu verstehen, die bei Erfolg eine bessere Chance f\u00fcr ein Werk in Spielfilml\u00e4nge erhalten.<\/p>\n<p>Dieses Jahr ist es ein wenig anders \u2013 und der Grund daf\u00fcr lautet All the Empty Rooms. Dem ersten Kurzfilm \u00fcberhaupt, bei dem ich ernsthaft in Erw\u00e4gung gezogen habe, ihn auf Platz 1 meiner Liste ALLER Oscar-nominierten Filme des Jahres zu setzen.<\/p>\n<p>Ihr k\u00f6nnt ihn euch auf Netflix anschauen, aber seid gewarnt: Er wird euch zerst\u00f6ren. Es geht um den Journalisten Steve Hartman und einen Fotografen Lou Bopp, die Familien von Opfern eines Amoklaufs besuchen \u2013 genau genommen von Schulmassakern. Jede Familie hat das Kinderzimmer ihres get\u00f6teten Kindes unber\u00fchrt gelassen \u2013 und Hartman sowie Bopp machen nichts anderes, als dies zu dokumentieren und eine Bildcollage zu erstellen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus wird kurz mit den Eltern geredet, aber das h\u00e4tte es fast schon nicht gebraucht. Die Idee und die Ausf\u00fchrung sind bereits f\u00fcr sich betrachtet fabelhaft und niederschmetternd zugleich. Und es ist die beste W\u00fcrdigung, die man diesen armen, kleinen Menschen im Nachhinein noch zusprechen kann.<\/p>\n<p>Ich werde jedenfalls sehr frustriert sein, wenn einer der anderen Kurzdokumentarfilme gewinnen sollte. Au\u00dfenseiterchancen wird Armed Only with a Camera: The Life and Death of Brent Renaud zugesprochen, weil hier ein im Krieg verstorbener Fotograf gew\u00fcrdigt sowie seine letzten Arbeiten gezeigt werden.<\/p>\n<p>The Devil is Busy behandelt den Alltag einer Abtreibungsklinik und wie die Sicherheitsbeamten mit der Wut und der Aggression der Protestanten konfrontiert werden. Children No More: Were and Are Gone dokumentiert den stillen Protest von Menschen im Gazastreifen, die sich regelm\u00e4\u00dfig mit den Plakaten von im Krieg get\u00f6teten Kindern versammeln.<\/p>\n<p>Und Perfectly a Strangeness? Nun\u2026 da geht es um drei Esel, die durch die W\u00fcste marschieren und auf ein verlassenes Observatorium sto\u00dfen. Ohne Worte, ohne Story, ohne Hintergrund. Einfach nur seltsam.<\/p>\n<p>Frontrunner: All the Empty Rooms (70%)<br \/>\nSpoiler: Armed Only with a Camera: The Life and Death of Brent Renaud (20%)<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.All the Empty Rooms<br \/>\n2.Devil Is Busy, The<br \/>\n3.Armed Only with a Camera: The Life and Death of Brent Renaud<br \/>\n4.Children No More: Were and Are Gone<br \/>\n5.Perfectly a Strangeness<\/p>\n<p>===============<br \/>\nBest Animated Short<br \/>\n===============<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Kurzdokumentarfilme allesamt sehr stark (oder zumindest sehr seltsam) sind, haben mich die animierten Kurzfilme eher entt\u00e4uscht. Vor allem verstehe ich nicht, wieso das fantastisch-liebenswerte Snow Bear \u00fcbergangen und durch das ebenfalls s\u00fc\u00dfe, aber doch deutlich generischere Forevergreen ersetzt wurde.<\/p>\n<p>Es spricht jedenfalls B\u00e4nde, dass Forevergreen trotz meiner Vorbehalte meine Nummer 1 unter den f\u00fcnf nominierten Filmen ist. Knapp dahinter lauert mit The Three Sisters der lustigste Beitrag, in dem drei auf einer einsamen Insel lebende Schwester einen gestrandeten Mann bei sich aufnehmen, der nacheinander den Damen den Kopf verdreht und am Ende als der Hallodri enttarnt wird, der er in Wahrheit ist.<\/p>\n<p>The Girl Who Cried Pearls ist aufgrund der Stop-Motion-Technologie der aufw\u00e4ndigste Beitrag, der mich irgendwie verwirrt dastehen l\u00e4sst. Denn je nach Tageslaune empfinde ich die Optik des Filmes als wundersch\u00f6n oder als absolut gr\u00e4sslich. Das gleiche gilt f\u00fcr die Geschichte, die spannend anf\u00e4ngt und am Ende ins Nichts verl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Retirement Plan lebt von seiner Idee und der einfachen wie effektiven Darstellung eines frisch gebackenen Rentners, der in den Pl\u00e4nen seines Lebensabends versinkt und am Ende etwas augenzwinkernd suggeriert, dass er wohl nicht alles davon umsetzen kann \u2013 aber Hauptsache als Geist seine Rivalin aus der sechsten Klasse erschrecken wird.<\/p>\n<p>Und dazwischen hockt Butterfly, ein Biopic eines franz\u00f6sisch-j\u00fcdischen Schwimmers, der zur Zeit des Holocaust lebte und seine Familie verlor. Allein die Thematik schreit gerade nach \u201eOscar Win\u201c und gleichwohl mir pers\u00f6nlich der Zeichenstil nicht sehr zusagt, so verstehe ich, warum viele den Film als wundersch\u00f6n und tragisch zugleich sehen.<\/p>\n<p>Es gibt nur ein Argument, das gegen einen Sieg von Butterfly spricht \u2013 und zwar eine in meinen Augen sehr seltsame, statistische Anomalie. Es w\u00e4re n\u00e4mlich der erste Animierte Kurzfilm seit  fast 40 Jahren, der mit nicht englischen Dialogen (oder in diesem Falle Monologen) auskommt. Und selbst diese eine letzte Ausnahme namens Der Mann, der B\u00e4ume pflanzte wurde nachtr\u00e4glich ins Englische synchronisiert.<\/p>\n<p>Aber ganz ehrlich? Solche Statistiken schreien geradezu danach gebrochen zu werden. Und wenn die Academy es vor f\u00fcnf sechs Jahren endlich geschafft hat, einen nicht-englisch-sprachigen Film als Best Picture zu k\u00fcren\u2026 warum dann nicht auch endlich mal einen animierten Kurzfilm?<\/p>\n<p>Frontrunner: Butterfly (35%)<br \/>\nSpoiler: Forevergreen (20%)<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.Forevergreen<br \/>\n2.The Three Sisters<br \/>\n3.Butterfly<br \/>\n4.Girl Who Cried Pearls, The<br \/>\n5.Retirement Plan<\/p>\n<p>=================<br \/>\nBest Live Action Short<br \/>\n=================<\/p>\n<p>Die letzte Kategorie ist f\u00fcr mich die undurchsichtigste \u2013 erstens weil das Erraten des Kurzfilm-Siegers immer problematisch ist und zweitens Machart als auch Inhalt der f\u00fcnf Kandidaten v\u00f6llig unterschiedlich sind.<\/p>\n<p>Mein pers\u00f6nlicher Favorit ist Jane Austen\u2019s Period Drama: eine herrlich alberne Parodie rund um die kitschig-romantischen Romane von Jane Austen. Nur mit dem Twist, dass die Angebetete just in dem Moment, als ihr ersehnter Liebhaber ihr einen Antrag machen m\u00f6chte, ihre Periode bekommt.<\/p>\n<p>So mancher argumentiert, dass der Film eher einem Saturday-Night-Live-Sketch gleichen w\u00fcrde. Ich halte dagegen und behaupte, dass Jane Austen den Film sicherlich gefeiert h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Auf Platz 2 steht der Film, der von vielen als Sieger getippt wird: Two People Exchanging Saliva. In einer Dystopie, in der K\u00fcssen streng verboten und mit einem harschen Tod bestraft wird, verlieben sich zwei Frauen ineinander und tr\u00e4umen von einer Liebe, die nicht sein darf.<\/p>\n<p>In einem Punkt verstehe ich, warum Two People Exchanging Saliva als vermeintlicher Frontrunner f\u00fcr den Oscar gehandelt wird: Er f\u00fchlt sich wie die Kurzfassung eines Filmes an, von dem man am liebsten eine Langspielfassung sehen m\u00f6chte. Er ist handwerklich wie produktionstechnisch der klar st\u00e4rkste Beitrag, allen voran was Regie, Kamera und Schnitt anbelangt. Aber die doch sehr d\u00fcstere und auch zynische Pr\u00e4misse k\u00f6nnte all jene abschrecken, die leichte Kost bevorzugen\u2026 was bei der Academy nicht un\u00fcblich ist.<\/p>\n<p>Das spielt wiederum A Friend of Dorothy in die Karten: In einer stereotypischen \u201ejunger Mann freundet sich mit alter Frau an\u201c Story lernt der junge JJ die Witwe Dorothy kennen und ist fasziniert von ihrer Sammlung voller Theaterst\u00fccke. Trotz der kurzen Laufzeit schafft es der Film, eine solide Entwicklung zwischen den beiden zu zeigen und mehrere relevanten Aspekte beider Leben anzuschneiden.<\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Problem von A Friend of Dorothy: Der Film ist Nullkommanull innovativ und f\u00fchlt sich wie eine von vielen britischen Kom\u00f6dien der Neuzeit an. Der gr\u00f6\u00dfte Pluspunkt, den so gut wie kein Oscar-Watcher auf den Schirm hat: Die alte Frau wird von Miriam Margolyes gespielt, die wiederum zu den eigenwilligsten und witzigsten Frauen England geh\u00f6rt. Jeder, der eines ihrer Interviews in der Graham Norton Show gesehen hat, wei\u00df, wie liebenswert sie ist. Und das ist f\u00fcr mich zusammen mit dem leichtf\u00fc\u00dfigen Tonfall und wohlig-kuscheligen Happy-End der Grund, weshalb ich auf A Friend of Dorothy als Sieger tippe.<\/p>\n<p>Kurz noch ein paar Worte zu den anderen beiden Kurzfilmen: Butcher\u2019s Stain erz\u00e4hlt eine etwas plumpe Geschichte eines pal\u00e4stinensischen Metzgers, der in einem isrealischen Supermarkt arbeitet und verd\u00e4chtigt wird, jeden Tag ein Plakat mit vermissten israelischen Geiseln von der Wand zu rei\u00dfen. W\u00e4hrend die Thematik im Grunde brisant und wichtig ist, riecht ihr die Pointe meilenweit gegen den Wind \u2013 und wollt am liebsten alle Beteiligten anschreien, weil das eigentliche Drama komplett verhindert werden k\u00f6nnte, wenn man nur miteinander reden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Und The Singers? Nun\u2026 den Film k\u00f6nnt ihr euch auf Netflix anschauen und um ehrlich zu sein ist er f\u00fcr mich am schwersten einzusch\u00e4tzen. Denn im Grunde wird hier nicht wirklich etwas erz\u00e4hlt. Der Kurzfilm zeigt eine Kneipe, in der nacheinander die verschiedensten M\u00e4nner anfangen zu singen und sich gegenseitig mit ihrer Stimme konkurrieren. Das Ergebnis ist irgendwie belanglos, aber auch sympathisch. Und gleichzeitig abgedroschen wie originell. Es w\u00e4re jedenfalls nicht der erste \u201eOut-of-the-Box\u201c-Gewinner in dieser Kategorie.<\/p>\n<p>Frontrunner: A Friend of Dorothy (30%)<br \/>\nSpoiler: Two People Exchanging Saliva (25%)<\/p>\n<p>My Ranking:<\/p>\n<p>1.Jane Austen\u2019s Period Drama<br \/>\n2.Two People Exchanging Saliva<br \/>\n3.The Singers<br \/>\n4.A Friend of Dorothy<br \/>\n5.Butcher\u2019s Stain<\/p>\n<p>Damit sind wir durch und s\u00e4mtliche Oscar-Kategorien abgehakt. Zum Abschluss habe ich, wie jedes Jahr, alle nominierten Filme in einer Rangliste eingereiht und mache dabei bewusst keinen Unterschied zwischen Spielfilmen, Dokumentarfilmen oder Kurzfilmen. Nat\u00fcrlich ist so eine Liste immer mit etwas Vorsicht zu genie\u00dfen und kann sich im Laufe der Zeit etwas \u00e4ndern \u2013 aber nichtsdestotrotz folgen zum Abschluss alle Filme, so wie ich sie pers\u00f6nlich von Platz 50 bis Platz 1 sehe:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist an der Zeit \u2013 und ich m\u00f6chte gleich klar stellen: In fast drei\u00dfig Jahren, in denen ich die Oscars akribisch verfolge, m\u00f6glichst viele Filme vor der Verleihung sehe und meinen Senf bez\u00fcglich der potenziellen Gewinner abgebe, habe ich selten solch ein knappes Rennen erlebt wie diesmal. Zudem hatte ich diesmal das Gl\u00fcck und habe den letzten der insgesamt 50 nominierten Filme bereits gut eine Woche vor der Verleihung sehen k\u00f6nnen. Obwohl es teilweise echt schwer war, an einige der Exoten heran zu kommen \u2013 aber zum Gl\u00fcck haben immer mehr der \u201ekleineren\u201c Werke ein Herz und erm\u00f6glichen Oscar-Fanatikern wie mir, sie dann doch irgendwie und auf legalem Wege zu sehen. Es ist an der Zeit \u2013 und ich m\u00f6chte gleich klar stellen: In fast drei\u00dfig Jahren, in denen ich die Oscars akribisch verfolge, m\u00f6glichst viele Filme vor der Verleihung sehe und meinen Senf bez\u00fcglich der potenziellen Gewinner abgebe, habe ich selten solch ein knappes Rennen erlebt wie diesmal. Zudem hatte ich diesmal das Gl\u00fcck und habe den letzten der insgesamt 50 nominierten Filme bereits gut eine Woche vor der Verleihung sehen k\u00f6nnen. 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