{"id":7821,"date":"2025-03-02T21:31:21","date_gmt":"2025-03-02T19:31:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theawardian.de\/?p=7821"},"modified":"2025-03-03T04:21:06","modified_gmt":"2025-03-03T02:21:06","slug":"7821","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theawardian.de\/?p=7821","title":{"rendered":"Oscar Prognose 2024\/25"},"content":{"rendered":"<p>Kurz vor Toresschluss kann ich gar nicht anders und m\u00f6chte euch noch meine Oscar-Tipps &amp; -Meinungen f\u00fcr die heutige Nacht pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester Film<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: Anora<br \/>\nSpoiler: Conclave<br \/>\nMissing: Flow<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.Anora<br \/>\n2.Conclave (Konklave)<br \/>\n3.Wicked<br \/>\n4.The Brutalist<br \/>\n5.The Substance<br \/>\n6.Dune: Part Two<br \/>\n7.I\u2019m Still Here<br \/>\n8.A Complete Unknown (Like A Complete Unknown)<br \/>\n9.Nickel Boys<br \/>\n10.Emilia P\u00e9rez<\/p>\n<p>Es ist spannend wie selten zuvor: Fast das ganze Jahr \u00fcber wird Anora als vermeintlicher Oscar-Sieger gefeiert, nach dem Erfolg in Cannes und weil viele im Vorfeld gehypten Filme baden gehen bzw. lieber Goldene Himbeeren gewinnen m\u00f6chten (siehe Megalopolis, siehe Joker: Folie \u00e0 Deux).<\/p>\n<p>Der Reihe nach gab es st\u00e4ndig neue Favoriten, wie Wicked (weil nicht nur erfolgreich sondern auch ernsthaft gut), The Brutalist (Kritikerliebling und klassisches Epos, das vor zwanzig Jahren locker gewonnen h\u00e4tte) und nat\u00fcrlich Emilia P\u00e9rez (weil aus irgendwelchen Gr\u00fcnden dieser Film f\u00fcr praktisch alles nominiert werden muss, was es gibt \u2013 ungeachtet der immensen Kritik und es im Nachhinein kaum einer zugeben m\u00f6chte, dass er\/sie den Film wirklich gut findet).<\/p>\n<p>Aber nachdem Anora schon von Oscar-Watchern beerdigt wurde, gewinnt Sean Bakers Indie-Dramedy den Critics Choice Award, den Director Guild Award, den Producer Guild Award und den Writer Guild Award. Die letzten drei Preise sind deshalb so wichtig, weil es eine Schnittmenge zwischen den W\u00e4hlern bei den Gilden und bei den Oscars gibt.<\/p>\n<p>Auf einmal war Anora wieder DER Frontrunner, uneinholbar\u2026 und darf dann doch zittern, weil Underdog Conclave zum Schluss den BAFTA (Britischer Oscar) und den Screen Actor f\u00fcr das beste Ensemble erhalten hat.<\/p>\n<p>Damit ist Edward Berger zum zweiten Mal der Regisseur eines potenziellen Oscar-Best-Picture-Siegers (nach Im Westen nichts Neues) und das obwohl er erneut nicht f\u00fcr die Regie nominiert ist.<\/p>\n<p>Mir pers\u00f6nlich ist es fast egal, weil Anora und Conclave zusammen mit Wicked mein pers\u00f6nliches Lieblingstrio bilden: Das sind f\u00fcr mich DIE drei Filme, denen ich es doch am meisten g\u00f6nnen w\u00fcrde. Im Falle von Wicked gehe ich stark davon aus, dass die Academy sich hier erst einmal den zweiten Teil anschauen m\u00f6chte. Ansonsten h\u00e4tte The Brutalist eigentlich auch gute Karten, als klassisches Epos, dass viele Golden Globes und Brady Corbet einige Reigepreise erhalten hat \u2013 nur hat der Film nicht einen einzigen Gildenpreis gewonnen. Keinen. Nicht einmal Adrien Brody als Hauptdarsteller.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend ein Wort zu den zehn nominierten Filmen an sich: Die Auswahl ist f\u00fcr mich mit eine der besten \u00fcberhaupt\u2026 wenn da nicht Emilia P\u00e9rez w\u00e4re, einer der schlechtesten Best-Picture-nominierten Filme, die ich gesehen habe (und ich habe fast alle von 1928 bis heute gesehen!).<\/p>\n<p>Daf\u00fcr sind die anderen neun momentan in meiner pers\u00f6nlichen Top Ten (was so auch glaube noch nie passiert ist), gleichwohl sich nat\u00fcrlich so etwas mit der Zeit und bei nochmaligem Anschauen immer etwas verschieben kann. Ebenfalls sehr klar klarer f\u00fcr mich ist, welchen Film ich gegen Emilia P\u00e9rez austausche: Flow \u2013 ein animierter Film mit einer schwarzen Katze als Protagonist, die gemeinsam mit anderen Tieren in einer Shadow-of-the-Colossus-\u00e4hnlichen Welt ums \u00dcberleben einer Flutkatastrophe kennt. Sprich: Da kann ich einfach nicht objektiv sein XD<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Beste Regie<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: Sean Baker (Anora)<br \/>\nSpoiler: Brady Corbet (The Brutalist)<br \/>\nMissing: Edward Berger (Conclave) &amp; Jon M. Chu (Wicked)<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.Sean Baker (Anora)<br \/>\n2.Brady Corbet (The Brutalist)<br \/>\n3.Coralie Fargeat (The Substance)<br \/>\n4.James Mangold (A Complete Unknown (Like A Complete Unknown))<br \/>\n5.Jacques Audiard (Emilia P\u00e9rez)<\/p>\n<p>\u00dcber Monate hinweg hie\u00df es: Brady Corbet wird f\u00fcr The Brutalist gewinnen, weil er mit gerade mal 10 Millionen Dollar ein epochales, \u00fcber dreist\u00fcndiges Drama gedreht hat. Und in der Tat r\u00e4umt Corbet gut ab, darunter den Golden Globe und den BAFTA &#8211; aber das bringt ihm relativ wenig, wenn er ausgerechnet die beiden wichtigsten Preise verliert: den Critics Choice Award (der in einem v\u00f6llig bizarren Moment an Jon M. Chu f\u00fcr Wicked ging) und den Director Guild Award\u2026 den Sean Baker unter tosendem Applaus f\u00fcr Anora erhielt.<\/p>\n<p>Und ja: Dieser eine Gildenpreis ist sehr, sehr m\u00e4chtig. Es gibt Ausnahmen, nach denen der DGA-Gewinner nicht den Oscar f\u00fcr die Regie erh\u00e4lt. Aber das ist wirklich sehr selten und meist durch einen Underdog begr\u00fcndet, der \u00fcberraschend kurz vor Schluss durch die Ziellinie rauscht. Eine Rolle, die man eigentlich Baker zugetraut h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Und ganz ehrlich: Er hat es auch verdient. Mag sein, dass The Brutalist riesengro\u00df ist und Corbet verdammt gut gehaushaltet hat. Aber Bakers Leistung ist aus meiner Sicht viel wertvoller, weil er nahezu nahtlos von einem modernen M\u00e4rchen \u00fcber \u00fcberdrehte Comedy-Einlagen mit Tom-&amp;-Jerry-Vibes bishin zum sehr tiefgr\u00fcndigen wie sehr emotionalen Finale wechselt. DAS ist Kunst und DAS geh\u00f6rt ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Ansonsten m\u00f6chte ich Coralie Fargeat f\u00fcr ihre mutige Eigensinnigkeit loben, dass sie The Substance so schonungslos durchgezogen hat, wie sie das wohl f\u00fcr richtig erachtete. James Mangold hingegen\u2026 nun\u2026 irgendwo g\u00f6nne ich dem Mann ja seine erste Regienominierung und A Complete Unknown ist ein wirklich guter Film. Aber die Filme von Berger und Chu waren besser, vision\u00e4rer, ausgereifter.<\/p>\n<p>Und Audiard? Tja, auch er hat einen Film mit vielen Nuancen und Facetten gedreht \u2013 nur das seiner im Gegensatz zu Bakers Anora einfach nicht funktioniert.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Beste Hauptdarstellerin<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: Demi Moore (The Substance)<br \/>\nSpoiler: Mikey Madison (Anora) oder Fernanda Torres (I\u2019m Still Here)<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.Mikey Madison (Anora)<br \/>\n2.Demi Moore (The Substance)<br \/>\n3.Fernanda Torres (I\u2019m Still Here)<br \/>\n4.Cynthia Erivo (Wicked)<br \/>\n5.Karla Sof\u00eda Gasc\u00f3n (Emilia P\u00e9rez)<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie bei Best Picture zerrei\u00dft es mich, hier einen Favoriten rauszupicken. Gasc\u00f3n ist praktisch raus, sowohl wegen den furchtbaren Tweets, die ihre Kampagne zerst\u00f6rt haben, als auch weil sie nicht mit dem Rest mithalten kann. M\u00f6chte sie aber trotzdem als eine der positiven Elemente aus Emilia P\u00e9rez hervorheben und ich hoffe f\u00fcr sie, dass sie aus den Fehlern der vergangenen Wochen lernt bzw. irgendwie zur\u00fcckkommt.<\/p>\n<p>Cynthia Erivo ist auch noch leicht abgeschlagen, was aber bei ihr mehr am \u201eEs ist halt nur die erste H\u00e4lfte der Story\u201c-Faktor liegt. Ansonsten m\u00f6chte ich am liebsten eine dreiseitige M\u00fcnze werfen: Moore hat die klassische Comeback-Story, die ihr zum Sieg verhelfen k\u00f6nnte \u2013 nur war ihre Karriere davor sehr wankelm\u00fctig und die Academy hat noch nie eine solche Body-Horror-Rolle wie jene aus The Substance ausgezeichnet. Madison IST Anora und tr\u00e4gt den Film ma\u00dfgeblich \u2013 ist aber noch sehr, sehr jung. Und Torres wurde ansonsten nur bei den Golden Globes nominiert \u2013 wo sie aber gewonnen hat und weshalb vermutlich genau deswegen gen\u00fcgend Academy-Mitglieder I\u2019m Still Here gesehen sowie zu einem Best-Picture-nominierten Film gemacht haben.<\/p>\n<p>Demi Moore hat ansonsten fast jeden Preis gewonnen, den sie kriegen konnte \u2013 aber nicht den BAFTA, was sehr merkw\u00fcrdig gewesen ist. Der ging n\u00e4mlich an Mikey Madison f\u00fcr Anora, w\u00e4hrend der Film ansonsten bei den Briten nicht besonders gut ankam.<\/p>\n<p>Wie gesagt: ein M\u00fcnzwurf. Der \u201esichere\u201c Tipp ist Moore, der \u201emutige\u201c Madison. Und sollten gen\u00fcgend Academy-Mitglieder I\u2019m Still Here gesehen haben, dann w\u00fcrde ich fast schon auf Torres wetten.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester Hauptdarsteller<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: Adrien Brody (The Brutalist)<br \/>\nSpoiler: Timothee Chalamet (A Complete Unknown)<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.Adrien Brody (The Brutalist)<br \/>\n2.Timothee Chalamet (A Complete Unknown (Like A Complete Unknown))<br \/>\n3.Colman Domingo (Sing Sing)<br \/>\n4.Ralph Fiennes (Conclave (Konklave))<br \/>\n5.Sebastian Stan (The Apprentice)<\/p>\n<p>Adrien Brody hat einen fast einwandfreien Durchmarsch hingelegt und alles gewonnen \u2013 au\u00dfer ausgerechnet den Screen Actor Guild Award, der am h\u00e4ufigsten mit den Oscars \u00fcbereinstimmt. Der ging an Timothee Chalamet \u2013 und in der Tat liebt die Academy Schauspielleistungen, die auf reale Pers\u00f6nlichkeiten beruhen.<\/p>\n<p>Trotzdem: Brody ist in meinen Augen allein aufgrund seiner puren Leistung zu m\u00e4chtig. Sollte er verlieren, dann eher weil er damals f\u00fcr The Pianist bereits einen Oscar erhalten hat. Was eigentlich selten eine Rolle spielt, gerade in den letzten Jahren.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Beste Nebendarstellerin<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: Zoe Saldana (Emilia P\u00e9rez)<br \/>\nSpoiler: Isabella Rossellini (Conclave (Konklave))<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.Ariana Grande (Wicked)<br \/>\n2.Felicity Jones (The Brutalist)<br \/>\n3.Monica Barbaro (A Complete Unknown (Like A Complete Unknown))<br \/>\n4.Zoe Saldana (Emilia P\u00e9rez)<br \/>\n5.Isabella Rossellini (Conclave (Konklave))<\/p>\n<p>Dieser Oscar f\u00fcr Emilia P\u00e9rez ist kaum zu verhindern: Zoe Saldana hat alles gewonnen. Wirklich\u2026 alles. Auch nachdem der Skandal mit den Tweets rund um Gascon losging.<\/p>\n<p>Zumindest ist Soldana das beste, was der Film zu bieten hat \u2013 und die anderen Kandidaten haben alle ein \u201eAber\u2026\u201c am Gep\u00e4ck kleben: Ariana Grande ist fantastisch lustig und mit weitem Abstand meine pers\u00f6nliche Favoritin, aber es ist eben (ich wiederhole mich) erst die erste H\u00e4lfte der Story. Felicity Jones spielt fast so gut wie Brody, aber ist erst\/ausschlie\u00dflich in der zweiten Filmh\u00e4lfte zu sehen. Monica Barbaro kann sehr gut mit Chalamet mithalten, aber sie ist mit Abstand die Unbekannteste in diesem Quintett und ihre Nominierung an sich war schon leicht \u00fcberraschend. Isabella Rossellini hat den gr\u00f6\u00dften Star- bzw-. \u00dcberf\u00e4lligkeitsstatus, nur ist ihre Rolle derart klein und unscheinbar, weshalb selbst ich, ein gro\u00dfer Fan von Conclave, sie kaum wahr genommen habe.<\/p>\n<p>Am Ende nehme ich Rossellini nur deshalb als Spoiler, falls die Academy Emilia P\u00e9rez dann doch komplett abstrafen und Rossellini quasi einen Oscar f\u00fcr ihre gesamte Karriere geben m\u00f6chte.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester Nebendarsteller<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: Kieran Culkin (A Real Pain)<br \/>\nSpoiler: Jeremy Strong (The Apprentice)<\/p>\n<p>1.Kieran Culkin (A Real Pain)<br \/>\n2.Jeremy Strong (The Apprentice)<br \/>\n3.Yura Borisov (Anora)<br \/>\n4.Guy Pearce (The Brutalist)<br \/>\n5.Edward Norton (A Complete Unknown (Like A Complete Unknown))<\/p>\n<p>Kieran Culkin. Mehr gibt es nichts zu sagen. Beste Rolle. Alle Preise gewonnen. Kein echter Konkurrent im Weg. Und Jeremy Strong hat nur deshalb krasse Au\u00dfenseiterchancen, weil sein Name doch relativ h\u00e4ufig von anonymen Academy-Mitgliedern genannt wurde, die ihre Wahl bereits im Vorfeld verraten  haben.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bestes Original Drehbuch<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: Anora<br \/>\nSpoiler: The Substance oder A Real Pain<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.Anora<br \/>\n2.The Brutalist<br \/>\n3.The Substance<br \/>\n4.September 5<br \/>\n5.A Real Pain<\/p>\n<p>Das hier war mal der am sichersten geglaubte Oscar f\u00fcr Anora \u2013 und den wichtigsten Preis, n\u00e4mlich den Writer Guild Award, hat Sean Baker auch gewonnen. Aber alle anderen\u2026 nicht\u2026 und jedes Mal hat Baker gegen jemand anderen verloren: den Golden Globe an Conclave (da wird allerdings auch nicht zwischen Original und Adaptierten Drehbuch unterschieden), den Critcs Choice Award an The Substance (in der Tat w\u00e4re das hier eine gute Gelegenheit, Coralie Fargeat auszuzeichnen) und den BAFTA an A Real Pain (geschrieben von niemand geringerem als Jesse Eisenberg, der sicherlich mehr Freunde in Hollywood hat als ein gew\u00f6hnlicher Drehbuchautor).<\/p>\n<p>Weil diese ganzen anderen Preise sich auf keinen gemeinsamen Nenner einigen konnten und der Writer Guild Award wie gesagt eben der wichtigste Preis von allen ist, tendiere ich weiterhin zu Anora. Aber dieser potenzielle Oscarsieg ist deutlich unsicherer als der f\u00fcr Film oder Regie.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Best adaptiertes Drehbuch<\/span><\/h2>\n<p>Frontunner: Conclave<br \/>\nSpoiler: Nickel Boys<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.Conclave (Konklave)<br \/>\n2.Nickel Boys<br \/>\n3.A Complete Unknown (Like A Complete Unknown)<br \/>\n4.Sing Sing<br \/>\n5.Emilia P\u00e9rez<\/p>\n<p>Conclave durch und durch. \u00c4hnlich wie im Falle von Kieren Culkan hat Conclave alles gewonnen, was man gewinnen kann. Zudem ist die Konkurrenz deutlich schw\u00e4cher als es bei Original Drehbuch der Fall w\u00e4re.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester Filmschnitt<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: Conclave<br \/>\nSpoiler: Wicked<br \/>\nMissing: A Complete Unknown<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.Conclave (Konklave)<br \/>\n2.Wicked<br \/>\n3.The Brutalist<br \/>\n4.Anora<br \/>\n5.Emilia P\u00e9rez<\/p>\n<p>Irgendwie f\u00fchlen sich alle nominierten Filme \u201efalsch\u201c an. Normalerweise gewinnt hier ein Film, der besonders stark\/schnell\/oft geschnitten ist. Was f\u00fcr Emilia P\u00e9rez sprechen w\u00fcrde, aber\u2026 nein, einfach nein. Bitte, liebe Academy: Macht\u2026 das\u2026 nicht!<\/p>\n<p>Der Schnitt von Anora sorgt mit daf\u00fcr, dass der Film so gut funktioniert \u2013 aber er ist auch so unscheinbar und unsichtbar\u2026 es ist wirklich schade, dass solche Leistungen kaum registriert werden. The Brutalist hingegen \u00e4ndert im Laufe der Zeit seine Pace, was ich wirklich beachtlich fand \u2013 aber trotzdem sind am Ende dreieinhalb Stunden \u00fcber, die man sicherlich noch irgendwie h\u00e4tte k\u00fcrzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wicked gl\u00e4nzt mit furios geschnittenen Musical-Nummern und ist jedoch ebenfalls einen Tacken zu lang f\u00fcr so einen Filmschnitt-Oscar, weshalb am Ende nur Conclave bleibt. Der sitzt zwischen allen St\u00fchlen, sein Schnitt ist nicht aufdringlich, aber doch sp\u00fcrbar. Und damit ist er der logische Gewinner.<\/p>\n<p>Anmerkung: Ich finde es sehr schade, dass A Complete Unknown ausgerechnet hier nicht nominiert wurde. Dort gefielen mir n\u00e4mlich die Szenen\u00fcberg\u00e4nge ungemein und haben mir das Gef\u00fchl vermittelt, dass der Filme regelrecht von einer Szene zur n\u00e4chsten flie\u00dft.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Beste Kamera<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: The Brutalist<br \/>\nSpoiler: Maria<br \/>\nMissing: Conclave<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.Maria<br \/>\n2.The Brutalist<br \/>\n3.Dune: Part Two<br \/>\n4.Nosferatu<br \/>\n5.Emilia P\u00e9rez<\/p>\n<p>Das hier ist so mit die furchtbarste Oscar-Nominierung f\u00fcr Emilia P\u00e9rez \u2013 vor allem wenn man bedenkt, dass das fantastisch aussehende Conclave \u00fcbergangen wurde. Dem Film h\u00e4tte ich auch ohne mit der Wimper zu zucken den Oscar gegeben \u2013 aber so wird es wohl The Brutalist machen, der von Anfang bis Ende immer wieder mit beeindruckenden Einstellungen gl\u00e4nzt.<\/p>\n<p>Mein pers\u00f6nlicher Favorit ist Maria, weil \u2026 OMG \u2026 wie sch\u00f6n kann ein Film eigentlich aussehen?<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bestes Produktionsdesign<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: Wicked<br \/>\nSpoiler: Nosferatu<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.Wicked<br \/>\n2.Dune: Part Two<br \/>\n3.Conclave (Konklave)<br \/>\n4.The Brutalist<br \/>\n5.Nosferatu<\/p>\n<p>Wicked. Punkt. Dar\u00fcber diskutiere ich nicht einmal.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Beste Kost\u00fcme<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: Wicked<br \/>\nSpoiler: Nosferatu<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.Wicked<br \/>\n2.Gladiator 2<br \/>\n3.Nosferatu<br \/>\n4.A Complete Unknown (Like A Complete Unknown)<br \/>\n5.Conclave (Konklave)<\/p>\n<p>Siehe Produktionsdesign<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bestes Make-Up und Frisuren<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: The Substance<br \/>\nSpoiler: Wicked<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.The Substance<br \/>\n2.Nosferatu<br \/>\n3.Wicked<br \/>\n4.A Different Man<br \/>\n5.Emilia P\u00e9rez<\/p>\n<p>Dieser potenzielle Oscar f\u00fcr The Substance ist f\u00fcr Demi Moore sehr wichtig, denn in den letzten 15 Jahren haben auffallend viele Hauptdarsteller gemeinsam mit ihren Makeup-K\u00fcnstlern gewonnen (Darkest Hour, The Whale, The Eyes of Tammy Faye, Poor Things, Les Miserables, The Iron Lady). Und wenn die Academy Horror-Filme mit Oscars pr\u00e4miert, dann beim Makeup \u2013 ganz unabh\u00e4ngig davon, dass es mit Abstand (!) die beste Leistung des Jahres ist.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Beste Musik<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: The Brutalist<br \/>\nSpoiler: Wicked<br \/>\nMissing: Challengers<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.Conclave (Konklave)<br \/>\n2.The Wild Robot<br \/>\n3.Wicked<br \/>\n4.The Brutalist<br \/>\n5.Emilia P\u00e9rez<\/p>\n<p>Ich werde mit der Musik von The Brutalist irgendwie nicht warm\u2026 ich kann nicht einmal erkl\u00e4ren, woran das liegt. Aber sie gilt als Favorit, was ich freilich akzeptieren muss.<\/p>\n<p>Mein pers\u00f6nliches Trio Wild Robot, Conclave und Wicked kann sich im Laufe der Zeit \u00e4ndern \u2013 die liegen alle drei so dicht beieinander, weshalb mir eine Rangliste sehr schwer f\u00e4llt. Und ja, ich wei\u00df: Wicked basiert auf einem Musical. Meine Beurteilung bezieht sich aber rein auf den Score von John Powell und Stephen Schwartz, der extra f\u00fcr den Film geschrieben wurde und der IMHO perfekt zu den bereits vorhandenen Musicalnummern passt.<\/p>\n<p>Die ganze Diskussion rund um den m\u00f6glichen Sieger w\u00e4re \u00fcbrigens hinf\u00e4llig, wenn die Academy Challengers nominiert h\u00e4tte \u2013 weil der Film hat n\u00e4mlich fast alle anderen Preise gewonnen. Seufz&#8230;<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester Song<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: El Mal (Emilia P\u00e9rez)<br \/>\nSpoiler: The Journey (The Six Triple Eight)<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.Like A Bird (Sing Sing)<br \/>\n2.El Mal (Emilia P\u00e9rez)<br \/>\n3.Mi Camino (Emilia P\u00e9rez)<br \/>\n4.The Journey (The Six Triple Eight)<br \/>\n5.Never Too Late (Elton John: Never Too Late)<\/p>\n<p>Gute G\u00fcte, was ist das f\u00fcr eine schwache Kategorie in diesem Jahr\u2026 kein Vergleich zur letzten Verleihung, wo allein die beiden Barbie-Songs f\u00fcr m\u00e4chtig Stimmung sorgten.<\/p>\n<p>Ich gebe zu: El Mal ist nicht schlecht. Der Song ist reich an Energie, die Szene sehr gut choreographiert und die Performance aller Beteiligten einwandfrei. W\u00e4re der gesamte Film so, dann h\u00e4tte ich die dreizehn Oscar-Nominierungen schon eher verstanden.<\/p>\n<p>Mi Camino fand ich auch nicht schlecht, aber El Mal dominierte bislang sehr deutlich alle bislang vollzogenen Preisverleihungen.<\/p>\n<p>The Journey von The Six Triple Eight hat Au\u00dfenseiterchancen, wenn die Academy dann doch endlich Dianne Warren ihren Oscar geben m\u00f6chte. Und damit sie vielleicht danach nicht mehr f\u00fcr wirklich ALLES nominiert werden muss, was sie schreibt.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester Ton<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: Dune Part Two<br \/>\nSpoiler: A Complete Unknown<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.A Complete Unknown (Like A Complete Unknown)<br \/>\n2.Dune: Part Two<br \/>\n3.Wicked<br \/>\n4.The Wild Robot<br \/>\n5.Emilia P\u00e9rez<\/p>\n<p>Es ist das erste Jahr, wo ich es ernsthaft bedauere, dass es keine getrennten Oscars mehr f\u00fcr Tonabmischung und Toneffekte gibt. Denn dann h\u00e4tte A Complete Unknown zweifelsohne ersteren und Dune Part Two definitiv letzteren Oscar gewonnen.<\/p>\n<p>So bleibt nur ein Mischmasch und auch wenn ich A Complete Unknown es von Herzen g\u00f6nnen w\u00fcrde (weil die Abmischung wirklich sensationell gut ist), so sehe ich den gemeinen Oscar-W\u00e4hler eher ein Kreuzchen beim lauten Dune Part Two machen.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Beste visuellen Effekte<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: Dune Part Two<br \/>\nSpoiler: Wicked<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.Dune: Part Two<br \/>\n2.Wicked<br \/>\n3.Alien: Romulus<br \/>\n4.Better Man<br \/>\n5.Kingdom of the Planet of the Apes (Planet der Affen: New Kingdom)<\/p>\n<p>Keine Diskussion\u2026 obwohl halt, vielleicht doch: Es gibt Oscar-Blogger, die Kingdom of the Planet of the Apes als potenziellen Sieger sehen. Was ich nicht verstehe, weil keiner der Affen-Filme bislang gewonnen hat \u2013 auch dann nicht, wenn kein Best-Picture-nominierter Film mit im Rennen ist. Die n\u00e4mlich fast immer automatisch siegen und weshalb ich eher Wicked als Spoiler sehe.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester Internationaler Film<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: I\u2019m Still Here<br \/>\nSpoiler: Emilia P\u00e9rez<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.Flow (Lettland)<br \/>\n2.I\u2019m Still Here (Brasilien)<br \/>\n3.The Girl with the Needle (Das M\u00e4dchen mit der Nadel) (D\u00e4nemark)<br \/>\n4.The Seed of the Sacred Fig (Die Saat des heiligen Feigenbaums) (Deutschland)<br \/>\n5.Emilia P\u00e9rez (Frankreich)<\/p>\n<p>Mein geliebtes Flow wird hier nicht gewinnen, aber das ist nicht schlimm: Vier der f\u00fcnf nominierten Filme sind gro\u00dfartig. Trotzdem hat bislang der f\u00fcnfte, n\u00e4mlich Emilia P\u00e9rez, praktisch alles eingesackt.<\/p>\n<p>Und doch tippt praktisch jeder Oscar-Wahrsager auf I\u2019m Still Here und das aus einem entscheidenden Grund: Das brasilianische Biopic hat aus dem Nichts heraus eine Best-Picture-Nominierung erhalten und wird von nahezu allen, die es gesehen haben, als der klar bessere Film bezeichnet.<\/p>\n<p>Auch ich kann eigentlich gar nicht anders und fiebere f\u00fcr den vermeintlichen Underdog mit.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester Animierter Film<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: The Wild Robot<br \/>\nSpoiler: Flow<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.Flow<br \/>\n2.The Wild Robot<br \/>\n3.Memoir of a Snail<br \/>\n4.Inside Out 2 (Alles steht Kopf 2)<br \/>\n5.Wallace and Gromit: Vengeance Most Fowl (Wallace &amp; Gromit: Vergeltung mit Fl\u00fcgeln)<\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein Quintett! Alle f\u00fcnf Filme sind verdient Oscar-nominiert, gleichwohl die beiden Fortsetzungen von Inside Out und Wallace &amp; Gromit ganz leicht abfallen. The Wild Robot h\u00e4tte es allein f\u00fcr seine meisterhafte Musik verdient, Memoir of a Snail ist so freakig wie liebevoll gemacht und \u00fcber Flow habe ich bereits mehrfach geschw\u00e4rmt.<\/p>\n<p>In der Tat gibt es hier sogar minimale Siegchancen, nachdem Flow \u00fcberraschend den Golden Globe vor The Wild Robot gewonnen hat. Aber letzterer ist dann doch mehr Academy- und Mainstream-freundlicher \u2013 im \u00fcbrigen beide Filme von der Thematik her nicht weit auseinander liegen.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester Dokumentarfilm<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: Porcelain War<br \/>\nSpoiler: No Other Land<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.Porcelain War<br \/>\n2.No Other Land<br \/>\n3.Soundtrack to a Coup d\u2019Etat<br \/>\n4.Sugarcane<br \/>\n5.Black Box Diaries<\/p>\n<p>Ich wiederhole mein Lob bez\u00fcglich der Animierten Filme: Die f\u00fcnf nominierten Dokumentarfilme sind ebenfalls alle sehr gut und meine Rankings liegen sehr dicht beieinander. Viele sehen No Other Land als den besten Dokumentarfilm, was ich aufgrund der Thematik und der Umsetzung auch gut verstehen kann. Mich pers\u00f6nlich hat allerdings Porcelain War einen Tacken mehr beeindruckt, allen voran wegen den Drohnenaufnahmen und die den Schrecken des Ukraine\/Russland-Konflikts umso beklemmender vermitteln.<\/p>\n<p>No Other Land plagen zwei Probleme: Zum einen ist der Film auch in den USA nur schwer zug\u00e4nglich und wird nirgends gestreamt. Zum anderen haben die beiden Regisseure einige Isreal-kritische Kommentare von sich gegeben, nachdem sie mit ihrem Film auf der Berlinale gewonnen haben. Und ohne den Inhalt der Kommentare zu bewerten bzw. ob sie recht oder unrecht haben: Viele Academy-Mitglieder sind j\u00fcdischer Abstammung und werden diese Kommentare vermutlich nicht m\u00f6gen, so unfair das auch klingen mag.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester Kurzdokumentarfilm<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: I Am Ready, Warden<br \/>\nSpoiler: The Only Girl in the Orchestra<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.Incident<br \/>\n2.Instruments of a Beating Heart<br \/>\n3.I Am Ready, Warden<br \/>\n4.Death by Numbers<br \/>\n5.The Only Girl in the Orchestra<\/p>\n<p>The Only Girl in the Orchestra ist ein \u00fcberraschend polarisierender Kurzdokumentafilm und dies aus einem eher doofen Grund: Es ist der Film mit der mit Abstand \u201eunwichtigsten\u201c Thematik. Das gef\u00e4llt dem einen, weil sich der Film eher entspannend und leicht anzuschauen anf\u00fchlt \u2013 und missf\u00e4llt dem anderen, weil so ein Oscar doch besser auf ein wichtiges Thema hinweisen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Mir selbst war er auch zu harmlos, gleichwohl handwerklich gut gemacht. Mein Favorit Incident ist von ganz anderer Natur und zeigt ausschlie\u00dflich Aufnahmen von Stra\u00dfenkameras, die einen t\u00f6dlichen Vorfall zwischen einem schwarzen Mann und mehreren wei\u00dfen Polizisten dokumentieren \u2013 und wo mir am Ende die Kinnlade runter geklappt ist.<\/p>\n<p>Death by Numbers dokumentiert die Gedanken einer jungen Frau, die das Parkland-Schulmassaker \u00fcberlebt hat und vor Gericht ein Statement vor den Augen des Amokl\u00e4ufers vorbereitet. Instruments of a Beating Heart zeigt eine japanische Grundschulklasse, in der einzelne Sch\u00fcler f\u00fcr eine Musikauff\u00fchrung gesucht und ausgew\u00e4hlt werden. Was auch total harmlos klingt, wenn man nicht den Leistungsdruck und die hohe Erwartungshaltung der Sch\u00fcler sp\u00fcren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Am Ende sehe ich I Am Ready, Warden als leichten Favoriten, weil es die letzten Gespr\u00e4che eines verurteilten M\u00f6rders kurz vor seiner Hinrichtung zeigt \u2013 und parallel dazu den Sohn des get\u00f6teten Opfers gegen\u00fcberstellt.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester Animierter Kurzfilm<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: Wander to Wonder<br \/>\nSpoiler: Magic Candies<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.Wander to Wonder<br \/>\n2.In the Shadow of the Cypress<br \/>\n3.Magic Candies<br \/>\n4.Yuck!<br \/>\n5.Beautiful Men<\/p>\n<p>Ich bin kein gro\u00dfer Fan von Beautiful Men und Yuck \u2013 habe mich bei beiden Filmen irgendwie unwohl gef\u00fchlt, was aber glaube mehr an mir selbst liegt. Beautiful Men zeigt drei Br\u00fcder, die eine Klinik f\u00fcr eine Haartransplation besuchen. Alle drei f\u00fchlen sich als nicht sehr attraktiv, sind unsicher und greifen sich am Ende auch gegenseitig an. Zwischendurch sieht es so aus, als ob nur einer eine Transplantation erh\u00e4lt \u2013 und der Grund, warum es dann doch alle drei schaffen, wirkt v\u00f6llig willk\u00fcrlich und wie aus dem Zauberhut gezogen.<\/p>\n<p>Yuck dreht sich um eine Handvoll Kinder, die gemeinsam auf einem Zeltplatz Erwachsene beim K\u00fcssen beobachten und dies eklig finden. Nat\u00fcrlich kommt es wie es kommen muss und zwei der Kinder versp\u00fcren selbst den Drang, sich zu k\u00fcssen. Und wie gesagt: Ich hab mich unwohl gef\u00fchlt. Obwohl die Darstellung und die Umsetzung sehr harmlos bzw. eher niedlich ist.<\/p>\n<p>Magic Candies ist ein klassischer animierter Film, basierend auf einem Kinderbuch. Demzufolge erh\u00e4lt ein Junge die F\u00e4higkeit, dass er Dinge oder Tiere sprechen h\u00f6rt, sobald er ein vom Muster her passendes Bonbon lutscht. Hier hat mir die Schlusspointe sehr gut gefallen, die ich so nicht erwartet habe. Als Spoiler sehe ich ihn deshalb, weil er sich am \u201eklassischsten\u201c von allen nominierten Filmen anf\u00fchlt.<\/p>\n<p>In the Shadow of the Cypress k\u00f6nnte man an als den \u201ek\u00fcnstlerisch wertvollen\u201c Beitrag bezeichnen, der obendrein von einer sehr ernsten Thematik profitiert: ein \u00e4lterer Mann lebt mit seiner erwachsenen Tochter alleine am Strand und leidet aufgrund seinen eigenen Kriegserfahrungen an PTSD. Er ist leicht getriggert und wird schnell aggressiv, was gleichzeitig eine gro\u00dfe Belastung f\u00fcr die Tochter ist. Doch dann wird ein Wal an den Strand geschwemmt, den beide unbedingt retten wollen. Der Mann wird daraufhin von mehreren R\u00fcckf\u00e4llen geplagt und kann doch am Ende einen wichtigen Schritt f\u00fcr seinen eigenen Lebensfrieden leisten.<\/p>\n<p>Mein ganz klarer Favorit, sowohl pers\u00f6nlich als auch als potenzieller Oscarsieger, ist ohne jeden Zweifel Wander to Wonder. Mir f\u00e4llt es hier auch leider schwer etwas zu schreiben und dies ohne zu spoilern. Deshalb nur so viel: Die Pr\u00e4misse ist eine Kindersendung, in der ein \u00e4lterer, liebenswerter Mann mit drei Knetfiguren interagiert. Recht fr\u00fch bemerkt man jedoch, dass irgendetwas nicht stimmt \u2013 und wird mit einer echten Horrorvorstellung konfrontiert, die mich sehr mitgenommen hat. Sprich: Auch der Film ist unangenehm, aber auf eine positive Weise \u2013 und mit einem sehr gut ausgearbeiteten Drehbuch, das innerhalb von einer Viertelstunde sehr viel zeigt und gleichzeitig keinen Meter chaotisch ist.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester Kurzfilm<\/span><\/h2>\n<p>Frontrunner: A Lien<br \/>\nSpoiler: I\u2019m Not a Robot<\/p>\n<p>My Ranking:<br \/>\n1.The Man Who Could Not Remain Silent<br \/>\n2.I\u2019m Not a Robot<br \/>\n3.Anuja<br \/>\n4.The Last Ranger<br \/>\n5.A Lien<\/p>\n<p>Vorweg: Alle f\u00fcnf Kurzfilme sind gut, weshalb es f\u00fcr mich auch kein \u201eProblem\u201c ist, wenn (wie von vielen vorher gesagt) mein am \u201eschlechtesten\u201c platzierter gewinnt. A Lien ist ein cleveres Wortspiel, weil es einerseits franz\u00f6sisch f\u00fcr \u201eEine Bindung\u201c bedeutet und andererseits zusammengeschrieben auf \u201eAlien\u201c hinweist \u2013 womit in Amerika vorrangig ein Ausl\u00e4nder gemeint ist.<\/p>\n<p>Entsprechend handelt der Film um eine kleine Familie (bestehend aus Vater, Mutter und Kind) aus El Salvador, die in die USA einrei\u00dfen m\u00f6chten. Die Mutter ist geb\u00fcrtige Amerikanerin, weshalb es f\u00fcr sie kein Problem g\u00e4be \u2013 wenn es nicht zu Konflikten und Vorurteilen gegen\u00fcber des Vaters kommen w\u00fcrde und weshalb die Beh\u00f6rden ihm die Einreise verweigern.<\/p>\n<p>Das Ende ist bewusst offen gelassen und suggeriert eine drohende Trennung der Familie. Der Film k\u00f6nnte allein wegen der Thematik gewinnen, die sp\u00e4testens mit der Wiederwahl von Donald Trump sp\u00fcrbar an Gewicht zugenommen hat.<\/p>\n<p>Mein Favorit ist hingegen The Man Who Could Not Remain Silent: Der wirklich sehr kurze Kurzfilm basiert auf einer wahren Begebenheit, als im Jahre 1993 eine paramilit\u00e4rische Einheit in Bosnien und Herzegowina einen Zug stoppt und s\u00e4mtliche Muslime herausholt. Das gleiche Schicksal w\u00e4re beinahe einem jungen Mann ohne Ausweis widerfahren, wenn sich nicht ein alter jugoslawischer Ex-Offizier eingemischt h\u00e4tte. Am Ende wurde er anstatt des Jungen aus dem Zug geholt \u2013 und hat sich im wahrsten Sinne des Wortes damit geopfert.<\/p>\n<p>Der Film geht einem entsprechend an die Nieren, obwohl man das finale Schicksal der M\u00e4nner nicht sieht und die gesamte Story innerhalb des Zuges statt findet. Bei der Thematik braucht es schlichtweg nicht mehr.<\/p>\n<p>The Last Ranger spielt in S\u00fcdafrika und behandelt die Beziehung zwischen einem jungen M\u00e4dchen und einer jungen Frau, einer Rangerin genau genommen. Sie k\u00fcmmert sich um den Verbleib der Nash\u00f6rner und muss sich dabei stets mit ruchlosen Wilderern auseinander setzen. W\u00e4hrend des Filmes eskaliert ein solcher Konflikt und zieht die Familie des M\u00e4dchens mit hinein.<\/p>\n<p>Wie alle anderen Kurzfilme profitiert auch dieser von sehr guten Schauspielern und von einer gewissen Authentizit\u00e4t: Das gerettete Nashorn wurde tats\u00e4chlich im realen Leben bedroht und konnte von Rangern gerettet werden.<\/p>\n<p>Anuja f\u00fchrt uns nach Indien und in das Leben zweier Schwestern, die alleine wohnen. Beide verdienen sich ihren Lebensunterhalt in einer Textilfabrik. Die j\u00fcngere, die gerade einmal neun Jahre alt ist, besitzt jedoch ein mathematisches Talent und erh\u00e4lt die Chance, eine Schule zu besuchen \u2013 sofern sie den passenden Eignungstest besteht. Das w\u00fcrde jedoch bedeuten, dass die Schwestern getrennt w\u00e4ren. Und entsprechend offen ist das Ende, das leider sehr hastig und wirr inszeniert ist. Ansonsten w\u00e4re Anuja ein sehr guter Film, der viele emotionale H\u00f6hen wie Tiefen vereint.<\/p>\n<p>Und wie jedes Jahr gibt es auch etwas \u201eLustiges\u201c, n\u00e4mlich I\u2019m Not a Robot \u2013 zumindest beginnt der Film sehr am\u00fcsant. Wir alle kennen diese Captcha-Tests, die beweisen sollen, dass man ein Mensch und keine Maschine sei. Der Film spielt genau damit und zeigt eine Frau, die verzweifelt versucht ein Captcha zu l\u00f6sen und st\u00e4ndig gesagt bekommt, sie sei kein Mensch. Was sich schnell als Wahrheit herausstellt und die altbekannte Frage aufwirft: Kann eine menschen\u00e4hnliche Maschine \u00fcberhaupt selbst erkennen, dass sie kein Mensch ist?<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Vollst\u00e4ndiges Ranking<\/span><\/h2>\n<p>50. Better Man<br \/>\n49. The Six Triple Eight<br \/>\n48. Beautiful Men<br \/>\n47. Emilia P\u00e9rez<br \/>\n46. Elton John: Never Too Late<br \/>\n45. Yuck!<br \/>\n44. Kingdom of the Planet of the Apes<br \/>\n43. Maria<br \/>\n42. Magic Candies<br \/>\n41. Gladiator 2<\/p>\n<p>40. The Only Girl in the Orchestra<br \/>\n39. A Lien<br \/>\n38. Alien: Romulus<br \/>\n37. Death by Numbers<br \/>\n36. A Different Man<br \/>\n35. The Last Ranger<br \/>\n34. Instruments of a Beating Heart<br \/>\n33. I Am Ready, Warden<br \/>\n32. Nosferatu<br \/>\n31. Black Box Diaries<\/p>\n<p>30. Sugarcane<br \/>\n29. I\u2019m Not a Robot<br \/>\n28. In the Shadow of the Cypress<br \/>\n27. Anuja<br \/>\n26. Soundtrack to a Coup d\u2019Etat<br \/>\n25. Wallace &amp; Gromit. Vengance Most Foul<br \/>\n24. Inside Out 2<br \/>\n23. Wander to Wonder<br \/>\n22. The Apprentice<br \/>\n21. No Other Land<\/p>\n<p>20. Incident<br \/>\n19. Memoir of a Snail<br \/>\n18. A Real Pain<br \/>\n17. Porcelain War<br \/>\n16. Sing Sing<br \/>\n15. The Man Who Could Not Remain Silent<br \/>\n14. The Seed of the Sacred Fig<br \/>\n13. The Wild Robot<br \/>\n12. The Girl with the Needle<br \/>\n11. September 5<\/p>\n<p>10. Nickel Boys<br \/>\n09. A Complete Unknown<br \/>\n08. Ainda Estou Aui<br \/>\n07. Dune: Part Two<br \/>\n06. The Substance<br \/>\n05. Flow<br \/>\n04. The Brutalist<\/p>\n<p>03. Wicked<br \/>\n02. Conclave<\/p>\n<p>01. Anora<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurz vor Toresschluss kann ich gar nicht anders und m\u00f6chte euch noch meine Oscar-Tipps &amp; -Meinungen f\u00fcr die heutige Nacht pr\u00e4sentieren.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11,1,12],"tags":[],"class_list":["post-7821","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-movie","category-allgemein","category-movie-awards"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7821","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7821"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7821\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7852,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7821\/revisions\/7852"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7821"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7821"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7821"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}