{"id":674,"date":"2014-08-23T20:32:39","date_gmt":"2014-08-23T18:32:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.theawardian.de\/?p=674"},"modified":"2021-07-12T23:25:46","modified_gmt":"2021-07-12T21:25:46","slug":"emmy-rundown-4-drama-series","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theawardian.de\/?p=674","title":{"rendered":"Emmy-Rundown #4: Drama Series"},"content":{"rendered":"<p>Das Beste zum Schluss: Immer mehr Serienjunkies behaupten, TV, HBO &amp; Co. habe die Klasse des Kinos l\u00e4ngst \u00fcberholt. Und wer nur \u00fcber die Namen der nominierten Drama Series schaut und dar\u00fcber hinaus er\u00f6rtert, was alles den Sprung verpasst hat, der m\u00f6chte der Theorie bereits beipflichten.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\"><!--more-->Outstanding Drama Series<\/span><\/h2>\n<p>Nominiert sind:<\/p>\n<p><em>Breaking Bad (Staffel 5, Teil 2)<br \/>\nDownton Abbey (Staffel 4 &amp; The London Season)<br \/>\nGame of Thrones (Staffel 4)<br \/>\nHouse of Cards (Staffel 2)<br \/>\nMad Men (Staffel 7, Teil 1)<br \/>\nTrue Detective (Staffel 1)<\/em><\/p>\n<p>Junge, junge, wo fange ich da blo\u00df an? Das eine so erstklassige und nahezu fehlerfrei inszenierte Serie wie <b>Mad Men<\/b> inzwischen das vermeintliche Schlusslicht bildet? Nein, das klingt unfair: <b>Mad Men<\/b> ist auch im siebten Jahr ein Musterbeispiel daf\u00fcr, wie man eine Epoche aus der Vergangenheit atmosph\u00e4risch gekonnt umsetzt.<\/p>\n<p>Das beste Beispiel ist die j\u00fcngste Folge, in der Neil Armstrong seinen Fu\u00df auf die Mondoberfl\u00e4che setzt und ganz Amerika wie gebannt vor dem Fernseher sitzt. Obwohl es f\u00fcr uns 45 Jahre her ist und viele Serienjunkies anno 1969 nicht einmal geboren waren, vermittelt <b>Mad Men<\/b> wunderbar, wie es sich angef\u00fchlt haben muss, einem solch weltbewegenden Ereignis beigewohnt zu haben. Es ist das gro\u00dfe Geheimnis von <b>Mad Men<\/b>: Anstatt abstruser Storystr\u00e4nge oder \u00fcberzogener Charakterentwicklung strotzt die Serie vor Authentizit\u00e4t und Glaubw\u00fcrdigkeit.<\/p>\n<p>Auch <b>Downton Abbey<\/b> besch\u00e4ftigt sich mit der Vergangenheit und vermittelt mir als Zuschauer wunderbar das Gef\u00fchl einer \u00c4ra, in der ich nie gelebt habe. 1924 werden die Crawleys weniger hart wie die Jahre zuvor vom Schicksal getroffen, was auch gut so ist &#8211; denn der Cliffhanger der dritten Staffel h\u00e4ngt immer noch jedem Fan im Hals stecken. Daf\u00fcr konzentriert sich das Drama auf die Bediensteten, allen voran John und Anna May Bates.<\/p>\n<p>Die beiden symbolisieren meiner Meinung nach die gro\u00dfe St\u00e4rke der vierten Staffel und zeigen damit zum wiederholten Male, warum <b>Downton Abbey<\/b> so gut ist: Die Serie schafft es wie keine zweite, Liebesgeschichten packend und mitf\u00fchlend zu gestalten, ohne dabei zu einer Schnulze zu verkommen. Es wirkt einfach ehrlich.<\/p>\n<p><b>House of Cards<\/b> ist im Prinzip das glatte Gegenteil, wenn bereits die Pr\u00e4misse uns derart n\u00f6tigt, das B\u00f6se zu sympathisieren. Ich als Zuschauer bin vollends zerrissen, denn eigentlich will ich keinen korrupten Politiker, der durch Verrat und Mord das Pr\u00e4sidentenamt erlangt. Aber Kevin Spacey ist die perfekte Besetzung f\u00fcr die amerikanisierte Version einer britischen Kultserie, weshalb ich mich seinem dunklen Charisma nicht entziehen kann.<\/p>\n<p>Gleichwohl bin ich pers\u00f6nlich mit der zweiten Staffel nicht ganz so zufrieden wie mit der ersten. Grund daf\u00fcr sind ein paar Ungereimtheiten bei der Storyentwicklung und das Ende der ersten Folge, bei dem mir allen Ernstes schlecht wurde. Sprich: DAS war mir eine Nummer zu hart. Aber all das ist vergessen mit der Schlussszene der letzten Folge, wenn Kevin Spacey uns in jedweder Hinsicht wachr\u00fcttelt. Mir ist kaum mehr von der zweiten Staffel von <b>House of Cards<\/b> im Ged\u00e4chtnis geblieben \u2013 aber vermutlich braucht es das gar nicht.<\/p>\n<p>Korruption und Verrat sind auch in <b>Game of Thrones<\/b> allgegenw\u00e4rtige Attribute. Nachdem ich gewaltige Probleme mit der dritten Staffel und gerade mit der sonst so hochgelobten \u201cRed Wedding\u201c Szene hatte (die der zugeh\u00f6rigen Folge eine sagenhafte 9,9 Wertung auf IMDB einbrachte), bin ich mit der diesj\u00e4hrigen Fortsetzung wieder im Einklang. Ich bestehe nicht auf Schwarzwei\u00dfmalerei, Heldentum und Happyends, aber ich brauchte endlich so etwas wie eine Genugtuung. Die erhielt ich in diesem Jahr, als immerhin ein paar der \u00fcbelsten Schurken der TV-Geschichte ihre verdiente Strafe bekamen.<\/p>\n<p>Von einer v\u00f6llig unn\u00f6tigen Sch\u00e4del-Zerquetsch-Szene abgesehen, halte ich auch die Art der Gewaltdarstellung f\u00fcr angebracht. In der Hinsicht bewegt sich <b>Game of Thrones<\/b> gut und gerne jenseits des ertr\u00e4glichen Geschmacks. Man solle mich nicht falsch verstehen: Es ist alles nur ein \u201cFilm\u201c, nur eine \u201cGeschichte\u201c. Aber manchmal erzielt weniger auch mehr und daran sollten die Produzenten von <b>Game of Thrones<\/b> bitte \u00f6fters denken. Ansonsten bewegt sich der epische Kampf der K\u00f6nigreicher aus meiner Sicht wieder in die richtige Richtung.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend bis hierhin alle benannten Serien bereits f\u00fcr alle (!) vorhergehenden Staffeln f\u00fcr einen Emmy nominiert waren, ist <b>True Detective<\/b> der neue Star am HBO-Himmel. Obwohl die Geschichte rund um zwei Detectives, die \u00fcber Jahrzehnte einer Serie von Ritualmorden nachgehen, im Grunde keine neuen Akzente zeigt und auf bew\u00e4hrte Mechanismen setzt, wird sie von vielen als ein neues Nonplusultra gefeiert. \u00c4hnlich wie in <b>Mad Men<\/b> ist es schwer, Fehler oder Ungereimtheiten zu finden. Es hat einfach Hand und Fu\u00df, was sich Autor Nic Pizzolatto und Director Cary Joji Fukunaga ausgedacht und auf acht Episoden gespannt haben.<\/p>\n<p>Zudem lebt die Serie von zwei Hauptdarstellern, die in meinen Augen die gesamte Konkurrenz deklassieren. Matthew McConaugheys Charakter ist dank seiner nihilistischen Z\u00fcge, seiner Drogensucht und seiner B\u00fcrde, Vater einer verstorbenen kleinen Tochter zu sein, bereits auf dem Papier eine Showb\u00fchne f\u00fcr schauspielerische Gr\u00f6\u00dfe, weshalb sein Emmy als der sicherste des morgigen abends gilt. Trotzdem w\u00fcrde meine Stimme an Woody Harrelson gehen: Seine Rolle als gescheiterter Ehemann und verzweifelter Verfechter einer konservativen Doppelmoral ist in meinen Augen viel schwieriger zu spielen gewesen, weil die Besonderheiten seines Charakters im Gegensatz zu dem von McConaughey tief im Innersten versteckt liegen. Trotzdem zeugen beide von einer \u00e4hnlichen Komplexit\u00e4t und Vielschichtigkeit.<\/p>\n<p>Doch was sind all die lobende Worte wert, wenn es am Ende nur den einen geben kann. Auch wenn es bereits fast ein Jahr her ist, so ist es immer noch die Sensation des amerikanischen Fernsehens der j\u00fcngeren Vergangenheit gewesen: das Finale von <b>Breaking Bad<\/b>. So viele gro\u00dfe Serien haben so derb viel versprochen \u2013 oft endeten sie in der Zerrissenheit der Fans, die gespalten wie Demokraten gegen Republikaner reagierten. Aber die Einigkeit \u00fcber die Genialit\u00e4t der letzten drei <b>Breaking Bad<\/b>-Folgen ist selbst mir unheimlich.<\/p>\n<p>Ozymandias gilt bereits jetzt als Synonym f\u00fcr das perfekte Drehbuch. Die Folge h\u00e4lt auf IMDB eine unglaubliche, wie eigentlich nie f\u00fcr m\u00f6glich gehaltene 10 von 10 Punkten. Jede offene Frage wurde gel\u00f6st und jede offene Rechnung beglichen. Vielleicht noch nie zuvor hat eine auf mehrere Jahre angelegte Serie es geschafft so gut zu enden. Und dabei geh\u00f6re ich pers\u00f6nlich nicht einmal zu den \u00dcber-Fans von Heisenberg &amp; Co.<\/p>\n<p>Ohne <b>True Detective<\/b> w\u00fcrde <b>Breaking Bad<\/b> morgen abr\u00e4umen ohne Reue \u2013 so m\u00fcssen sich die beiden Meister des TV-Jahrgangs 2013\/2014 die gro\u00dfen Brocken teilen. Sollte <b>Breaking Bad<\/b> in der Tat verlieren, dann eigentlich nur aus dem einen, bereits genannten Grund: Es ist fast ein Jahr her, als die letzten Folgen liefen. Um genau zu sein war es zur Zeit der letztj\u00e4hrigen Emmy-Verleihung, in der die Serie erstmals als Gesamtes ausgezeichnet wurde. Und ich habe damals gemutma\u00dft, dass der Lohn vielleicht nicht nur auf den nominierten Episoden beruhte. Was, wenn einige Emmy-W\u00e4hler die Serie auch aufgrund des parallel zur Verleihung laufenden Finales ankreuzten? Die d\u00fcrften ihre Stimme in diesem Jahr einem der Konkurrenten geben.<\/p>\n<p>Noch ein paar Worte zu den anderen Kategorien: Ich wei\u00df, die ber\u00fchmte 6-Minuten-Szene der vierten Episode von <b>True Detective<\/b> ist Fukunagas Ticket f\u00fcr seinen Emmy-Gewinn als bester Regisseur. Aber pers\u00f6nlich hat mich die j\u00fcngste Episode von <b>Boardwalk Empire<\/b> (einer Serie, mit der ich eigentlich recht wenig etwas anfangen kann) zutiefst ber\u00fchrt. Das Ende ist glorreich durchdacht, hervorragend geschnitten und w\u00fcrdigt vortrefflich einen der markantesten Charaktere (mehr darf ich aufgrund der Spoiler-Gefahr nicht preis geben).<\/p>\n<p>Die Drehbuchkategorie ist ganz fest in der Hand von <b>Breaking Bad<\/b>, egal welche der nominierten Episoden gewinnt. Daf\u00fcr d\u00fcrfen die Schauspieler (mit Ausnahme von McConaughey) bis zur Minute der Bekanntgabe zittern. Speziell bei den Hauptdarstellerinnen gab es selten ein so enges und spannendes Rennen, weil es f\u00fcr alle nominierte Damen ein Gewinnszenario gibt. Leider fehlt mir gerade hier aufgrund der mangelnden Zeit die pers\u00f6nliche Seherfahrung, weil ich nur ein Drittel der ber\u00fccksichtigten Leistungen angeschaut habe.<\/p>\n<p>Wer selbst \u201craten\u201c und \u201cmitfiebern\u201c m\u00f6chte, dem sei noch einmal gesagt, dass die Schauspieler nur f\u00fcr EINE Episode nominiert sind, die sie SELBST zu Nominierungszwecken eingereicht haben! So verlor Julianna Margulies mutma\u00dflich f\u00fcr die erste Staffel von <b>The Good Wife<\/b>, weil sie trotz einer Saison \u00fcbergreifenden Glanzleistung eine vergleichsweise schwache Episode bewarb. In diesem Jahr ist mir keine \u00e4hnliche Fehlwahl bekannt \u2013 jedoch k\u00f6nnten Leute wie beispielsweise Peter Dinklage von der Prozedur profitieren, weil sich deren Brillanz bereits durch eine gut gew\u00e4hlte Episode beweisen l\u00e4sst.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Outstanding Drama Series<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"color: #dfdf30;\"><i><b>Will win:<\/b> Breaking Bad<br \/>\n<b>Could win:<\/b> True Detective<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Breaking Bad<\/i><\/span><\/p>\n<h3><span style=\"color: #80bfff;\">Personal Ranking:<\/span><\/h3>\n<p><span style=\"color: #dfdf30;\"><i>1.Breaking Bad<br \/>\n2.True Detective<br \/>\n3.Game of Thrones<br \/>\n4.Downton Abbey<br \/>\n5.House of Cards<br \/>\n6.Mad Men<\/i><\/span><\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Outstanding Directing<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"color: #dfdf30;\"><i><b>Will win:<\/b> True Detective: Who Goes There<br \/>\n<b>Could win:<\/b> Breaking Bad: Felina<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Boardwalk Empire: Farewell Daddy Blues<\/i><\/span><\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Outstanding Writing<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"color: #dfdf30;\"><i><b>Will win:<\/b> Breaking Bad: Ozymandias<br \/>\n<b>Could win:<\/b> Breaking Bad: Felina<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Breaking Bad: Ozymandias<\/i><\/span><\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Outstanding Lead Actor <\/span><\/h2>\n<p><span style=\"color: #dfdf30;\"><i><b>Will win:<\/b> Matthew McConaughey (True Detective: Form and Void)<br \/>\n<b>Could win:<\/b> Bryan Cranston (Breaking Bad: Ozymandias)<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Woody Harrelson (True Detective: The Locked Room)<\/i><\/span><\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Outstanding Lead Actress<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"color: #dfdf30;\"><i><b>Will win:<\/b> Robin Wright (House of Cards: Chapter 26)<br \/>\n<b>Could win:<\/b> Julianna Margulies (The Good Wife: The Last Call)<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Robin Wright (House of Cards: Chapter 26)<\/i><\/span><\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Outstanding Supporting Actor<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"color: #dfdf30;\"><i><b>Will win:<\/b> Aaron Paul (Breaking Bad: Confessions)<br \/>\n<b>Could win:<\/b> Josh Charles (The Good Wife: Hitting the Fan)<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Peter Dinklage (Game of Thrones: The Laws of Gods and Men)<\/i><\/span><\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Outstanding Supporting Actress<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"color: #dfdf30;\"><i><b>Will win:<\/b> Anna Gunn (Breaking Bad: Ozymandias)<br \/>\n<b>Could win:<\/b> Joanne Froggatt (Downton Abbey: Episode Four)<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Anna Gunn (Breaking Bad: Ozymandias)<\/i><\/span><\/p>\n<p><i>Links zu allen Blogeintr\u00e4gen \u00fcber die diesj\u00e4hrige Emmy-Verleihung:<\/i><\/p>\n<p><i><a title=\"Emmy-Nominierungen\" href=\"https:\/\/www.theawardian.de\/?p=578\">1. Emmy-Nominierungen 2013\/2014<\/a><br \/>\n<a title=\"Comedy Series\" href=\"https:\/\/www.theawardian.de\/?p=606\">2. Emmy-Rundown #1: Comedy Series<\/a><br \/>\n<a title=\"Television Movies\" href=\"https:\/\/www.theawardian.de\/?p=653\">3. Emmy-Rundown #2: Television Movies<\/a><br \/>\n<a title=\"Miniseries\" href=\"https:\/\/www.theawardian.de\/?p=663\">4. Emmy-Rundown #3: Miniseries<\/a><br \/>\n<a title=\"Drama Series\" href=\"https:\/\/www.theawardian.de\/?p=674\">5. Emmy-Rundown #4: Drama Series<\/a><\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Beste zum Schluss: Immer mehr Serienjunkies behaupten, TV, HBO &amp; Co. habe die Klasse des Kinos l\u00e4ngst \u00fcberholt. 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