{"id":6581,"date":"2019-02-23T06:29:26","date_gmt":"2019-02-23T04:29:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theawardian.de\/?p=6581"},"modified":"2021-07-12T23:59:36","modified_gmt":"2021-07-12T21:59:36","slug":"black-panther","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theawardian.de\/?p=6581","title":{"rendered":"Black Panther"},"content":{"rendered":"<p>1931 erscheint <b>Skippy<\/b> \u2013 der erste verfilmte Comicstrip, der f\u00fcr Best Picture nominiert wird. 1971 kommt <b>A Clockwork Orange<\/b> in die Kinos \u2013 der erste Science-Fiction-Film, der f\u00fcr Best Picture nominiert wird. 1973 deb\u00fctiert <b>Der Exorzist<\/b> \u2013 der erste Horrorfilm,der f\u00fcr Best Picture nominiert wird.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nVon au\u00dfen betrachtet ist Wakanda eine afrikanische Nation wie jede andere: verarmt und r\u00fcckst\u00e4ndig. Doch in Wahrheit ist das Land hochtechnologisiert, seit ein Meteor mit Vibranium eingeschlagen ist. Dieses Metall ist derart m\u00e4chtig, weshalb sich Wakanda mit einem unsichtbar machenden Schutzschild von der Au\u00dfenwelt abschotten kann \u2013 aus Angst, das Vibranium k\u00f6nne in falsche H\u00e4nde geraten.<\/p>\n<p>Die Bewohner von Wakanda m\u00fcssen gleichwohl einen schweren Schicksalsschlag verkraften: Ihr K\u00f6nig T&#8217;Chaka kam bei einem Bombenanschlag ums Leben (prim\u00e4r erz\u00e4hlt in <b>The First Avenger: Civil War<\/b> und hier geschickt als kurze R\u00fcckblende eingebaut). An seiner Stelle tritt sein Sohn T&#8217;Challa, der im Rahmen einer traditionellen Zeremonie gekr\u00f6nt werden soll. Er hat zwar bereits die Kr\u00e4fte des herzf\u00f6rmigen Krautes geerbt, die ihn zum Superhelden Black Panther machen. Doch soll er noch einmal um dieser beraubt werden \u2013 damit einer der anderen Stammesf\u00fchrer von Wakanda ihn herausfordern kann, um selbst K\u00f6nig zu werden.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich besteht T&#8217;Challa diese Herausforderung und sieht sich sogleich mit ganz anderen Problemen konfrontiert: Zun\u00e4chst muss er sich um ein gestohlenes Artefakt k\u00fcmmern, das aus Vibranium besteht und somit eine Gefahr f\u00fcr Wakanda darstellt. Dabei erf\u00e4hrt er von einem grausigen Geheimnis, das sein Vater mit ins Grab genommen hat \u2013 und ihn nachtr\u00e4glich in Form des Schurkens Killmonger heimsucht.<\/p>\n<p><b>Black Panther<\/b> hat es geschafft: eine Best-Picture-Nominierung f\u00fcr einen Superheldenfilm. Weder Richard Donners <b>Superman<\/b> noch Tim Burtons <b>Batman<\/b> oder Christopher Nolans <b>The Dark Knight<\/b> erhielten diese Ehre. Nat\u00fcrlich ist es ein offenes Geheimnis, dass letztgenannter Film der ausschlaggebende Grund f\u00fcr die Erweiterung des Best-Picture-Feldes von f\u00fcnf auf bis zu zehn verantwortlich gewesen ist. Aber trotzdem hat kaum einer mehr daran geglaubt \u2013 erst recht nicht, nachdem Hollywood vor vier Jahren den Anti-Superheldenfilm <b>Birdman<\/b> auszeichnete und Marvel zwar gute, jedoch gr\u00f6\u00dftenteils austauschbare Werke im Sekundentakt ins Kino bringt.<\/p>\n<p>Einer der wesentlichen Gr\u00fcnde, weshalb die Industrie im Gesamten ein Problem mit Filmen dieser Art hat: Schauspieler bangen um ihren Job. Wo bleibt ihre Kunst, wenn sie in all dem Technikbombast keinen Platz hat? Doch bereits der erstaunlich hohe Metacritic-Schnitt f\u00fcr <b>Black Panther<\/b>, der mit 88 Punkten sogar \u00fcber jenem von <b> The Dark Knight<\/b> liegt, deutet an: Hier haben wir es mit einem anderen Fall zu tun.<\/p>\n<p>Der Grund, warum ich den Film ebenfalls sehr hoch einsch\u00e4tze und zum besten z\u00e4hle, was das Genre je hervorgebracht hat, sind die schauspielerischen Leistungen. Keine Figur wirkt wie eine Marionette. Alle haben ihre eigene Rolle und k\u00f6nnen sich wunderbar entfalten. Viele loben Michael B. Jordan als Killmonger, der auch mir gesondert aufgefallen ist. Ich m\u00f6chte jedoch lieber jemand anderen hervorheben: Chadwick Boseman als T&#8217;Challa.<\/p>\n<p>Boseman ist f\u00fcr mich der perfekte Held zum anfassen: Mutig und dem\u00fctig. Ehrlich und hartn\u00e4ckig. Glaubw\u00fcrdig und \u00fcberm\u00e4chtig. Jeder Satz, den er spricht, f\u00fchlt sich wie gro\u00dfes Schauspielkino an. Sein Akzent ist unwiderstehlich. Und gleichzeitig stiehlt er niemanden die Show \u2013 im Gegenteil: Alle anderen scheinen um ihn herum aufzubl\u00fchen.<\/p>\n<p>Gleichwohl ich den Preis der Screen Actor Gilde f\u00fcr das beste Schauspielensemble eher an <b>A Star is Born<\/b> gegeben h\u00e4tte, so bin ich mit dem Sieg f\u00fcr <b>Black Panther<\/b> voll zufrieden und kann ihn unter den oben genannten Umst\u00e4nden verstehen: Die Schauspieler wollten hiermit ein Ausrufezeichen setzen und sagen, dass sie Superheldenfilme unterst\u00fctzen \u2013 WENN man ihnen die Chance zur Entfaltung gew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Das wiederum ist der Verdienst von Regisseur Ryan Coogler \u2013 und weshalb es mich rasend macht, dass er so gut wie nirgends f\u00fcr diese Leistung gew\u00fcrdigt wird. Er hat nicht nur ein visuell atemberaubendes Wakanda geschaffen, das ein perfekter Hybrid aus afrikanischer Stammeskultur und hochmodernen Sci-Fi darstellt. Er hat mit seinem \u201eDirecting\u201c den Schauspielern genau den richtigen Weg gezeigt und geebnet.<\/p>\n<p>Ebenfalls besonders hervorzuheben ist Lucas G\u00f6ranssons meisterhafte Musik, der ich allen ernstes den Oscar g\u00f6nne \u2013 selbst wenn der urspr\u00fcngliche Frontrunner der Kategorie namens <b>First Man<\/b> nominiert w\u00e4re. Sein Wakanda-Thema lebt von einer sagenhaften Mischung aus afrikanischer Musikkunst und bombastischem Hollywood-Ged\u00f6ns. Selten vernehme ich solch epische Musik, die nach h\u00f6her, sch\u00f6ner, weiter schreit und niemals \u00fcber die Str\u00e4nge schl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Im gleichen Zuge h\u00e4tte ich es dem Makeup-Team geg\u00f6nnt, das leider nicht nominiert ist und weshalb ich umso mehr f\u00fcr die Kost\u00fcmdesigner zittere. Wenn es ein Film schaffen k\u00f6nnte, gegen die prunkvollen Historienkleider eines <b>The Favourite<\/b> oder <b>Mary Queen of Scots<\/b> zu bestehen, dann diese kulturell hochwertig wirkenden Kleidungen.<\/p>\n<p>Bleibt die Frage: Jetzt wo <b>Black Panther<\/b> die Nominierung eingeheimst hat, ist da vielleicht auch der Sieg f\u00fcr Best Picture greifbar? Es ist unwahrscheinlich, aber nicht unm\u00f6glich. Leider fehlt dem Film jede weitere wichtige Nominierung, egal ob f\u00fcr Regie, Drehbuch, Kamera, Filmschnitt oder einen der Schauspieler. Allerdings ist das Rennen in diesem Jahr sehr eng und der Sieg bei der Screen Actor Gilde ein sehr dickes Ausrufezeichen.<\/p>\n<p>Die Frage w\u00e4re nur, was danach mit dem Film geschieht. Schon jetzt sind die Neider unerm\u00fcdlich, die ihrer Meinung nach ungerechtfertigte Nominierungsehre schlecht zu reden. Sie vermuten ein Politikspiel dahinter, weil es sich um den ersten Superheldenfilm mit prim\u00e4r schwarzen Schauspielern handelt. Ja, klar&#8230; die Academy ist bekannt daf\u00fcr, dass sie Werke mit afroamerikanischen Schwerpunkt reihenweise hervorhebt (\/Ironieaus).<\/p>\n<p><b><i>Nominiert f\u00fcr: Bester Film, Beste Musik, Bester Song, Bestes Produktionsdesign, Beste Kost\u00fcme, Bester Ton, Bester Tonschnitt.<\/i><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1931 erscheint Skippy \u2013 der erste verfilmte Comicstrip, der f\u00fcr Best Picture nominiert wird. 1971 kommt A Clockwork Orange in die Kinos \u2013 der erste Science-Fiction-Film, der f\u00fcr Best Picture nominiert wird. 1973 deb\u00fctiert Der Exorzist \u2013 der erste Horrorfilm,der f\u00fcr Best Picture nominiert wird.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11,1,12,14],"tags":[],"class_list":["post-6581","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-movie","category-allgemein","category-movie-awards","category-kritik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6581","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6581"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6581\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6973,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6581\/revisions\/6973"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6581"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6581"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6581"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}