{"id":6396,"date":"2018-03-04T23:18:48","date_gmt":"2018-03-04T21:18:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.theawardian.de\/?p=6396"},"modified":"2021-07-12T23:58:00","modified_gmt":"2021-07-12T21:58:00","slug":"oscar-tippschein-201718","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theawardian.de\/?p=6396","title":{"rendered":"Oscar-Tippschein 2017\/18"},"content":{"rendered":"<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester Film<\/span><\/h2>\n<p>In einem gew\u00f6hnlichen Jahr sind die Zeichen klar gesetzt. Im Normalfall gibt es einen klaren Favoriten und einen, vielleicht zwei Verfolger. Doch glaubt man den Oscarbloggern, dann ist 2017 kein gew\u00f6hnliches Filmjahr. Demzufolge geistern selbst Stunden vor der Verleihung f\u00fcnf Titel durch das Internet, die ernsthaft gewinnen k\u00f6nnten: <b>Lady Bird, Get Out, Dunkirk, The Shape of Water<\/b> und <b>Three Billboards Outside Ebbing, Missouri<\/b>.<\/p>\n<p><!--more--><b>Lady Bird<\/b> gewinnt, wenn die #MeToo-Bewegung innerhalb der Academy noch h\u00f6here Wellen geschlagen hat als alle vermuten. Ein Coming-of-Age-Film einer jungen Frau, gedreht von einer Frau und geschrieben von einer Frau \u2013 vor ein paar Jahren h\u00e4tte der Film vermutlich nicht mal Nominierungen f\u00fcr Best Picture oder gar Best Director eingeheimst. Doch Great Gerwigs Geschichte, inspiriert von ihrem eigenen Leben, trifft zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Nerv.<\/p>\n<p><b>Get Out<\/b> gewinnt, wenn ein gro\u00dfer Anteil der Academy auf den sozialkritische Aspekt setzt und Jordan Peele f\u00fcr die Kinosensation 2017 belohnen will. Allein das der Film \u00fcber ein Jahr nach seiner Ver\u00f6ffentlichung ernsthafte Chancen auf den Preis aller Preise hat, spricht B\u00e4nde \u2013 und erinnert Oscar-Experten an <b>Das Schweigen der L\u00e4mmer<\/b>. Zudem hat er gestern mit dem Independent Spirit Award sowie dem Writer Guild Award exakt die gleichen Auszeichnungen erhalten wie ein Jahr zuvor <b>Moonlight<\/b>.<\/p>\n<p><b>The Shape of Water<\/b> gewinnt, wenn die Academy endlich mal wieder einen visuell beeindruckenden Film w\u00fcrdigen m\u00f6chte und ausnahmsweise nicht so viel Wert auf die Gewichtung der Schauspieler legt. Statistisch gesehen sprechen der Sieg des Producer Guild Award, Director Guild Award und Critics Choice Award f\u00fcr Guillermo Del Toros Film.<\/p>\n<p><b>Three Billboards Outside Ebbing, Missouri<\/b> gewinnt, wenn die Academy sich kaum ver\u00e4ndert hat, nach wie vor auf hohe Schauspielkunst setzt und dem Beispiel von BAFTA sowie Golden Globe folgt. Wenn sie eine Geschichte auszeichnen m\u00f6chte, die fern ab von jedem Schwarz-Wei\u00df-Denken lebt.<\/p>\n<p>Und <b>Dunkirk<\/b> gewinnt, wenn die eben genannten Kandidaten zu wenige Erst- und Zweitstimmen erhalten und auf den folgenden R\u00e4ngen der bereits ausgeschlossenen Filme eben Christopher Nolans Kriegsdrama steht.<\/p>\n<p><b>Lady Bird<\/b> gewinnt nicht, weil dem Film viele entscheidende Nominierungen fehlen (darunter f\u00fcr Schnitt oder \u00fcberhaupt irgendeine technische Kategorie), er bei den BAFTAs sehr schlecht weggekommen und kein einziger Gildenpreis herausgesprungen ist.<\/p>\n<p><b>Get Out<\/b> gewinnt nicht, weil auch hier viele wichtige Nominierungen fehlen (d.h. die gleichen wie bei <b>Lady Bird<\/b>), Genre-Filme stets einen schweren Stand in der Academy haben und abseits des Writer Guild Awards auch hier viel zu viele Gildennominierungen ins Leere verlaufen sind.<\/p>\n<p><b>The Shape of Water<\/b> gewinnt nicht, weil der Film von seiner Art her \u00fcberhaupt nicht nach Best Picture riecht, es schon bei den BAFTAs nicht geklappt hat (trotz f\u00fchrender Nominierungsanzahl) und diese vermaledeite Nominierung f\u00fcr das beste Schauspieler-Ensemble der Screen Actor Gilde fehlt \u2013 ein statistisch enorm m\u00e4chtiges Hindernis, dass bislang nur <b>Braveheart<\/b> \u00fcberwinden konnte.<\/p>\n<p><b>Three Billboards Outside Ebbing, Missouri<\/b> gewinnt nicht, weil der Film tats\u00e4chlich so umstritten ist, wie es das Internet vermutet, und die Nicht-Nominerung f\u00fcr die beste Regie mehr als nur Pech aufgrund der gro\u00dfen Konkurrenz war.<\/p>\n<p><b>Dunkirk<\/b> gewinnt nicht, wenn die Academy nach wie vor Wert auf ein tolles Drehbuch legt und mehr oder weniger improvisierten Geschichten keine Beachtung schenken m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Aus diesen Argumenten schlie\u00dfe ich: <b>Three Billboards Outside Ebbing, Missouri<\/b> macht&#8217;s. Der Film wird vom europ\u00e4ischen Block der Academy gepusht (siehe Golden Globes und BAFTA), ist wohl doch nicht so umstritten wie von vielen gedacht und die fehlende Regie-Nominierung f\u00e4llt in dieser Zeit nicht mehr so sehr ins Gewicht, weil seit einigen Jahren das Drehbuch eine st\u00e4rkere Bedeutung hat.<\/p>\n<p>Ich gehe sogar noch weiter: Sollte Martin McDonagh den Drehbuchoscar gewinnen, dann steht der Sieger fest. Mehr dazu weiter unten.<\/p>\n<p><b>The Shape of Water<\/b> ist gleichwohl ein sehr ernstzunehmender Kandidat, allein weil dieser d\u00e4mliche Screen-Actor-Ensemble-Fluch mal brechen muss. Der Film hat bereits den Segen der Produzenten und der Regisseure, zudem Guillermo Del Toro fast sicher den Regie-Preis einheimst. Auch hier gilt: Sollte er zudem f\u00fcr das Drehbuch gewinnen (was allerdings sehr, sehr unwahrscheinlich ist), dann ist das Rennen gelaufen.<\/p>\n<p>Und auch wenn es nach Wunschdenken riecht: <b>Get Out<\/b> ist nicht v\u00f6llig vom Tisch und k\u00f6nnte dank des pr\u00e4ferenziellen Wahlsystems sogar Best Picture ohne einen weiteren Oscar gewinnen. Wie bereits argumentiert: Es muss einen Grund geben, warum Jordan Peeles Horror-Drama-Thriller-Dokumentar-Kom\u00f6die immer noch so viel Beachtung erh\u00e4lt. Zudem st\u00f6rt ihn keine negative Kampagne, w\u00e4hrend <b>Three Billboards<\/b> gegen den Vorwurf des Rassismus und <b>The Shape of Water<\/b> gegen den des Plagiarismus k\u00e4mpft.<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> Three Billboards Outside Ebbing, Missouri<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> The Shape of Water, Get Out<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Get Out<br \/>\n<b>Missing:<\/b> Baby Driver<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. Get Out<br \/>\n2. Lady Bird<br \/>\n3. Phantom Thread (Der seidene Faden)<br \/>\n4. Call Me By Your Name<br \/>\n5. Dunkirk<br \/>\n6. The Shape of Water<br \/>\n7. Three Billboards Outside Ebbing, Missouri<br \/>\n8. The Post<br \/>\n9. Darkest Hour (Die dunkelste Stunde)<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Beste Regie<\/span><\/h2>\n<p>W\u00e4hrend Best Picture in der Luft h\u00e4ngt, ist Guillermo Del Toro der Regiepreis nahezu sicher. Er hat wirklich alles relevante gewonnen, darunter den Golden Globe, den BAFTA, den Critics Choice Award und vor allem den Dircetor Guild Award. Auch wenn er bei mir am Ende des F\u00fcnferfeldes steht (was an einzelnen Szenen liegt, die mich bei jedem Film von Del Toro aufregen), so ist die visuelle Umsetzung ganz im Trend von anderen Oscar-Siegern der letzten Jahre \u2013 siehe Ang Lees <b>Life of Pi<\/b> Alfonso Cuarons <b>Gravity<\/b> oder Damien Chazelles <b>La La Land<\/b>.<\/p>\n<p>Der einzige Spoiler, den ich derzeit sehe, ist NICHT Christopher Nolan, sondern Jordan Peele: Sein unvergleichlicher Genre-Mix wird sicherlich einige Stimmen auf sich ziehen und ich verstehe sowieso nicht, wieso Universal Pictures hier keine Kampagne \u00e1 la &#8222;Der erste afroamerikanische Regiegewinner&#8220; gefahren hat.<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> Guillermo Del Toro (The Shape of Water)<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> Jordan Peele (Get Out)<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Jordan Peele (Get Out)<br \/>\n<b>Missing:<\/b> Luca Guadagnino (Call Me By Your Name)<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. Jordan Peele (Get Out)<br \/>\n2. Paul Thomas Anderson (Phantom Thread (Der seidene Faden))<br \/>\n3. Christopher Nolan (Dunkirk)<br \/>\n4. Greta Gerwig (Lady Bird)<br \/>\n5. Guillermo Del Toro (The Shape of Water)<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester Hauptdarsteller<\/span><\/h2>\n<p>Es passiert inzwischen eher selten, aber so manchmal klappt es dann doch: den geplanten Oscarsieg. Gary Oldmans Leistung als Winston Churchill schreit gerade nach Academy Award und das in mehrfacher Hinsicht. Die Academy liebt Umsetzungen realer Pers\u00f6nlichkeiten und sie verehrt Transformationen jedweder Art. Oldman ist nirgends mehr in seinem Churchill wieder zu erkennen \u2013 und dar\u00fcber hinaus einer der beliebtesten Schauspieler, die noch nie gewonnen haben.<\/p>\n<p>Dazu passend ist sein st\u00e4rkster Konkurrent Timoth\u00e9e Chalamet viel zu jung f\u00fcr einen Best-Actor-Oscar \u2013 er w\u00fcrde den derzeitigen Rekordhalter Adrian Brody um mehr als sieben Jahre (!) schlagen.<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> Gary Oldman (Darkest Hour (Die dunkelste Stunde))<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> Timoth\u00e9e Chalamet (Call Me By Your Name)<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Gary Oldman (Darkest Hour (Die dunkelste Stunde))<br \/>\n<b>Missing:<\/b> James Franco (The Disaster Artist)<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. Gary Oldman (Darkest Hour (Die dunkelste Stunde))<br \/>\n2. Timoth\u00e9e Chalamet (Call Me By Your Name)<br \/>\n3. Daniel Kaluuya (Get Out)<br \/>\n4. Daniel Day-Lewis (Phantom Thread (Der seidene Faden))<br \/>\n5. Denzel Washington (Roman Israel, Esq)<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Beste Hauptdarstellerin<\/span><\/h2>\n<p>Frances McDormand hat bereits einen Oscar, aber ihre Leistung in <b>Three Billboards Outside Ebbing, Missouri<\/b> ist derart dominant, weshalb ihr der zweite praktisch sicher ist. Selbst ich, der den Film nicht ganz so spektakul\u00e4r empfand und ein sehr gro\u00dfer Fan ihrer Konkurrentin Saorise Ronan ist, w\u00fcrde sie f\u00fcr ihre Hasserf\u00fcllte Gef\u00fchls-Tour-de-Force ohne Reue w\u00e4hlen.<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> Frances McDormand (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> Saoirse Ronan (Lady Bird)<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Frances McDormand (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)<br \/>\n<b>Missing:<\/b> Michelle Williams (All the Money in the World)<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. Frances McDormand (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)<br \/>\n2. Saoirse Ronan (Lady Bird)<br \/>\n3. Margot Robbie (I, Tonya)<br \/>\n4. Sally Hawkins (The Shape of Water)<br \/>\n5. Meryl Streep (The Post)<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester Nebendarsteller<\/span><\/h2>\n<p>Eigentlich hatte ich Christopher Plummers Nominierung f\u00fcr <b>All the Money in the World<\/b> als eine reine #MeToo-Reaktion gesehen \u2013 beziehungsweise als eine gesonderte Belohnung, dass ein 88 Jahre alter Mann derart kurzfristig eine so hochkar\u00e4tige Rolle ersetzen kann.<\/p>\n<p>Aber ganz ehrlich? D\u00fcrfte ich w\u00e4hlen, ich w\u00fcrde gar seinen Namen f\u00fcr den Oscar ankreuzen. Man sp\u00fcrt regelrecht, wie er sein eigenes Ding durchzieht und Paul Getty in einen herrlich alten Drecksack verwandelt, ohne an Stil zu verlieren.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Oscar-Verleihung ist der Sack allerdings zu, denn da kommt niemand an Sam Rockwell vorbei. Der Junge hat ebenfalls alles wichtige gewonnen: Golden Globe, Critics Choice, Screen Actor, BAFTA. Mehr geht nicht. Und bitte wundert euch nicht, dass ich dieses Argument hier und heute mehrfach wiederhole. Doch was die Schauspieler anbelangt, ist das Rennen bereits seit Mitte Januar gelaufen.<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> Sam Rockwell (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> Willem Dafoe (Florida Project)<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Christopher Plummer (All the Money in the World)<br \/>\n<b>Missing:<\/b> Patrick Stewart (Logan)<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. Christopher Plummer (All the Money in the World)<br \/>\n2. Sam Rockwell (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)<br \/>\n3. Woody Harrelson (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)<br \/>\n4. Willem Dafoe (Florida Project)<br \/>\n5. Richard Jenkins (The Shape of Water)<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Beste Nebendarstellerin<\/span><\/h2>\n<p>Das hier wird f\u00fcr mich der schmerzlichste Moment sein, denn bei aller Liebe zu Allison Janney: Ich verstehe nicht, wieso sie und nicht Laurie Metcalf den Golden Globe, den Screen Actor, den BAFTA und den Golden Globe gewonnen hat.<\/p>\n<p>Ich meine: Janney ist nicht schlecht und mimt eine typisch fiese Antagonisten-Mutter, mit der sie in jeder Szene eindrucksvoll auff\u00e4llt. Aber es ist eine Schwarz-Wei\u00df-Rolle, w\u00e4hrend Metcalf sowohl die gr\u00f6\u00dfere Herausforderung als mal liebende, mal motzende Mutter hat und diese auch um Welten besser bew\u00e4ltigt.<\/p>\n<p>Aber wie bereits gesagt: Janney hat wirklich alles im Vorfeld gewonnen, was in Richtung Oscar-Verleihung schielt, und es w\u00e4re eine kleine Sensation, wenn es doch noch Metcalf schafft.<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> Allison Janney (I, Tonya)<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> Laurie Metcalf (Lady Bird)<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Laurie Metcalf (Lady Bird)<br \/>\n<b>Missing:<\/b> Catherine Keener (Get Out)<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. Laurie Metcalf (Lady Bird)<br \/>\n2. Lesley Manville (Phantom Thread (Der seidene Faden))<br \/>\n3. Allison Janney (I, Tonya)<br \/>\n4. Octavia Spencer (The Shape of Water)<br \/>\n5. Mary J. Blige (Mudbound)<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bestes Originaldrehbuch<\/span><\/h2>\n<p>Die Killerkategorie des Abends und der Vorzeigebote schlechthin, wer am Ende &#8222;Best Picture&#8220; abr\u00e4umen k\u00f6nnte. Von den f\u00fcnf nominierten Filmen hat einer leichte und drei sehr ernsthafte Gewinnchancen.<\/p>\n<p>Sollte <b>The Shape of Water<\/b> siegen, dann k\u00f6nnt ihr den Fernseher bez\u00fcglich Best Picture ausschalten: Dann ist Guillermo Del Toros modernes M\u00e4rchen nicht mehr zu bremsen.<\/p>\n<p>Sollte <b>Three Billboards Outside Ebbing, Missouri<\/b> gewinnen, dann k\u00f6nnen Fans von Martin McDonagh ebenfalls ernsthaft tr\u00e4umen \u2013 trotz der fehlenden Regienominierung.<\/p>\n<p>Sollte <b>Get Out<\/b> oder <b>Lady Bird<\/b> gewinnen, dann bleibt es bis zur letzten Sekunde hochspannend.<\/p>\n<p>Ich gehe mit meinem Tipp auf Nummer sicher, werde aber bei <b>Get Out<\/b> durch die Decke gehen. Und die Chancen, dass die Academy Jordan Peele irgendwo und irgendwie auszeichnen m\u00f6chte, sind nicht von der Hand zu weisen&#8230;.<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> Three Billboards Outside Ebbing, Missouri<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> Get Out<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Get Out<br \/>\n<b>Missing:<\/b> The Square<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. Get Out<br \/>\n2. Lady Bird<br \/>\n3. Three Billboards Outside Ebbing, Missouri<br \/>\n4. The Shape of Water<br \/>\n5. The Big Sick<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bestes adaptiertes Drehbuch<\/span><\/h2>\n<p>Meine G\u00fcte, was ist das denn f\u00fcr eine Mickerkategorie? Nur ein Best-Picture-Kandidat? Und abseits davon solch Sachen wie <b>The Disaster Artist<\/b>? Oder <b>Logan<\/b>, eine Superheldenverfilmung (wenn auch ein au\u00dfer- wie ungew\u00f6hnliche)?<\/p>\n<p>Nun denn, so soll das hier wenigstes James Ivorys lang verdienter Oscar sein. Dreimal zuvor war er als Regisseur nominiert (von <b>Zimmer mit Aussicht<\/b> bis <b>Was vom Tage \u00fcbrig blieb<\/b>), nie hatte er eine Chance auf den Sieg. Jetzt ist er als Drehbuchautor t\u00e4tig gewesen und w\u00e4re mit 88 Jahren der \u00e4lteste Gewinner eines Oscars (Ehrenpreise ausgeklammert).<\/p>\n<p>Ebenfalls hilfreich: Sein gr\u00f6\u00dfter Konkurrent ist Aaron Sorkin&#8230; und der ist bei der Academy bislang gar nicht mal so beliebt, wenn man allein die vielen nicht nominierten Drehb\u00fccher f\u00fcr <b>A Few Good Men<\/b> oder <b>Steve Jobs<\/b> in Betracht zieht.<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> Call Me By Your Name<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> Molly&#8217;s Game<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Molly&#8217;s Game<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. Molly&#8217;s Game<br \/>\n2. Call Me By Your Name<br \/>\n3. The Disaster Artist<br \/>\n4. Logan<br \/>\n5. Mudbound<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester Filmschnitt<\/span><\/h2>\n<p>Der beste Filmschnitt h\u00e4ngt sehr eng mit Best Picture zusammen \u2013 weshalb es umso ungew\u00f6hnlicher ist, dass mit <b>Baby Driver<\/b> sowie <b>I, Tonya<\/b> zwei kleine Favoriten um den Preis k\u00e4mpfen, die eben nicht f\u00fcr Best Picture nominiert sind.<\/p>\n<p>Aber auch wenn in einer fairen Welt Edgar Wrights Roadmovie locker gewinnen m\u00fcsste (so wie bei den BAFTAs, nebenbei erw\u00e4hnt), so d\u00fcrfte hier kein Weg an Lee Smith vorbeigehen. Schlie\u00dflich hat der Mann f\u00fcr <b>Dunkirk<\/b> drei Zeitebenen gestemmt, die stimmig parallel laufen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> Dunkirk<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> Baby Driver<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Baby Driver<br \/>\n<b>Missing:<\/b> Get Out<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. Baby Driver<br \/>\n2. Dunkirk<br \/>\n3. I, Tonya<br \/>\n4. Three Billboards Outside Ebbing, Missouri<br \/>\n5. The Shape of Water<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester Tonschnitt<\/span><\/h2>\n<p>Es ist nie verkehrt, den Unterschied zwischen Tonschnitt und Tonabmischung zu erkl\u00e4ren: Der Tonschnitt zeichnet die Effekte aus, die (mutma\u00dflich k\u00fcnstlich) f\u00fcr den Film erstellt und hineingeschnitten wurden.<\/p>\n<p>In der Hinsicht hat mich ein Film dieses Jahr wahrlich umgehauen: Jedes Mal, wenn in <b>The Shape of Water<\/b> eine Waffe abgefeuert wurde, ging der Ton bei mir direkt unter die Haut. Genau so m\u00fcssen laute und regelecht weckende Sch\u00fcsse klingen, damit sie die richtige Wirkung erzielen.<\/p>\n<p>Bei der Academy wiederum sind hier entweder wuchtige Kriegsfilme (ergo <b>Dunkirk<\/b>) oder exotische Science-Fiction-Streifen (siehe <b>Blade Runner 2049<\/b>) beliebt, die in der Tat auch beide sehr stark sind und entsprechend das Rennen um den Oscar machen.<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> Dunkirk<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> Blade Runner 2049<br \/>\n<b>My vote:<\/b> The Shape of Water<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. The Shape of Water<br \/>\n2. Baby Driver<br \/>\n3. Dunkirk<br \/>\n4. Blade Runner 2049<br \/>\n5. Star Wars: The Last Jedi (Star Wars: Die letzten Jedi)<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Beste Tonabmischung<\/span><\/h2>\n<p>Da mache ich keinen Hehl draus: Die beste Einzelleistung eines Filmes aus dem Jahrgang 2017 ist Baby Drivers Millisekunden perfekt getimte Tonabmischung. Sie sollte auf ewig als Lehrbeispiel dienen, was mit dieser kryptischen Bezeichnung gemeint ist: die korrekte Abmischung der einzelnen Tonspuren, egal ob Sprache, Effekte oder Musik. Es muss die Lautst\u00e4rke stimmen, nichts darf \u00fcbersteuert sein und der Fokus muss je nach Bedarf von Aspekt zu Aspekt wechseln.<\/p>\n<p><b>Baby Driver<\/b> ist deshalb so bastardig stark, weil es neben den \u00fcblichen Elemente wie die Stimmen der Schauspieler oder die Hintergrundger\u00e4usche auch noch die ungew\u00f6hnliche Rolle der Musik ber\u00fccksichtigen muss. In den entscheidenden Szenen h\u00f6rt der Protagonist sie via Kopfh\u00f6rer, weshalb sie f\u00fcr den Zuschauer richtig laut und richtig dominant sein muss. Sie darf aber auch nicht alles andere \u00fcbert\u00f6nen, weil ansonsten die Szene zu weit von der Glaubw\u00fcrdigkeit abdriften w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Es ist jedenfalls ein Jammer, dass <b>Baby Driver<\/b> vermutlich keine Chance hat \u2013 weil ein Film ohne Best-Picture-Nominerung hat es hier nun mal richtig schwer. Deshalb wird es dann genau beim Tonschnitt der typische Kriegsfilm und der hei\u00dft in diesem Jahr <b>Dunkirk<\/b>.<\/p>\n<p>Ach ja, ein Wort zum nicht-nominierten <b>Get Out<\/b>: Allein die gesamte Sunken-Place-Szene h\u00e4tte dem Film diese Oscar-Nominierung sichern m\u00fcssen. Ich sag nur L\u00f6ffel und Tasse&#8230;<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> Dunkirk<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> Baby Driver<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Baby Driver<br \/>\n<b>Missing:<\/b> Get Out<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. Baby Driver<br \/>\n2. Baby Driver<br \/>\n3. Baby Driver<br \/>\n4. Baby Driver<br \/>\n5. Baby Driver<br \/>\n6. Dunkirk<br \/>\n7. The Shape of Water<br \/>\n8. Star Wars: The Last Jedi (Star Wars: Die letzten Jedi)<br \/>\n9. Blade Runner 2049<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Beste Filmmusik<\/span><\/h2>\n<p>Mit Verlaub: Meine Lieblingskategorie ist in diesem Jahr stinklangweilig. Allein die Nominierung von <b>Star Wars: The Last Jedi<\/b> ist haarstr\u00e4ubend uninspirierend, weil die einzige Szene, in der John Williams Musik wirklich auff\u00e4llt, mit einer alten Komposition begeistert. Und, nein: Ich h\u00e4tte auch nicht <b>The Post<\/b> nominiert, ein weiteres 08\/15-Beispiel einer Legende, die leider auch nicht j\u00fcnger wird.<\/p>\n<p><b>Three Billboards Outside Ebbing, Missouri<\/b> hat zumindest ein stimmiges Hauptthema und <b>Dunkirk<\/b> z\u00e4hlt zu zu den typischen Hans-Zimmer-Krach-Wumms-Werken, bei dem er diesmal in meinen Ohren dann doch etwas zu weit vom Komponieren weg ist und eher eine lautstarke Effektkulisse abliefert.<\/p>\n<p>Bleiben noch Jonny Greenwoods <b>Phantom Thread<\/b> und Alexandre Desplats <b>The Shape of Water<\/b>, die den anderen drei Konkurrenten um Welten voraus sind. Greenwood schafft es tats\u00e4chlich, mit einem klassischen Dauergedudel zu gefallen, w\u00e4hrend Desplats franz\u00f6sisch angehauchte Mundharmonika-Pfeif-Kombination die Atmosph\u00e4re des Filmes bis zum \u00e4u\u00dfersten Rand dehnt und deshalb zurecht gewinnen wird.<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> The Shape of Water<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> Phantom Thread (Der seidene Faden)<br \/>\n<b>My vote:<\/b> The Shape of Water<br \/>\n<b>Missing:<\/b> Darkest Hour (Die dunkelste Stunde)<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. The Shape of Water<br \/>\n2. Phantom Thread (Der seidene Faden)<br \/>\n3. Dunkirk<br \/>\n4. Three Billboards Outside Ebbing, Missouri<br \/>\n5. Star Wars: The Last Jedi (Star Wars: Die letzten Jedi)<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester Song<\/span><\/h2>\n<p>Diese Kategorie regt mich auf und zwar aus zwei Gr\u00fcnden: Zum einen h\u00e4tte ich kein Problem mit einem Sieg f\u00fcr <b>The Greatest Showman<\/b>, wenn doch nur irgendein anderes Land als das \u00fcberzogen-kitschige <b>This is me<\/b> nominiert w\u00e4re. Zum anderen will es nicht in meinen Kopf, wieso <b>Mystery of Love<\/b> aus <b>Call Me By Your Name<\/b> nicht mit einem kilometerweiten Abstand der haushohe Favorit ist. Dieses majest\u00e4tisch-magisch komponierte, instrumentierte sowie getextete Lied klatscht die 08\/15-klingende Konkurrenz gegen drei W\u00e4nde hintereinander.<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> This is me (The Greatest Showman)<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> Remember Me (Coco)<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Mystery of Love (Call Me By Your Name)<br \/>\n<b>Missing:<\/b> Never Enough (The Greatest Showman)<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. Mystery of Love (Call Me By Your Name)<br \/>\n2. Remember Me (Coco)<br \/>\n3. This is me (The Greatest Showman)<br \/>\n4. Mighty River (Mudbound)<br \/>\n5. Stand Up for Something (Marshall)<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Beste Kamera<\/span><\/h2>\n<p>Alle Oscarwatcher und Filmfanatiker blicken mal wieder auf diese Kategorie: Wird Roger Deakins endlich seinen Oscar gewinnen? Beim 14ten (!) Anlauf? Der Mann hat bereits so viele Preise gewonnen, aber noch nie einen Academy Award. So oft galt er als Favorit (<b>The Man Tho Wasn&#8217;t There<\/b>, <b>True Grit<\/b>), doch stets scheiterte er an einem &#8222;h\u00fcbscheren&#8220; Film wie <b>Life of Pi<\/b> oder <b>Der Herr der Ringe<\/b>.<\/p>\n<p>Immerhin hat Deakins bereits alle wichtigen Preise f\u00fcr <b>Blade Runner 2049<\/b> eingeheimst und tats\u00e4chlich ist es auch die beste Kameraleistung des Jahres. Allein die Regenszenen sind unvergleichlich.<\/p>\n<p>Doch ich bef\u00fcrchte: Es wird wieder nichts. Denn erneut lauert ein Film im Hintergrund, der im Gesamtpaket mehr Showwert hat und unterm Strich \u201eh\u00fcbscher\u201c ist: <b>The Shape of Water<\/b>. Und wenn die Academy komplett auf der #MeToo-Welle reitet, dann achtet auf <b>Mudbound<\/b>: Rachel Morrison ist die erste Frau \u00fcberhaupt, die f\u00fcr die Beste Kamera nominiert ist \u2013 wieso also nicht gleich den Gewinn obendrauf packen?<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> The Shape of Water<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> Blade Runner 2049<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Blade Runner 2049<br \/>\n<b>Missing:<\/b> Call Me By Your Name<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. Blade Runner 2049<br \/>\n2. Dunkirk<br \/>\n3. The Shape of Water<br \/>\n4. Darkest Hour (Die dunkelste Stunde)<br \/>\n5. Mudbound<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bestes Produktonsdesign<\/span><\/h2>\n<p>Egal wie weit <b>The Shape of Water<\/b> kommt, zwei Oscars sind praktisch sicher: Regie und Ausstattung. Letztere ist auch hochgradig verdient, weil kein anderer Film eine derart volle und lebendige Kulisse vorzuweisen hat. Allein die Farbkomposition ist sensationell atmosph\u00e4risch und eine satte Hommage an Jean-Pierre Jeunet oder Terry Gilliam. Nur in besser und in stilvoller.<\/p>\n<p>Gegen das dick ausgestattete Appartment und die detaillierten Laborr\u00e4ume haben auch die ausschweifenden Bauten von <b>Blade Runner 2049<\/b> oder das kunterbunte Schloss aus <b>Die Sch\u00f6ne und das Biest<\/b> keine Chance.<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> The Shape of Water<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> Blade Runner 2049<br \/>\n<b>My vote:<\/b> The Shape of Water<br \/>\n<b>Missing:<\/b> The Post<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. The Shape of Water<br \/>\n2. Blade Runner 2049<br \/>\n3. Beauty and the Biest (Die Sch\u00f6ne und das Biest))<br \/>\n4. Darkest Hour (Die dunkelste Stunde)<br \/>\n5. Dunkirk<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Beste Kost\u00fcme<\/span><\/h2>\n<p>Ich beginne mit einem Seitenhieb: Die Nominierung f\u00fcr <b>Beauty and the Biest<\/b> ist in meinen Augen fehl am Platz. Warum? Weil der Film herrlich demonstriert, wie man ein Kost\u00fcmsetting viel zu sehr \u00fcberladen kann. Mir ist das jedenfalls zu gek\u00fcnstelt und zu \u00fcberladen.<\/p>\n<p>Deutlich dezenter und glaubw\u00fcrdiger schafft es Mark Bridges, der mit <b>Phantom Thread<\/b> seinen zweiten Oscar kriegen d\u00fcrfte. Schlie\u00dflich handelt der Film von einem Modedesigner und entsprechend viel Liebe zum Detail steckt in der Kleidung. Gleichzeitig sind diese auch mal einfach und schlicht, so wie es eben der Story entspricht.<\/p>\n<p>Trotzdem hat die Gilde der Kost\u00fcmdesigner \u00fcberraschenderweise <b>The Shape of Water<\/b> gew\u00e4hlt \u2013 \u00e4hnliches ist Bridges bereits mit <b>The Artist<\/b> widerfahren, weshalb der Oscar-Gewinner in dieser Kategorie alles andere als in Stein gemei\u00dfelt ist.<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> Phantom Thread (Der seidene Faden)<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> The Shape of Water<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Phantom Thread (Der seidene Faden)<br \/>\n<b>Missing:<\/b> The Greatest Showman<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. Phantom Thread (Der seidene Faden)<br \/>\n2. Victoria and Abdul<br \/>\n3. Darkest Hour (Die dunkelste Stunde)<br \/>\n4. The Shape of Water<br \/>\n5. Beauty and the Beast (Die Sch\u00f6ne und das Biest))<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bestes Make-up &amp; Haarstyling<\/span><\/h2>\n<p>Der sicherste Oscar des Abends: Die perfekte Transformation von Gary Oldman als Winston Churchill ist nicht zuletzt eine gro\u00dfartige Leistung des Make-up-Teams. Deshalb haben die tollen Per\u00fccken von <b>Victoria and Abdul<\/b> und das entstellte Gesichte des Jungen in <b>Wonder<\/b> keine Chance.<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> Darkest Hour (Die dunkelste Stunde)<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> &#8211;<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Darkest Hour (Die dunkelste Stunde)<br \/>\n<b>Missing:<\/b> All the Money in the World<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. Darkest Hour<br \/>\n2. Victoria and Abdul<br \/>\n3. Wonder<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Beste Visuelle Effekte<\/span><\/h2>\n<p>Also, irgendwie packt mich dieses Jahr keiner der Filme in dieser Kategorie. Aus dem Grund sehe ich sowohl pers\u00f6nlich als auch in Bezug des Oscar-Rennen den inhaltlich hochwertigsten Kandidaten als knappen Sieger, der da w\u00e4re: <b>Blade Runner 2049<\/b>. Es ist der einzige nominierte Film, bei dem sich die Effekte nat\u00fcrlich in die Umgebung einbetten und der in keiner Weise \u00fcberladen wirkt. Ganz im Gegensatz zu einem <b>Guardians of the Galaxy Vol. 2<\/b>, das selbst einen so Farben bliebenden Menschen wie mich mit seiner bunten Vielfalt erschl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Andere Experten sehen <b>War of the Planet of the Apes<\/b> als sicheren Sieger \u2013 allerdings haben die gleichen Prognostiker bereits die beiden Vorg\u00e4nger als Frontrunner bezeichnet. Und bislang ging es nie gut aus f\u00fcr die Affensaga \u2013 wieso also dann in diesem Jahr?<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> Blade Runner 2049<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> War of the Planet of the Apes (Planet der Affen: Survival)<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Blade Runner 2049<br \/>\n<b>Missing:<\/b> The Shape of Water<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. Blade Runner 2049<br \/>\n2. Kong: Skull Island<br \/>\n3. War of the Planet of the Apes (Planet der Affen: Survival)<br \/>\n4. Star Wars: The Last Jedi (Star Wars: Die letzten Jedi)<br \/>\n5. Guardians of the Galaxy Vol. 2<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester fremdsprachiger Film<\/span><\/h2>\n<p>Es ist die einzige Kategorie in diesem Jahr, in der ich nicht alle nominierten Filme gesehen habe \u2013 und mit <b>L&#8217;insulte<\/b> ist zudem ein Kandidat dabei, der laut einigen Oscar-Bloggern gute Chancen auf einen Sieg hat. Er hat jedenfalls in den letzten Wochen zunehmend an Reputation gewonnen und w\u00fcrde somit ganz im Sinne anderer Last-Minute-Sieger wie <b>El secreto de sus ojos (In ihren Augen)<\/b>, <b>Forushande (The Salesman)<\/b> oder <b>Okuribito (Nokan \u2013 Die Kusnt des Ausklangs)<\/b> stehen.<\/p>\n<p>Die drei Filme, die ich gesehen habe, sind zwar allesamt gut \u2013 aber keine typischen Oscar-Gewinner. <b>Testr\u00f6l \u00e9s l\u00e9lekr\u00f6l<\/b> ist zu harmlos und <b>The Square<\/b> zu verr\u00fcckt. Das von vielen im Vorfeld getippte <b>Una Mujer Fant\u00e1stica<\/b> schafft immerhin die Gratwanderung zwischen Dramatik und angenehme Unterhaltung, weil es sowohl ein ernstes Thema behandelt als auch wundersch\u00f6ne Einstellungen besitzt.<\/p>\n<p>Weil es mich zudem von der Art und der Inszenierung an Pedro Almodovars <b>Todo sobre mi madre (Alles \u00fcber meine Mutter)<\/b> erinnert, halte ich am Beitrag von Chil\u00e9 fest &#8211; gleichwohl ich bez\u00fcglich dem nicht von mir gesehenen <b>L&#8217;insulte<\/b> leichte Bauchschmerzen bez\u00fcglich dieser Vorhersage habe.<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> Una Mujer Fant\u00e1stica (Eine fantastische Frau)<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> L&#8217;insulte (The Insult)<br \/>\n<b>My vote:<\/b> The Square<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. The Square<br \/>\n2. Una Mujer Fant\u00e1stica (Eine fantastische Frau)<br \/>\n3. Testr\u00f6l \u00e9s l\u00e9lekr\u00f6l (K\u00f6rper und Seele)<br \/>\nNot seen: Nelyubov (Loveless) &amp; L&#8217;insulte (The Insult)<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester animierter Film<\/span><\/h2>\n<p>Es ist selten, dass ich pers\u00f6nlich gegen den favorisierten Pixar-Film w\u00e4hlen w\u00fcrde \u2013 aber die zeichnerischen Qualit\u00e4ten von <b>The Beadwinner<\/b> sind einfach atemberaubend. Deshalb sehe ich den Film auch bei der Academy auf den zweiten Platz, gleichwohl das reines Wunschdenken ist.<\/p>\n<p><b>Coco<\/b> ist wie viele Pixar-Filme der Konkurrenz in Punkto Bekanntheitsgrad und Beliebtheit um Welten \u00fcberlegen \u2013 was ich rein objektiv aufgrund der erneut sehr gut geschriebenen Geschichte auch verstehen kann. Aber trotzdem: Ich hoffe, dass irgendwann einmal Carton Saloon gewinnt. <b>The Breadwinner<\/b> ist nach <b>The Secret of Kells<\/b> und <b>Song of the Sea<\/b> ihr dritter Film und allesamt sind sie ein optischer Augenschmaus.<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> Coco<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> The Breadwinner<br \/>\n<b>My vote:<\/b> The Breadwinner<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. The Breadwinner<br \/>\n2. Coco<br \/>\n3. Loving Vincent<br \/>\n4. Ferdinand<br \/>\n5. The Boss Baby<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester Dokumentarfilm<\/span><\/h2>\n<p>Viele Oscar-Blogger gehen hier von einem sicheren Sieg f\u00fcr <b>Visages Villages<\/b> aus, weil die legend\u00e4re Dokumentarfilmerin Agnes Varda noch nie gewonnen hat. Allerdings hat sie ausgerechnet f\u00fcr dieses Saison bereits einen Ehren-Oscar erhalten, weshalb ich keine Wetten anschlie\u00dfen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass <b>Visages Villages<\/b> zwar ein interessantes Konzept aufweist (Varda reist mit ihrem Co-Regisseur JR durch die Provinzen Frankreichs, befragt sowie fotografiert ganz gew\u00f6hnliche Menschen und klebt sie in metergro\u00dfen Schwarz-Wei\u00df-Kopien an H\u00e4usermauern), aber sowohl <b>De sidste m\u00e6nd i Aleppo<\/b> als auch <b>Icarus<\/b> die bei Weitem brisanteren sowie aktuell wichtigeren Themen behandeln.<\/p>\n<p>Meine Rangreihenfolge ist etwas irref\u00fchrend, denn die ersten vier Pl\u00e4tze sitzen hauchd\u00fcnn beieinander. Sie sind allesamt interessant gedreht, wirken mir aber phasenweise zu sehr gestellt \u2013 was ich bei Dokumentarfilmen stets bedenklich finde. Mein Tipp bez\u00fcglich <b>Icarus<\/b> basiert deshalb auf den Vorhersagen anderer Oscar-Blogger.<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> Icarus (Ikarus)<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> Visages Villages (Augenblicke: Gesichter einer Reise)<br \/>\n<b>My vote:<\/b> De sidste m\u00e6nd i Aleppo (Die letzten M\u00e4nner von Aleppo)<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. De sidste m\u00e6nd i Aleppo (Die letzten M\u00e4nner von Aleppo)<br \/>\n2. Visages Villages (Augenblicke: Gesichter einer Reise)<br \/>\n3. Abacus: Small Enough to Jail<br \/>\n4. Icarus (Ikarus)<br \/>\n5. Strong Island<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester Dokumentarkurzfilm<\/span><\/h2>\n<p>Wie so oft ist der Oscar f\u00fcr den besten Dokumentarkurzfilm der f\u00fcr mich am schwersten zu deutende. Meist h\u00e4ngt der Sieg weniger von der Qualit\u00e4t und mehr von dem zu behandelnden Thema ab \u2013 und dies zu beurteilen ist diesmal richtig kniffelig.<\/p>\n<p><b>Knife Skills<\/b> zeigt den Arbeitsalltag eines Restaurants, das ehemalige Str\u00e4flinge als K\u00f6che, Kellner oder K\u00fcchenhilfen besch\u00e4ftigt. Die Idee ist nett, aber mehr nicht. Der n\u00e4chste bitte.<\/p>\n<p><b>Traffic Stop<\/b> erz\u00e4hlt die Geschichte einer afro-amerikanischen Lehrerin, die bei einer zun\u00e4chst harmlosen Verkehrskontrolle die vorurteilsbehaftete Aggressivit\u00e4t eines wei\u00dfen Polizisten zu sp\u00fcren bekommt. Die Inszenierung hier ist schon interessanter, zudem das Leben der Lehrerin abseits des Vorfalls er\u00f6rtert wird. Jedoch gibt es sehr laute Stimmen, die ihr eine Mitschuld f\u00fcr ihre ruppige Behandlung seitens der Polizei geben.<\/p>\n<p><b>Heaven Is a Traffic Jam on the 405<\/b> schildert das Leben einer 56-j\u00e4hrigen K\u00fcnstlerin, die ihr ganzes Leben lang mit psychischen Erkrankungen zu k\u00e4mpfen und die volle Behandlungsbreitseite inklusive elektronischer Schocktherapie durch hat. Neben ihrer sehr ruhigen Erz\u00e4hlstimme sticht vor allem ihre Arbeit als Zeichnerin und Skulpturerstellerin hervor.<\/p>\n<p><b>Heroin(e)<\/b> berichtet \u00fcber den Kampf dreier Frauen gegen die unb\u00e4ndige Drogensucht Amerikas. Jede von ihnen hat eine andere Aufgabe: Die erste ist bei der Feuerwehr besch\u00e4ftigt und geht Notrufen nach, um meist aufgrund einer \u00dcberdosis nur noch den Tod festzustellen. Die zweite ist eine Art Missionarin und k\u00fcmmert sich um Frauen, die wegen ihrer Drogensucht auf dem Strich gelandet sind. Die dritte ist Richterin und urteilt \u00fcber meist wiederholt straff\u00e4llige S\u00fcchtige.<\/p>\n<p><b>Edith+Eddie<\/b> dokumentiert die letzten Monate einer schwarzen Frau und einem wei\u00dfen Mann, die sich erst im hohen Alter kennen und lieben gelernt haben. Genaugenommen sind sie die \u00e4ltesten Menschen mit verschiedener Hautfarbe, die je in Amerika geheiratet haben.<\/p>\n<p>Sowohl <b>Knife Skills<\/b> als auch <b>Traffic Stop<\/b> sind auf dem Papier interessanter als in er Umsetzung \u2013 was nicht nur meine Meinung ist.<\/p>\n<p>Mein Favorit <b>Heroin(e)<\/b> mag zwar eine nicht allzu neue Geschichte erz\u00e4hlen, allerdings gef\u00e4llt mir der Part mit der Richtern ungemein. Ihre Warmherzigkeit und Offenheit zeigt im Gegensatz zu anderen Filmen dieser Art, dass es durchaus auch hoffnungsvolle Aspekte bez\u00fcglich des Kampfes gegen Drogen gibt.<\/p>\n<p><b>Heaven Is a Traffic Jam on the 405<\/b> gilt f\u00fcr viele als Favorit und in der Tat ist die Geschichte rund um Mindy Alper sehr interessant erz\u00e4hlt und wird durch ihre mal schlichte, mal komplexe Kunst untermalt. Allerdings fehlt mir auch hier das &#8222;Besondere&#8220; \u2013 es ist ja nicht so, als ob es noch nie einen Film \u00fcber einen psychisch kranken K\u00fcnstler gab, und so au\u00dfergew\u00f6hnlich sind Alpers Arbeiten nun auch nicht.<\/p>\n<p><b>Edith+Eddie<\/b> wiederum wirkt irgendwie interessant und zugleich wichtig. Der Film zeigt nicht nur die Kauzigkeit zweier Menschen \u00fcber 90, die in jedweder Hinsicht v\u00f6llig unterschiedlich zu sein scheinen und trotzdem f\u00fcreinander da sein wollen. Er verweist auf die traurigen Vorbehalte der beiden Familien, speziell nachdem Edith aufgrund von Demenz nicht mehr f\u00fcr sich sorgen kann und sie von Eddie gegen ihren Willen getrennt wird.<\/p>\n<p>Aufgrund dieser Mischung aus Brisanz und Originalit\u00e4t ist <b>Edith+Eddie<\/b> mein Tipp f\u00fcr den Oscar.<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> Edith+Eddie<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> Heaven Is a Traffic Jam on the 405<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Heroin(e) (Heroin(en))<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. Heroin(e) (Heroin(en))<br \/>\n2. Edith+Eddie<br \/>\n3. Heaven Is a Traffic Jam on the 405<br \/>\n4. Traffic Stop<br \/>\n5. Knife Skills<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester animierter Kurzfilm<\/span><\/h2>\n<p>Dieses Jahr sind es wahrlich &#8222;Kurz&#8220;-filme, die uns in der animierten Kategorie begl\u00fccken. Abseits des halbst\u00fcndigen <b>Revolting Rhymes<\/b> (das zudem auch nur f\u00fcr den ersten von zwei Teilen nominiert ist), kommt keiner der Konkurrenten auf zehn Minuten.<\/p>\n<p>Besonders krass wirkt <b>Negative Space<\/b>, dem sicherlich umstrittensten Kandidaten und meinem pers\u00f6nlichen Favoriten. Eine m\u00e4nnliche Knetfigur erz\u00e4hlt, wie sein Vater ihm das Kofferpacken zeigt. Im Zeitraffer sieht man eine Handvoll Lebensstationen, in denen der Junge flei\u00dfig hilft. Und pl\u00f6tzlich steht er als Erwachsener vor einem Sarg, in dem sein Vater aufgebahrt liegt. Sein einziger Kommentar: Wie viel Platz darin doch sei&#8230;<\/p>\n<p>Dieser Schlusssatz hat mich regelrecht niedergeschlagen, weil er f\u00fcr ein viel zu fr\u00fches Ableben eines Mannes steht, der nie wirklich das erreicht hat, was er h\u00e4tte erreichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu ist <b>Garden Party<\/b> ein purer Augenschmaus und punktet mit seiner erstklassigen technischen Umsetzung. Schauplatz ist eine prunkvolle wie zugleich verwahrloste Villa, in der sich zahlreiche Amphibien breit machen. Die virtuelle Kamera bewegt sich durch die Wohnzimmer und Essensr\u00e4ume bis hin zum versifften Swimmingpool, in dem ein gleicherma\u00dfen grausiges wie groteskes Geheimnis auf den Zuschauer lauert.<\/p>\n<p>Die Geschichte von <b>Garden Party<\/b> mag etwas arg subtil sein, aber die wahrlich hochwertige Optik k\u00f6nnte f\u00fcr den Oscar-Sieg reichen. Jedenfalls sehe ich mehr Chance im Vergleich zum anderen hoch gehandelten Favoriten <b>Dear Basketball<\/b>, einer kurzen Od\u00e9 an die Sporart&#8230; nun ja, Basketball eben.<\/p>\n<p>In der Tat ist der auf Handzeichnungen getrimmte Stil \u00e4u\u00dferst schick und die Animationen geben das Flair des Erz\u00e4hlers wieder. Der wiederum ist Kobe Bryant h\u00f6chstpers\u00f6nlich, der dank seiner Funktion als Autor selbst f\u00fcr den Oscar nominiert ist. Deshalb sehen viele <b>Dear Basketball<\/b> als Favoriten \u2013 allerdings ist die Academy gar nicht mal so sehr daf\u00fcr bekannte Ber\u00fchmtheiten jenseits der Filmkunst gleich bei der erstbesten Nominierung zu w\u00fcrdigen. Zudem Bryant im Zuge der #MeToo-Kampagne keine unumstrittene Pers\u00f6nlichkeit ist&#8230;<\/p>\n<p>Pixar darf nat\u00fcrlich auch mitmischen und erschafft mit <b>Lou<\/b> eine skurrile Kreatur, die in der \u00f6ffentlichen Fundbox eines Spielplatzes lebt. Sie beobachtet, wie ein Junge anderen Kindern ihre Spielsachen wegnimmt, und versucht dies zu verhindern. Dabei stellt die Kreatur fest, dass in der Box wohl der alte Lieblingsteddy des Jungen liegt \u2013 womit die Moralbotschaft des Kurzfilmes in Stein gemeiselt ist.<\/p>\n<p>Lasst euch jedenfalls nicht von meinem pers\u00f6nlich niedrigen Ranking t\u00e4uschen: Das F\u00fcnferfeld ist dieses Jahr sehr stark und <b>Lou<\/b> leidet im Vergleich zu den anderen Filmen unter der fehlenden Frische. Jedenfalls wirkt der Film trotz (oder vielleicht auch gerade wegen) seiner Pixar-typischen Umsetzung und dem originellen Konzept leicht altbacken.<\/p>\n<p>Umso mehr \u00fcberrascht war ich von <b>Revolting Rhymes \u2013 Part One<\/b>: Die 3D-Animationen wirken auf den ersten Blick v\u00f6llig veraltet, doch daf\u00fcr sind die von Roald Dahl geschriebenen Gedichte ein herrliches Potpourri bekannter M\u00e4rchengeschichten, die mit einem modernen Anstrich und interessanten Twists versehen sind.<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> Garden Party<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> Dear Basketball<br \/>\n<b>My vote:<\/b> Negative Space<br \/>\n<b>Missing:<\/b> In a Heartbeat<\/i><\/p>\n<p><b>Personal Ranking<\/b><\/p>\n<p>1. Negative Space<br \/>\n2. Garden Party<br \/>\n3. Revolting Rhymes \u2013 Part One<br \/>\n4. Dear Basketball<br \/>\n5. Lou<\/p>\n<h2><span style=\"color: #80bfff;\">Bester Kurzfilm<\/span><\/h2>\n<p>Die f\u00fcnf nominierten Kurzfilme haben eines gemeinsam: Die Schauspieler sind allesamt richtig gut. M\u00fcsste ich allein dessen eine Rangliste abliefern, w\u00fcrde ich wohl eher w\u00fcrfeln anstatt nachgr\u00fcbeln. Daf\u00fcr gibt es aber immense Unterschiede bei der Inszenierung und in der Geschichte:<\/p>\n<p><b>Dekalb Elementary<\/b> spielt aus Sicht einer Sekret\u00e4rin, die in einer Schule arbeitet. Pl\u00f6tzlich platzt ein junger Mann herein und bedroht sie und ihre Kollegin mit einer Waffe. Er ist sichtlich unsicher bei dem, was er da gerade anrichtet, weshalb auch seine Nerven schnell blank liegen. Die Sekr\u00e4terin schafft es jedoch, zwischen ihm und der Polizei zu vermitteln. Am Ende geht die Geschichte erstaunlich gut aus \u2013 jedenfalls kommt niemand zu Schaden, was man bei solch einer brisanten Thematik nicht erwartet.<\/p>\n<p>Somit steckt der Film irgendwo zwischen bedr\u00fcckend und gl\u00fccklich. Einerseits ist man Zeuge einer Extremsituation, andererseits endet sie in keinem Blutbad. Mir pers\u00f6nlich ist die Inszenierung etwas zu zahm und das Drehbuch zu schlicht. Aber in Anbetracht der j\u00fcngsten Ereignisse in Florida trifft Dekalb Elementary gerade jetzt, wo die Oscar-Jury gew\u00e4hlt hat, einen Nerv. Zudem erf\u00fcllt <b>Dekalb Elementary<\/b> gerade so das ungeschriebene Gesetz, dass in dieser Kategorie so gut wie nie ein allzu deprimierender Film gewinnt.<\/p>\n<p>Das zuletzt genannte Argument ist der Grund, weshalb ich meinen pers\u00f6nlichen Favoriten <b>The Eleven O&#8217;Clock<\/b> als alternativen Gewinner in Betracht ziehe. Es handelt sich um den einzigen, wirklich lustigen nominierten Kurzfilm: Ein Psychiator empf\u00e4ngt einen neuen Patienten, der unter einer interessanten Neurose leider. Er behaupt n\u00e4mlich selbst ein Psychiater zu sein!<\/p>\n<p>Gleichwohl das Ende vorhersehbar ist, sind die Inszenierung und das Wechselspiel zwischen Psychiater und Patient hervorragend. <b>The Eleven O&#8217;Clock<\/b> ist zudem ein Film, dem man sich zwangsweise mehrmals hintereinander anschaut und beim zweiten Mal auf ganz andere Dinge achtet \u2013 nur um festzustellen, dass der Regisseur eine nahezu einwandfreie Arbeit abgeliefert hat.<\/p>\n<p>Ebenfalls sehr stark ist <b>The Silent Child<\/b>, das zun\u00e4chst an eine Kurzversion des Theaterst\u00fccks <b>A Miracle Worker<\/b> erinnert. Ein stummes M\u00e4dchen bekommt ein neues Kinderm\u00e4dchen, die zugleich Lehrerin f\u00fcr Geb\u00e4rdensprache ist. Die beiden freunden sich sehr schnell an und es entsteht ein vertrautes Band, das die Mutter des M\u00e4dchen mit viel Neid und Eifersucht beobachtet.<\/p>\n<p>Hier sticht vor allem die brillante Kameraf\u00fchrung hervor und das Auge des Regisseurs, atmosph\u00e4rische Bilder einzufangen. Allerdings endet die Geschichte eher deprimierend und zeigt mit dem Moralfinger auf den Missstand, dass heutzutage noch viel zu viele stumme Kinder keinen fachgerechten Unterricht erhalten. Das d\u00fcrfte dem typischen Academy-W\u00e4hler zu ernst f\u00fcr diese Kategorie sein.<\/p>\n<p>Ebenfalls eher bedr\u00fcckend ist <b>Watu Wote: All of Us<\/b>: Eine afroamerikanische Frau und \u00fcberzeugte Christin f\u00e4hrt in einem Bus voller Muslime, als dieser von Fanatikern \u00fcberfallen wird. Sie verlangen, dass alle Christen enttarnt werden \u2013 um sie mutma\u00dflich zu liquidieren. Allerdings weigern sich s\u00e4mtliche Fahrg\u00e4ste und bezahlen damit teilweise mit ihrem Leben.<\/p>\n<p>Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit und wirkt umso glaubw\u00fcrdiger. <b>Watu Wote: All of Us<\/b> ist rein produktionstechnisch der wohl professionellste Beitrag. Jedoch hindert auch hier das Downer-Ende einen m\u00f6glichen Sieg, das zudem prim\u00e4r in Textform gezeigt wird.<\/p>\n<p><b>My Nephew Emmett<\/b> basierend ebenfalls auf einer wahren Geschichte, die sich in den 1950er Jahren zugetragen hat. Demnach wurde ein gerade mal 14-j\u00e4hriger Junge afroamerikanischer Herkunft von wei\u00dfen Rassisten aus seinem Haus gezerrt und gelyncht. Die Geschichte sorgte bereits zu ihrer Zeit f\u00fcr viel Aufruhr, weil die T\u00e4ter zwar gefasst, aber von der Jury f\u00fcr nicht schuldig gesprochen wurden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Idee und Hintergrund durchaus f\u00fcr einen Film dieser Art zu gebrauchen sind, verliert <b>My Nephew Emmett<\/b> viele Sympathien aufgrund der eher langweiligen Inszenierung. Neben ein paar Dialogen, die vor und w\u00e4hrend des \u00dcberfalls stattfinden, gibt es jedenfalls nicht wirklich etwas zu sehen.<\/p>\n<p><i><b>Front-runner:<\/b> Dekalb Elementary<br \/>\n<b>Runner-up:<\/b> The Eleven O&#8217;Clock<br \/>\n<b>My vote:<\/b> The Eleven O&#8217;Clock<\/i><\/p>\n<p>Personal Ranking:<\/p>\n<p>1. The Eleven O&#8217;Clock<br \/>\n2. The Silent Child<br \/>\n3. Watu Wote: All of Us<br \/>\n4. Dekalb Elementary<br \/>\n5. My Nephew Emmett<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bester Film In einem gew\u00f6hnlichen Jahr sind die Zeichen klar gesetzt. Im Normalfall gibt es einen klaren Favoriten und einen, vielleicht zwei Verfolger. Doch glaubt man den Oscarbloggern, dann ist 2017 kein gew\u00f6hnliches Filmjahr. Demzufolge geistern selbst Stunden vor der Verleihung f\u00fcnf Titel durch das Internet, die ernsthaft gewinnen k\u00f6nnten: Lady Bird, Get Out, Dunkirk, The Shape of Water und Three Billboards Outside Ebbing, Missouri.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11,12],"tags":[],"class_list":["post-6396","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-movie","category-movie-awards"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6396","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6396"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6396\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6969,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6396\/revisions\/6969"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6396"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6396"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6396"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}