{"id":6009,"date":"2016-09-18T23:14:57","date_gmt":"2016-09-18T21:14:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.theawardian.de\/?p=6009"},"modified":"2021-07-12T23:54:32","modified_gmt":"2021-07-12T21:54:32","slug":"emmy-saison-20152016-top-24","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theawardian.de\/?p=6009","title":{"rendered":"Emmy Saison 2015\/2016 Top #24"},"content":{"rendered":"<p>Heute Nacht werden die Emmys f\u00fcr die Saison 2015\/2016 vergeben und anstatt eines schn\u00f6den Tippscheins, den so wieso niemanden interessiert, habe ich mir dieses Jahr etwas Neues ausgedacht: Nach Sichtigung aller nominierten Serien in dern Kategorien \u201eOutstanding Drama Series\u201c, \u201eOutstanding Comedy Series\u201c, \u201eOutstanding Limited Series\u201c und \u201eOutstanding Television Movie\u201c schmei\u00dfe ich alle in einen Pott und pr\u00e4sentiere euch meine ganz pers\u00f6nlich Top #24. Wobei gleich gesagt werden muss, dass <b>Last Week Tonight with John Oliver<\/b> unumstritten auf dem ersten Platz gelandet w\u00e4re, wenn ich mich auch noch mit allen Variety Talk Series besch\u00e4ftigt h\u00e4tte&#8230;<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#24 A Very Murray Christmas<\/span><\/h1>\n<p><i><b>Television Movie<\/b><\/i><\/p>\n<p>F\u00fcr mich pers\u00f6nlich gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen der Oscar- und der Emmy-Verleihung: Die f\u00fcr einen Academy Award nominierten Filme gefallen mir nahezu durch die Bank weg oder ich kann zumindest die Nominierung nachvollziehen. Beim TV-Pendant hingegen gibt es eigentlich immer den einen oder anderen \u201eAusrei\u00dfer\u201c, bei dem ich subjektiv wie objektiv versch\u00e4mt den Kopf sch\u00fcttele \u2013 als Beispiele fallen mir spontan <b>The Kennedys<\/b>, <b>The Bibel<\/b> oder <b>Hello Ladies: Der Film<\/b> ein.<\/p>\n<p>Dieses Jahr ist anders: Gleichwohl <b>A Very Murray Christmas<\/b> das deutliche Schlusslicht aller 24 nominierten Serien und TV-Filme darstellt, so \u201everstehe\u201c ich den Reiz hinter Sofia Coppolas Show. Nat\u00fcrlich ist das Gebotene extrem seicht und der Humor nur mit der Lupe zu finden. Aber es hat irgendwie Charme, wenn Bill Murray gemeinsam mit George Clooney, Miley Cirus oder Chris Rock eine weichgesp\u00fclte Musicalnummer nach der anderen abzieht.<\/p>\n<p>Wie gesagt: Mir hat der Film jetzt nicht wirklich gefallen, mehr weil er nur so vor \u201eStyle over Substance\u201c spr\u00fcht. Aber ich wusste w\u00e4hrend des Abspannes, dass er f\u00fcr einen Emmy nominiert wird.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#23 Luther<\/span><\/h1>\n<h3><span style=\"color: #809fff;\">Series 4<\/span><\/h3>\n<p><i><b>Television Movie<\/b><\/i><\/p>\n<p>Keine Platzierung schmerzt mich mehr als diese hier, denn vor Jahren war ich noch ein gro\u00dfer von Idris Elbas Interpretation als eigensinniger Detective Luther, der gerne auch mal die Gerechtigkeit in seine eigene Hand nimmt. Genau genommen hielt meine Faszination zwei Staffeln an, w\u00e4hrend bereits bei der dritten irgendwie der Lack ab war. Die vierte, die gerade mal aus zwei Folgen besteht, ging gar bei mir ins eine Ohr rein und gleich wieder aus dem anderen raus. Aus dem Grund habe ich sie zweimal geschaut&#8230; und letztlich erinnert mich das Ergebnis an eine halbgare Imitation von <b>Hannibal<\/b>.<\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Problem: Der Fall, der sich nur \u00fcber zwei Episoden erstreckt (und deshalb auch als Television Movie anstatt Limited Series z\u00e4hlt), m\u00f6chte mit zahlreichen Schockmomenten gl\u00e4nzen, allerdings empfand ich genau diese als viel zu berechenbar. Es kommt eben keine Spannung auf, wenn man jede Gefahr bereits von Weitem riecht. Das ich am Ende zumindest noch das Urteil \u201eGut\u201c vergeben m\u00f6chte, liegt an Idris Elba selbst: Der Mann ist und bleibt einer der besten Schauspieler seiner Generation. Er ist mir hier zwar \u00fcber weite Strecken zu ruhig, schindet aber trotzdem nach wie vor m\u00e4chtig Eindruck mit seiner zugleich k\u00fchlen wie ruppigen Pr\u00e4senz.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#22 Silicon Valley<\/span><\/h1>\n<h3><span style=\"color: #809fff;\">Staffel 3<\/span><\/h3>\n<p><i><b>Comedy Series<\/b><\/i><\/p>\n<p>Anfangs erinnerte mich der Emmy-Erfolg von <b>Silicon Valley<\/b> stark an <b>Veep<\/b>: Die Serie rund um einen Haufen Computer-Nerds, die mit ihrer revolution\u00e4ren Software das gro\u00dfe Gesch\u00e4ft wittern, wurde regelrecht aus dem Nichts nominiert und verdr\u00e4ngte vor zwei Jahren zahlreiche bekanntere Kandidaten aus dem Nominierungsfeld. Die erste Staffel fing zahm an und steigerte sich St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck, bis sie mit der zehnten Folge einen w\u00fcrdigen Abschluss erreichte und eine gute Basis f\u00fcr die weiteren Jahre formte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die zweite Staffel noch eine leichte Steigerung vollzog und den Plot gekonnt fortsetzte, wirkt die dritte auf mich ern\u00fcchternd. Man hat einfach zu sehr das Gef\u00fchl, dass sich die Geschichte wiederholt und rudiment\u00e4r die gleichen, bereits bekannten Mechanismen angewandt werden. Deshalb f\u00e4llt es mir auch etwas schwer, die deutlich h\u00f6here Anzahl an Emmy-Nominierungen zu verstehen \u2013 schlie\u00dflich ist <b>Silicon Valley<\/b> erstmals f\u00fcr Regie, Drehbuch und Hauptdarsteller zugleich im Rennen. Rein auf dem Papier sehe ich weiterhin die Parallele zu <b>Veep<\/b>, allerdings eben ohne die gleiche Klasse.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#21 The Night Manager<\/span><\/h1>\n<p><i><b>Limited Series<\/b><\/i><\/p>\n<p><b>The Night Manager<\/b> ist f\u00fcr mich die gr\u00f6\u00dfte Entt\u00e4uschung unter den nominierten Serien: Eine Art James-Bond-Story, mit Tom Hiddleston als Held, Hugh Laurie als B\u00f6sewicht und Susanne Bier als Regisseurin? Das h\u00f6rte sich einfach nur genial an. \u00dcberhaupt gibt es in meinen Augen viel zu wenige Filme oder Serien, die dem ber\u00fchmten Doppelnull-Agenten hinterher eifern oder gar dessen Charme besitzen.<\/p>\n<p>Das Ergebnis ist zweischneidig. W\u00e4hrend mir Laurie sehr gut gef\u00e4llt und diverse Szenen durchaus dieses typische Agenten-Flair einfangen (allen voran der toll gemachte Vorspann), wirkt Hiddleston viel zu zahm und bubihaft. Bei den Sex-Szenen meint man obendrein, zur\u00fcck in den fr\u00fchen 1990er Jahren gelandet zu sein \u2013 entsprechend weichgesp\u00fclt schauen sie aus.<\/p>\n<p>Zu guter Letzt ist der Stoff wohl dann doch etwas zu lang f\u00fcr eine Mini-Serie, die insgesamt sechs Stunden andauert. Jedenfalls zieht sich der eine oder andere Moment und macht phasenweise aus dem potenziell spannenden Stoff eine seichte Soap-Opera, bei der mir der gute Hiddleston etwas zu oft und zu traurig aus der W\u00e4sche schaut.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#20 Confirmation<\/span><\/h1>\n<p><i><b>Television Movie<\/b><\/i><\/p>\n<p><b>Confirmation<\/b> lebt ganz und gar von Schauspielerin Kerry Washington. Die Geschichte selbst geh\u00f6rt jedenfalls in die undankbare Schublade \u201eAllenfalls mal f\u00fcr&#8217;s Fernsehen gut\u201c: Geschildert wird der wahre Konflikt zwischen Richter Clarence Thomas und Anw\u00e4ltin Anita Hill, die ihn w\u00e4hrend seiner Einberufung in den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten von Amerika \u00f6ffentlich der sexuellen N\u00f6tigung bezichtigt. Gleichwohl solche Vorw\u00fcrfe nicht klein geredet werden sollten, wirken sie in <b>Confirmation<\/b> aufgebl\u00e4ht und \u00fcberdramatisiert. Phasenweise k\u00f6nnte man jedenfalls meinen, Thomas habe Hill vergewaltigt und nicht \u201cnur\u201c anz\u00fcgliche Witze gemacht oder \u00fcber Pornos philosophiert.<\/p>\n<p>Der Stoff gibt deshalb nicht viel her, weil es damals letztlich keine ernstzunehmenden Konsequenzen f\u00fcr Thomas gab. Angeblich wird seither eine offenere Diskussion \u00fcber solche Themen gef\u00fchrt, was allerdings der Film kaum vermittelt.<\/p>\n<p>Doch wie gesagt: Kerry Washington macht das alles wett. Ihr Schauspiel sowohl als Opfer als auch Ankl\u00e4ger bescheinigt dem Gesamtwerk eine gro\u00dfe Glaubw\u00fcrdigkeit. Es ist demnach kein Wunder, dass sie als einzige Beteiligte eine Nominierung abseits des Filmes erhalten hat.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#19 Better Call Saul<\/span><\/h1>\n<h3><span style=\"color: #809fff;\">Staffel 2<\/span><\/h3>\n<p><i><b>Drama Series<\/b><\/i><\/p>\n<p><b>Better Call Saul<\/b> ist eine gute Serie, keine Frage. Aber eine der besten Drama-Serien der derzeitigen Fernsehgeschichte? Ich werde das Gef\u00fchl nicht los, dass sie bez\u00fcglich der Emmy-Jury im Kielwasser von <b>Breaking Bad<\/b> f\u00e4hrt. Dem Spinoff rund um Jimmy McGill bzw. Saul Goodman fehlt irgendwie die Originalit\u00e4t und der runde Anstrich des gro\u00dfen Bruders. Das wird besonders beim Cliffhanger bemerkbar, der sowohl schauspielerisch als auch inhaltlich erschreckend unglaubw\u00fcrdig und regelrecht wie angetackert r\u00fcber kommt.<\/p>\n<p>Auch ist der tolpatischige wie schmierige Saul eben kein Badass Walter White, weshalb vielen von Anfang an klar war: Eine erneute \u00dcberserie wird es diesmal nicht werden. Doch nat\u00fcrlich hat <b>Better Call Saul<\/b> auch einige St\u00e4rken, allen voran die Qualit\u00e4t der Drehb\u00fccher und die daraus resultierenden starken Dialoge. Und in Punkto Charakterausarbeitung macht eh derzeit kaum einer etwas Seriencreator Vince Gilligan vor.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#18 Sherlock \u2013 The Abdominable Bride<\/span><\/h1>\n<p><i><b>Television Movie<\/b><\/i><\/p>\n<p>Was ist das gr\u00f6\u00dfte Problem von <b>Sherlock<\/b>? Richtig: Es gibt viel zu wenig Folgen und es dauert viel zu lange bis Nachschub eintrifft! Insbesondere die beiden Hauptdarsteller Benedict Cumberbatch und Martin Freeman k\u00f6nnen sich derzeit kaum retten vor lukrativen Angeboten, weshalb die Produktion neuer F\u00e4lle rund um die Neuinterpretation des Meisterdetektivs aus der Bakerstreet immer schwieriger wird.<\/p>\n<p><b>The Abdominable Bride<\/b> ist sichtlich der Versuch, quasi einen kleinen Happen zwischendurch zu schieben. Die Grundidee verwirrt zun\u00e4chst, denn pl\u00f6tzlich spielt die Serie nicht in der Neuzeit sondern eben im Jahre 1885, als Arthur Canon Doyle seine <b>Sherlock Holmes<\/b>-Geschichten schrieb. Trotzdem gibt es einen Bezug zur Neuzeit, der sogar rein auf dem Papier richtig clever klingt. Allerdings wandelt <b>The Abdominable Bride<\/b> aufgrund dessen auch gef\u00e4hrlich auf dem Grat zwischen Nachvollziehbarkeit und Unglaubw\u00fcrdigkeit.<\/p>\n<p>Die Serienmacher haben jedenfalls ein gef\u00e4hrliches Spiel betrieben und kriegen am Ende sogar die Kurve \u2013 nur um letztlich zu einer mickrigen Erkenntnis zu kommen, der man w\u00e4hrend einer kontinuierlich erz\u00e4hlten Handlung auch viel leichter h\u00e4tte beikommen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber sei es drum: <b>The Abdominable Bride<\/b> macht Spa\u00df, sofern ihr mit Meta-Ebenen kein Problem habt.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#17 All the Way<\/span><\/h1>\n<p><i><b>Television Movie<\/b><\/i><\/p>\n<p>F\u00fcnf nominierte TV-Filme gehen gegeneinander ins Rennen \u2013 und allesamt landen sie im unteren Drittel meiner Liste. Zwar ist darunter kein Totalausfall, jedoch auch kein echter \u201eKnaller\u201c. <b>All the Way<\/b> sticht dezent hervor \u2013 und der Grund hei\u00dft, wie so oft in der j\u00fcngeren Emmy-Historie, Bryan Cranston.<\/p>\n<p><b>All the Way<\/b> ist ein typischer TV-Film von Jay Roach, der bereits mit <b>Game Change<\/b> und <b>Recount<\/b> ein gutes H\u00e4ndchen f\u00fcr das Thema Politik gezeigt hat. Er dreht sich um Lyndon B. Johnson, der 1963 auf eher unsch\u00f6ne Weise das Amt des Pr\u00e4sidenten aufgrund der Ermordung von John F. Kennedy erbt. Diese Passage dient nur der Einleitung, w\u00e4hrend sich der Film auf Johnsons erste Amtszeit und seine hart umk\u00e4mpften Nominierung f\u00fcr die Demokraten f\u00fcr die folgende Legislaturperiode konzentriert.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie <b>Confirmation<\/b> w\u00e4re der Stoff f\u00fcr einen ausgewachsenen Kinofilm zu lahm, aber f\u00fcr einen kurzen TV-Film ist er genau das richtige. Es wird demnach viel geredet und weniger gehandelt, was f\u00fcr die Pr\u00e4misse ausreichend ist. Bryan Cranston wirkt besonders \u00fcberzeugend als mal verunsicherter, mal gefestigter Pr\u00e4sident, w\u00e4hrend Melissa Leo als seine Filmfrau etwas untergeht. <b>All the Way<\/b> steht und f\u00e4llt mit Cranston und d\u00fcrfte allein daf\u00fcr den Emmy f\u00fcr den besten TV-Film der Saison 2015\/2016 erhalten.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#16 Downton Abbey<\/span><\/h1>\n<h3><span style=\"color: #809fff;\">Series Six<\/span><\/h3>\n<p><i><b>Drama Series<\/b><\/i><\/p>\n<p>Wir bewegen uns so langsam in das Territorium der nominierten Serien, die mir richtig gut gefallen haben. Der sechzehnte Platz wird der Qualit\u00e4t von <b>Downton Abbey<\/b> jedenfalls nicht ganz gerecht, aber es gibt zwei gute Gr\u00fcnde, warum die abschlie\u00dfende sechste Staffel relativ weit unten gelandet ist.<\/p>\n<p>Zum einen schafft sie keine weitere Steigerung, was jetzt kein gro\u00dfer Makel ist \u2013 schlie\u00dflich geh\u00f6rt <b>Downton Abbey<\/b> zu den seltenen Serien, die fast durchweg ihre hohe Qualit\u00e4t halten konnten. Zum anderen triefen die letzten neun Folgen nur so vor Happy-End. Nahezu alle Charaktere haben am Schluss mehr oder weniger ihr Gl\u00fcck gefunden und mit einer kleinen Ausnahme abgesehen wird niemand weiter vor den Kopf gesto\u00dfen. Und selbst diese \u201eAusnahme\u201c wird letztlich als ein etwas resigniertes, aber durchaus akzeptables \u201eDas Leben geht weiter\u201c abgetan.<\/p>\n<p>Im Prinzip ist die sechste Staffel von <b>Downton Abbey<\/b> wie das finale <b>Twilight<\/b>-Buch, nur in richtig gut gemacht. Nach all den Strapazen sei es den Fans durchaus geg\u00f6nnt, ein wohliges Ende zu erhalten. Und der Erfolg sollte f\u00fcr sich sprechen, dass man es mit Genuss empfindet \u2013 gleichwohl es sich auf satte achteinhalb Stunden zieht.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#15 Black-ish<\/span><\/h1>\n<h3><span style=\"color: #809fff;\">Staffel 2<\/span><\/h3>\n<p><i><b>Comedy Series<\/b><\/i><\/p>\n<p>Einer der wenigen Neuzug\u00e4nge unter den fortlaufenden Serien k\u00fcndigte sich bereits letzte Jahr mit der Nominierung von Anthony Anderson als bester Hauptdarsteller an. Die zweite Staffel ist in jedweder Hinsicht besser als die erste, weshalb <b>Black-ish<\/b> folgerichtig unter den sieben besten Comedy-Serien mitmischen darf. Die Frage ist nur: Ist die Entscheidung richtig oder politisch?<\/p>\n<p>In der Tat riecht <b>Black-ish<\/b> auf den ersten Blick wie ein Quotenf\u00fcller, der die afroamerikanische Gemeinde gl\u00fccklich stimmen soll. Doch keine Bange: Hier steckt wirklich eine verdammt gute Serie, deren Witze vielleicht nicht immer z\u00fcnden, aber deren Pr\u00e4misse auf den zweiten Blick mehr als genial ist.<\/p>\n<p>Ich klau mal frech aus einem Kommentar, den ich auf IMDB ersp\u00e4ht habe: <b>Black-ish<\/b> karikiert bewusst eine typisch schwarze Familie, so wie der \u201ewei\u00dfe Mann\u201c es sich in seiner Klischeeschublade vorstellt. Dies geschieht derart plakativ, weshalb jeder mit ein bisschen Verstand merkt, dass hier nicht der schwarze Mann sondern eben die Vorurteile \u00fcber ihn karikiert werden.<\/p>\n<p>Anthony Anderson und Hauptdarstellerin Tracee Ellis Ross, die ebenfalls f\u00fcr einen Emmy nominiert sind, werden gr\u00f6\u00dftenteils vor Alltagssiuationen gestellt und wechseln ihre Mimik flie\u00dfend zwischen realistisch und comichaft. Damit steckt <b>Black-ish<\/b> perfekt in der Spalte zwischen Situationskomik und Karikatur \u2013 und ist zurecht f\u00fcr einen Emmy nominiert. Sollte die Serie jedenfalls weiterhin in dieser Form an Qualit\u00e4t gewinnen, dann k\u00f6nnte sie eines Tages sogar gewinnen.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#14 Modern Family<\/span><\/h1>\n<h3><span style=\"color: #809fff;\">Staffel 7<\/span><\/h3>\n<p><i><b>Comedy Series<\/b><\/i><\/p>\n<p>H\u00f6rt auf zu st\u00f6hnen und zu seufzen: <b>Modern Family<\/b> ist genial. Nat\u00fcrlich ist die Brillanz der ersten Jahre verflogen, was aber bei einer Comedy-Serie kaum vermeidbar ist. Im Endeffekt kommt es auf den Unterhaltungsfaktor an und der ist bei diesen exzellenten Charakteren nach wie vor sehr hoch. Selbst wenn mal ein Witz wiederholt wirkt oder eine Thematik erneut durchgekaut wird, so hat das Gezeigte weiterhin Charme.<\/p>\n<p>Der Hauptgrund, warum <b>Modern Family<\/b> auch im siebten Jahr funktioniert: die Kinder. Sie werden mit der Serie erwachsen und weil auch noch regelm\u00e4\u00dfig Nachwuchs hinzukommt (zuerst Lily, dann Joe), bleibt die Dynamik erhalten.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#13 Unbreakable Kimmy Schmidt<\/span><\/h1>\n<h3><span style=\"color: #809fff;\">Staffel 2<\/span><\/h3>\n<p><i><b>Comedy Series<\/b><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p>Die erste Staffel von <b>Unbreakable Kimmy Schmidt<\/b> war mein pers\u00f6nliches Serienhighlight der letzten Saison. An diese Brillanz kommt das zweite Jahr nicht heran \u2013 einerseits war der Innovationsbonus der quirligen Charaktere schnell aufgebraucht, andererseits die Story rund um Reverend Richard Wayne Gary Wayne einfach zu genial, was nicht so leicht zu toppen ist. Doch die Serie lebt weiterhin von ihrem abstrusen Mix aus banaler Situationskomik, abgefahrenen Charakteren und nerdigem Insiderhumor. Mir gef\u00e4llt die Balance nach wie vor besser als im hoch gefeierten <b>30 Rock<\/b>, das zu seiner Zeit m\u00e4chtig von den Emmys abgefeiert wurde.<\/p>\n<p>Doch ich bezweifle, dass <b>Unbreakable Kimmy Schmidt<\/b> jemals die gleiche Ehre zuteil bekommt: Wieder wurden \u201cnur\u201c die Schauspieler nominiert, erneut gingen s\u00e4mtliche Drehbuchautoren sowie Regisseure leer aus.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#12 Homeland<\/span><\/h1>\n<h3><span style=\"color: #809fff;\">Staffel 5<\/span><\/h3>\n<p><i><b>Drama Series<\/b><\/i><\/p>\n<p>Ohne jeden Zweifel: Ich habe eine kleine Schw\u00e4che f\u00fcr <b>Homeland<\/b>, obwohl sie mir von ihrer politischen Agenda her voll gegen den Strich gehen m\u00fcsste. Aber ich mag den spannenden Handlungsaufbau, der sich gekonnt \u00fcber eine Staffel streckt und niemals \u00e1 la <b>24<\/b> den Bogen zu sehr \u00fcberspannt.<\/p>\n<p>Gut: Die dritte Staffel war Dreck \u2013 aber zu dem Zeitpunkt lebte schlie\u00dflich noch ein Charakter, der eigentlich l\u00e4ngst tot h\u00e4tte sein m\u00fcssen. Erst als Brody tats\u00e4chlich zu den Akten gelegt war, konnte <b>Homeland<\/b> wieder an Fahrt und alter Klasse gewinnen. Zwar fehlt der f\u00fcnften Staffel ein \u00fcbergreifendes Highlight, von dem insbesondere die vierte lebte. Aber daf\u00fcr beh\u00e4lt sie von Anfang bis Ende ihre Qualit\u00e4t und sorgt f\u00fcr einen sehr runden Gesamteindruck.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#11 Fargo<\/span><\/h1>\n<h3><span style=\"color: #809fff;\">Staffel 2<\/span><\/h3>\n<p><i><b>Limited Series<\/b><\/i><\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie <b>Unbreakable Kimmy Schmidt<\/b> kommt die zweite Staffel von <b>Fargo<\/b> nicht an die erste heran und ist doch gut genug f\u00fcr eine ernsthafte Anschauempfehlung. Zwar bin ich nicht so ganz gl\u00fccklich mit dem Prequel-Charakter, eben weil ich das Schicksal mancher Protagonisten bereits kenne. Aber daf\u00fcr stimmt die Spannung umso mehr, was den restlichen Cast rund um Kirsten Dunst, Jesse Plemons und allen voran Jean Smart anbelangt.<\/p>\n<p>Aufgrund des Anthology-Ansatzes wirkt <b>Fargo<\/b> zumindest frischer als die gute <b>Kimmy<\/b>, daf\u00fcr sehe ich die Qualifizierung als Mini- anstatt fortlaufender Drama-Serie mit gemischten Gef\u00fchlen, Daf\u00fcr sind mir die Verkn\u00fcpfungen der beiden Staffeln einfach zu deutlich &#8211; <b>Fargo<\/b> spielt jedenfalls mit Grenzen, was der Emmy-Jury k\u00fcnftig sicherlich noch einige Probleme bereiten d\u00fcrfte.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#10 Transparent<\/span><\/h1>\n<h3><span style=\"color: #809fff;\">Staffel 2<\/span><\/h3>\n<p><i><b>Comedy Series<\/b><\/i><\/p>\n<p>Comedy ist alles, was unter eine halbe Stunde dauert: Mit dieser Regelung trennen die Emmys seit einem Jahr kategorisch zwischen lustig und dramatisch, was auf den ersten Blick v\u00f6llig hirnrissig erscheint. Aber zum einen d\u00fcrfen die Produzenten einer Serie auf Antrag die \u201eSeiten wechseln\u201c (was beispielsweise im Falle von <b>Shameless<\/b> auch funktioniert hat) und zum anderen ist halt eben etwas dran&#8230; bis man sich <b>Transparent<\/b> anschaut.<\/p>\n<p>Das lustigste an der Serie ist der Name: Transparent ist ein geschicktes Wortspiel zwischen transparent und trans-parent \u2013 ergo einem alternden Vater, der pl\u00f6tzlich nicht mehr Morton sondern Maura hei\u00dfen m\u00f6chte. W\u00e4hrend sich die erste Staffel stark auf Mauras Ex-Frau sowie deren drei Kinder st\u00fcrzte und wie diese mit der Wandlung umgehen, kann sich die zweite voll auf den \u201eAlltag\u201c der Familie st\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Und dort geht es hei\u00df her, wenn Maura seine Ex-Frau im Bad mit der Hand befriedigend, die \u00e4lteste Tochter kurz nach Eheschlie\u00dfung die Liebe zu ihrer lesbischen Partnerin verleugnet oder man in dramatischen R\u00fcckblenden aus dem Jahre 1935 Mauras Mutter sowie deren ebenfalls vom Mann zur Frau gewandelten Schwester in einer Zeit sieht, in der sie allein aufgrund ihrer sexuellen Ausrichtung um ihr Leben k\u00e4mpfen mussten.<\/p>\n<p>Nein: <b>Transparent<\/b> ist nicht wirklich witzig und trotzdem genial konzipiert. In nur zehn Folge \u00e1 30 Minuten lernt der Zuschauer unglaublich viel und sollte jeden, der nach wie vor an seinem \u201ekonservativen Weltbild\u201c kleben h\u00e4ngt, ernsthaft ins Gr\u00fcbeln bringen. Kein Wunder also, das ausgerechnet jene Episode f\u00fcr die beste Regie nominiert ist, in der Maura in einem Camp f\u00fcr Frauen erschreckend viel Gegenwehr erf\u00e4hrt &#8211; schlicht und ergreifende weil sie trotz ihres \u00c4u\u00dferen und ihrer \u00dcberzeugung einen Penis besitzt&#8230;<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#09 Mr. Robot<\/span><\/h1>\n<h3><span style=\"color: #809fff;\">Staffel 1<\/span><\/h3>\n<p><i><b>Drama Series<\/b><\/i><\/p>\n<p><b>Mr. Robot<\/b> ist eine der gr\u00f6\u00dften \u00dcberraschungen des letzten Jahres gewesen und eroberte die TV-Fans in Windeseile \u2013 was am Ende sogar in einen Sieg bei den Golden Globes als beste Drama-Serie endete.<\/p>\n<p>Bevor jemand anf\u00e4ngt zu tr\u00e4umen: Ich glaube nicht, dass die Emmys nachziehen. Dazu ist die Thematik rund um den introvertierten Hacker Elliot Alderson wohl zu nerdig und fremdartig f\u00fcr den durchschnittlichen Emmy-W\u00e4hler. Es k\u00f6nnte allerdings f\u00fcr das beste Drehbuch reichen, denn kaum eine Serie hat einen derart stimmigen wie zugleich twistbeladenen Plot. Das Interessante hierbei: Nahezu jeder hat die Hauptpointe der ersten Staffel im Vorhinein erraten, ohne das es jemand ernsthaft st\u00f6rte.<\/p>\n<p><b>Mr. Robot<\/b> m\u00f6chte auch nicht \u00fcberraschen, sondern eine kluge Geschichte erz\u00e4hlen, die zaghaft die Grenzen der Realit\u00e4t dehnt. \u00c4hnlich wie die eher auf Komik bedachte <b>Silicon-Valley<\/b>-Serie ist die erste Staffel ein wundervolle Basis f\u00fcr die noch kommenden Jahre \u2013 hoffen wir einmal, dass die Macher von <b>Mr. Robot<\/b> ihre Chance besser nutzen.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#08 House of Cards<\/span><\/h1>\n<h3><span style=\"color: #809fff;\">Staffel 4<\/span><\/h3>\n<p><i><b>Drama Series<\/b><\/i><\/p>\n<p>Viele Fans von <b>House of Cards<\/b> m\u00f6gen die dritte Staffel nicht \u2013 der inzwischen zum Pr\u00e4sident aufgestiegene Frank Underwood sei dort zu verweichlicht und zeige zu viele Schw\u00e4chen. Ich m\u00f6chte dem vehement widersprechen: Es war eine geniale Idee, Underwood als einen schlechten Pr\u00e4sidenten zu charakterisieren. Denn erst so war der Bogen zur vierten Staffel m\u00f6glich, der einen erneuten Aufstieg erm\u00f6glicht und eine neue Dimension der B\u00f6sartigkeit zul\u00e4sst.<\/p>\n<p>Wieder einmal ist es die letzte Szene, die umhaut. Im Gegensatz zur zweiten Staffel, wo Underwood einfach nur laut auf den Tisch haut, um uns wachzur\u00fctteln, steht diesmal seine Frau Claire fest an seiner Seite. Beide sehen nur eine M\u00f6glichkeit, die n\u00e4chste Wahl zu gewinnen und weiterhin im wei\u00dfen Haus sitzen zu bleiben \u2013 und es ist eine, die einem aufgrund ihrer Glaubw\u00fcrdigkeit das Blut in den Adern gefrieren l\u00e4sst.<\/p>\n<p><b>House of Cards<\/b> ist jedenfalls nichts f\u00fcr Verschw\u00f6rungstheoretiker: Die sehen hier all ihre Vorurteile \u00fcber das Pr\u00e4sidentenamt und der Korruptheit ihres Inhabers best\u00e4tigt. In real w\u00fcrde ich mir solche Entwicklungen jedenfalls nicht anschauen wollen \u2013 doch als fiktive Show ist sie genau das richtige und bleibt herrlich b\u00f6se sowie zynisch, ohne wie in der ersten Folge der zweiten Staffel die Grenzen des guten Geschmacks zu \u00fcberschreiten.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#07 American Crime<\/span><\/h1>\n<h3><span style=\"color: #809fff;\">Staffel 2<\/span><\/h3>\n<p><i><b>Limited Series<\/b><\/i><\/p>\n<p>Von allen pr\u00e4mierten Anthology-Serien d\u00fcrfte <b>American Crime<\/b> am wenigsten bekannt sein \u2013 kein Wunder, so gibt es nicht mal die erste Staffel auf DVD. Zudem herrscht inzwischen gro\u00dfe Verwechslungsgefahr mit der j\u00fcngst gestarteten <b>American Crime Story<\/b>, obwohl die beiden von ihrer Art kaum unterschiedlicher sein d\u00fcrften. Denn w\u00e4hrend Ryan Murphys neuestes Baby reale F\u00e4lle nachstellt und eine abgeschlossene Handlung besitzt, ist <b>American Crime<\/b> zumindest rein von der Pr\u00e4misse her gesehen eine Ecke mutiger.<\/p>\n<p>Die zweite Staffel hat jedenfalls nichts mit der ersten gemeinsam: Hier geht es um einen Teenager, der angeblich auf einer Party von einem Schulkameraden unter Drogen gesetzt und vergewaltigt wurde. Bevor Missverst\u00e4ndnisse aufkommen: Ja, die Rede ist von zwei Jungs \u2013 was allein deshalb betont werden muss, weil einige der in der Serie vorkommenden Charakter dies nicht wahr haben m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Ein Junge wird vergewaltigt? Niemals! Hinzu kommt, dass er tats\u00e4chlich homosexuelle Neigungen besitzt und sich mit seinem Vergewaltiger bewusst treffen wollte. Schnell verliert er seine Opferrolle und ger\u00e4t derart unter Druck, dass er eine Riesendummheit begeht.<\/p>\n<p>Bereits die erste Staffel von <b>American Crime<\/b> lebte massiv davon, dass das Ende einige Fragen offenl\u00e4sst. Dieser Ansatz wird in der zweiten bis zum \u00e4u\u00dfersten gedehnt, weshalb viele mit der letzten Folge unzufrieden sind \u2013 so k\u00f6nne man das doch nicht enden lassen, hei\u00dft es. Aber doch, genau darum geht es: Es geht um die Darstellung eines Verbrechen und vor allem wie es zu diesem gekommen ist \u2013 und weniger, was die Konsequenzen sind. Die kann und soll man sich selbst ausmalen, weshalb sich <b>American Crime<\/b> positiv vom TV-Einerlei abhebt.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#06 Roots<\/span><\/h1>\n<p><i><b>Limited Series<\/b><\/i><\/p>\n<p>Gleich ein Gest\u00e4ndnis: Ich habe die Originalserie von 1977 nicht gesehen. Insofern kann es durchaus sein, dass ich bez\u00fcglich des Remakes St\u00e4rken lobe, die bereits vor vierzig Jahren etabliert waren. Betrachte ich jedoch das neue <b>Roots<\/b> f\u00fcr sich, dann muss ich ganz klar sagen: Mit solch einer Klasse habe ich wahrlich nicht gerechnet.<\/p>\n<p><b>Roots<\/b> ist im Prinzip <b>12 Years a Slave<\/b>, nur verteilt auf vier Folgen und satten sieben Generationen. Die Serie schildert die Entwicklung der Sklaverei aus Sicht einer schwarzen Familie, beginnend mit der Verschleppung des jungen Kunte Kinte aus Afrika nach Amerika und endend mit der Abschaffung der Sklaverei im Zuge des amerikanischen B\u00fcrgerkrieges. Durch den Generationenwechsel und eine Zeitspanne von knapp 100 Jahren \u00e4ndern sich regelm\u00e4\u00dfig die Protagonisten. Dabei erfahrt ihr sehr unterschiedliche Schicksale, die von einem halbwegs angesehenen Leben bis ins Mark schreiende Ungerechtigkeit reichen.<\/p>\n<p>Der Grund, warum mich <b>Roots<\/b> schwer beeindruckt hat, liegt in der letzten Folge begraben. Bis zu einem gewissen Punkt hat man als Zuschauer das Gef\u00fchl, dass sich die Situation der Familie und f\u00fcr Schwarze im allgemeinen langsam, aber sichtbar bessert. Doch genau in dem Moment, wo man den ersten Ansatz einer Gleichberechtigung mutma\u00dft, wird man brutal auf den Boden der Tatsachen zur\u00fcckgeholt. <b>Roots<\/b> macht ganz klar: Es mag dem schwarzen Mann besser gehen als fr\u00fcher, aber er musste viele Opfer bringen und musste f\u00fcr seine Anerkennung heftig gegen die Vorherrschaft der wei\u00dfen Tyrannei k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Es ist jedenfalls sehr verwunderlich, dass die Serie \u201enur\u201c f\u00fcr die beste Mini-Serie nominiert ist und s\u00e4mtliche Drehbuchautoren, Regisseure sowie Schauspieler \u00fcbergangen wurden.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#05 The Americans<\/span><\/h1>\n<h3><span style=\"color: #809fff;\">Staffel 4<\/span><\/h3>\n<p><i><b>Drama Series<\/b><\/i><\/p>\n<p><b>The Americans<\/b> ist eine dieser Serien, bei denen ich viel Eingew\u00f6hnungszeit ben\u00f6tigt habe. Wirklich gefesselt, so dass ich ehrlich wissen wollte wie es nun weitergeht, war ich erst ab der dritten Staffel. Inzwischen strebt <b>The Americans<\/b> <b>Mad-Men<\/b>-artige Qualit\u00e4tsausw\u00fcchse an: Die Geschichten wirken erschreckend real und trotzdem \u00e4u\u00dferst interessant.<\/p>\n<p>Dank der Pr\u00e4misse, laut der sich ein russisches Spionagepaar seit Jahrzehnten als amerikanische Familie ausgibt und f\u00fcr die perfekte Tarnung gar zwei Kinder gezeugt hat, kommt noch eine Menge Spannung hinzu. Jede Aktion k\u00f6nnte die letzte sein \u2013 und f\u00fcr einige der Nebencharaktere ist dies hier sogar der Fall. Zwei der dramatischsten Szenen heben sich die Serienmacher jedenfalls nicht f\u00fcr das Staffelfinale auf, sondern sie \u00fcberrumpeln euch regelrecht mittendrin.<\/p>\n<p>Aber der genialste Clou, der sich ebenfalls bereits am Ende der dritten Staffel anbahnte, ist die Einweihung der Tochter, die im Alter von 15 Jahren pl\u00f6tzlich die wahre Identit\u00e4t ihrer Eltern erf\u00e4hrt und ihr gesamtes Weltbild zusammenbrechen sieht. Dahinter steckt ein richtig fieses Dilemma, das insbesondere das Moralverst\u00e4ndnis ihres Vaters ordentlich durcheinander wirbelt.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt: Merkt euch den Namen Matthew Rhys. Der Mann ist geradezu verdammt, in nicht allzu ferner Zukunft einen Emmy f\u00fcr seine Rolle als Philip Jennings zu gewinnen. Er symbolisiert perfekt die Zerrissenheit, in der sein Charakter zwischen seiner Pflicht zum Vaterland und seiner Affinit\u00e4t zur amerikanischen Freinatur steckt.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#04 Master of None<\/span><\/h1>\n<h3><span style=\"color: #809fff;\">Staffel 1<\/span><\/h3>\n<p><i><b>Comedy Series<\/b><\/i><\/p>\n<p>Dev ist ein Schauspieler indischer Abstammung, der in Amerika lebt \u2013 muss man wirklich mehr \u00fcber <b>Master of None<\/b> erz\u00e4hlen? Na gut: Der Humor der Netflix-exklusiven Serie \u00e4hnelt am ehesten dem von <b>Louie<\/b>, nur dass er weniger subtil ist. Hier und wie dort entsteht ein Gro\u00dfteil der Komik darin, dass eine entweder abstruse oder v\u00f6llig banale Situation derart bierernst erz\u00e4hlt wird, weshalb man einfach nur lachen muss.<\/p>\n<p>Bereits die zweite Folge sorgte daf\u00fcr, dass ich mich in <b>Master of None<\/b> verliebte: Sie beginnt mit einem harmlosen Gespr\u00e4ch zwischen Dev und seinem Vater, der Hilfe bez\u00fcglich seines Tablets ben\u00f6tigt. Dev wiederum hat sich gerade mit einem Freund zum Kino verabredet, weshalb er seinen Vater vertr\u00f6stet, er k\u00f6nne ihm gerade nicht helfen. Daraufhin sieht man dessen trauriges Gesicht und eine Erinnerungsszene, in der er als Kind freudig einen Rechenschieber bastelt, dieser von einem Grobian kaputt gemacht wird, er entgegen des Ratschlags seines Vaters f\u00fcr ein besseres Leben nach Amerika zieht, freudig die Geburt von Dev erlebt und eben diesem gut zehn Jahre sp\u00e4ter einen Computer schenkt, mit dem Hintergedanken einen Computerexperten als Sohn zu haben. Und mit einem Mal werden all diese Tr\u00e4ume zunichte gemacht, nur weil Dev ins Kino gehen m\u00f6chte&#8230;<\/p>\n<p>Direkt danach springt die Folge zu dem besagten Freund, einen Asiaten, dessen Vater ihn bittet, ein P\u00e4ckchen Reis zu besorgen. Und just als der Freund ebenfalls meint, er habe daf\u00fcr keine Zeit, beginnt die Erinnerung seines Vaters&#8230;<\/p>\n<p>Ist <b>Master of None<\/b> einmal nicht witzig, dann wird die Serie unglaublich putzig. Dev bekommt im Laufe der Staffel eine feste Freundin, deren Beziehung innerhalb von wenigen Folgen bemerkenswert lebensecht dargestellt wird. Hier schl\u00e4gt der Balken der Situationskomik voll aus, weil die beiden im Prinzip eine \u201eganz normale Beziehung\u201c miteinander f\u00fchren und dies trotz unvermeidlicher Dramen mehr heiter anstatt anstrengend wirkt. F\u00fcr mich gab es in der ganzen letzten Saison jedenfalls keine Serie, die sympathischer r\u00fcberkam.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#03 Veep<\/span><\/h1>\n<h3><span style=\"color: #809fff;\">Staffel 5<\/span><\/h3>\n<p><i><b>Comedy Series<\/b><\/i><\/p>\n<p>Wie bereits im Falle von <b>Modern Family<\/b> angedeutet: Es ist verdammt selten, wenn eine Comedy-Serie ihr hohes Niveau \u00fcber mehrere Jahre h\u00e4lt. Aber eine fortlaufende Steigerung scheint nahezu utopisch \u2013 au\u00dfer, man hei\u00dft <b>Veep<\/b>.<\/p>\n<p>Bereits in der dritten Staffel zog die Serie einen total billigen Trick aus der Tasche, mit dem niemand gerechnet hat: <b>Veep<\/b> steht f\u00fcr Vizepr\u00e4sident. Die Serie dreht sich genau genommen um eine fiktive, amerikanische Vizepr\u00e4sidentin, deren Peinlichkeitswerte nur knapp \u00fcber denen von Sarah Palin liegen. Das Geniale daran: Selten hat meinen Charakter gesehen, der gleichzeitig so egoistisch, selbst verliebt und doch bis ins Mark liebenswert ist&#8230; also, f\u00fcr den Zuschauer jedenfalls.<\/p>\n<p>Eine normale Comedy-Serie h\u00e4tte daraus einen unendlich lang gezogenen Running Gag gemacht \u2013 doch die Showmacher von <b>Veep<\/b> haben ihre Selina Meyer bereits in der dritten Staffel durch eine irrwitzige Plotwendung zur Pr\u00e4sidentin auserkoren! Am Ende der vierten ist ihr Beliebtheitswert derart gesunken, weshalb ihre Wiederwahl auf noch abstrusere Weise ernsthaft in Gefahr ger\u00e4t. Und das Finale der f\u00fcnften, \u00fcber das ich nicht zu viel verraten m\u00f6chte, stellt Meyers Karriere erneut so brutal auf den Kopf, wie man es niemals f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tte.<\/p>\n<p><b>Veep<\/b> geht Klischees Meilenweit aus dem Weg und ist allein deshalb so unfassbar gut geworden. Julia Louis-Dreyfus wird mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit ihren f\u00fcnften Emmy in Folge gewinnen und das auch v\u00f6llig zurecht: Sie deklassiert ihre Konkurrenz sowohl dank ihres Charakters als auch ihres K\u00f6nnens. Ohne sie w\u00fcrde <b>Veep<\/b> nicht funktionieren \u2013 und s\u00e4mtliche Nebendarsteller geben ihr obendrauf die perfekte B\u00fchne.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#02 Game of Thrones<\/span><\/h1>\n<h3><span style=\"color: #809fff;\">Staffel 6<\/span><\/h3>\n<p><i><b>Drama Series<\/b><\/i><\/p>\n<p>Die sechste Staffel von <b>Game of Thrones<\/b> ist phasenweise die schlechteste und phasenweise die beste der Seriengeschichte. Und in Anbetracht der hohen Platzierung k\u00f6nnt ihr euch denken, wie grandios der zweitgenannte Part ist.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich: Wir reden hier von <b>Game of Thrones<\/b>. Gleichwohl ich so meine Vorbehalte gegen\u00fcber diversen Gewaltdarstellungen habe (ich hasse (!) die \u201eRed-Wedding\u201c-Szene), so ist der Epik-Faktor ungeschlagen. Das bezieht sich nicht nur auf die monstr\u00f6se Ausstattung und die herrlichen Schlachtszenen: Wo sonst bekommt man so viele gleichwertige Charaktere unter einen Hut, ohne den Zuschauer hoffnungslos zu \u00fcberfordern? Gleiches gilt f\u00fcr die verzweigten Plotstr\u00e4nge, wobei es einfach nur herrlich ist mit anzusehen, wie diese sich langsam zu einem Ganzen verweben.<\/p>\n<p>Die letzten beiden Episoden haben wohl den bislang gr\u00f6\u00dften Zuspruch innerhalb ihrer Fangemeinde erhalten, wobei die vorletzte f\u00fcr die beste Regie nominiert und diesen Preis sicherlich auch gewinnen wird. Auch der enorm hohe Anteil der nominierten Schauspieler deutet stark darauf hin, dass <b>Game of Thrones<\/b> seinen Sieg vom letzten Jahr in der Kategorie der besten Drama Serie wiederholen wird.<\/p>\n<p>Der Hauptgrund, warum ich pers\u00f6nlich die sechste Staffel so hoch einsch\u00e4tze, hei\u00dft im \u00fcbrigen \u201cThe Door\u201c: Diese Episode zeigt einen der besten Plottwist aller Zeiten. D.h. im Prinzip wird nur ein lang geh\u00fctetes Geheimnis gel\u00fcftet und die Bedeutung einer der beliebtesten Charaktere erkl\u00e4rt. Die Aufl\u00f6sung ist zugleich brillant und herzzerrei\u00dfend ohne Ende.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #809fff;\">#01 American Crime Story<\/span><\/h1>\n<h3><span style=\"color: #809fff;\">The People v O.J. Simpson<\/span><\/h3>\n<p><i><b>Limited Series<\/b><\/i><\/p>\n<p><b>The People v O.J. Simpson<\/b> ist das, was man im TV-Gesch\u00e4ft als Sechser im Lotto bezeichnen sollte. Die Idee ist genial, die Ausf\u00fchrung nahezu perfekt und die Riege der Schauspieler klatscht Hollywood an die Wand.<\/p>\n<p><b>American Crime Story<\/b> (wie bereits erw\u00e4hnt nicht zu verwechseln mit <b>American Crime<\/b>) startet als Spinoff von <b>American Horror Story<\/b> und ist bereits jetzt um Welten besser \u2013 und das sage ich, der ein Riesenfan von Ryan Murphys Horror-Anthologie ist. Jeder, der sich etwas mit amerikanischer Sport- und Kriminalgeschichte auskennt, hat schon einmal vom ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigen O.J. Simpson geh\u00f6rt: Als Footballer national und Schauspieler in <b>Die nackte Kanone<\/b> international ber\u00fchmt geworden, werden im Jahre 1994 seine Ex-Frau und dessen mutma\u00dflicher Geliebter auf brutale Weise ermordet. Simpson ist sogleich der Hauptverd\u00e4chtige und leistet sich gar mit der Polizei eine Verfolgungsjagd, um seine Verhaftung zu umgehen. Nahezu alles deutet auf seine Schuld hin, es werden die besten Anw\u00e4lte eingeschaltet \u2013 und am Schluss wird er frei gesprochen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend damals zumindest noch seine Fans jubelten, wurde schnell klar: Er wird\u2019s gewesen sein, der Freispruch kam mehr durch Verfahrensfehler und Kleinigkeiten zustande. All das erarbeitet <b>The People v O.J. Simpson<\/b> so grandios, dass es eine helle Freude ist. Allein die Einteilung der einzelnen Folgen ist be\u00e4ngstigend gut und birgt einige brillante Ideen \u2013 so dreht sich eine ganz speziell um die Geschworenen des Prozesses, die ebenfalls eine echte Tortur durchmachen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Dialoge fantastisch geschrieben und die Handlung perfekt die Gratwanderung zwischen Dramatik und Authentizit\u00e4t beherrscht, hauen euch die Schauspieler von den Socken. Selbst ein David Schwimmer als Robert Kardashian oder Cuba Gooding Jr. als O.J. Simpson, die optisch und\/oder akustisch eigentlich v\u00f6llig fehlbesetzt wirken, vollbringen eine Glanztat nach der anderen. Sterling K. Brown und John Travolta schinden noch mehr Eindruck, eben weil ihr Erscheinungsbild sehr gut zu den Originalen passt und ihre emotionalen Gef\u00fchlsausbr\u00fcche ins Lehrbuch geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>\u00dcber all dem stehen zwei Leistungen, die \u00fcbergreifend auf alles, was in der Saison 2015\/16 gezeigt wurde, stehen: Sarah Paulson und Courtney B. Vance. Sie spielt die Staatsanw\u00e4ltin Marcia Clark, mit allen Facetten und Nuancen, ihrer H\u00e4rte, ihrer Verletzbarkeit, ihrer Berechenbarkeit, ihrer Menschlichkeit, ihrem Aussehen, ihrer Ausstrahlung, es ist einfach herrlich. Sollte sie erneut den Emmy verlieren, dann rate ich der Frau es einfach aufzugeben \u2013 sie h\u00e4tte dann besseres verdient als die Ignoranz einer Jury, die sich selbst Emmy schimpft.<\/p>\n<p>Und Courtney B. Vance&#8230; meine G\u00fcte: Seine Darstellung als Verteidiger Johnnie Cochran d\u00fcrfte die beste sein, die ich \u00fcberhaupt jemals bez\u00fcglich eines Anwalt-Charakters gesehen habe! Das, was der Mann an Energie und gleichzeitig Subtilit\u00e4t zeigt, ist ungelogen auf einer Stufe mit Gregory Peck in <b>Wer die Nachtigal st\u00f6rt<\/b>, Paul Newman in <b>The Verdict<\/b> oder James Spader in <b>Boston Legal<\/b>. Allein diese Stimme ist traumhaft sanft und bestimmend zugleich. Einziger Makel: Vance kommt erst relativ sp\u00e4t ins Spiel (weshalb mich die Nominierung in der Kategorie Hauptdarsteller auch zun\u00e4chst stark verwunderte). Aber sobald er erstmals vor Cuba Gooding Jr. steht und ihn einfach nur umarmt, da wusste ich: Das ist etwas ganz besonderes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute Nacht werden die Emmys f\u00fcr die Saison 2015\/2016 vergeben und anstatt eines schn\u00f6den Tippscheins, den so wieso niemanden interessiert, habe ich mir dieses Jahr etwas Neues ausgedacht: Nach Sichtigung aller nominierten Serien in dern Kategorien \u201eOutstanding Drama Series\u201c, \u201eOutstanding Comedy Series\u201c, \u201eOutstanding Limited Series\u201c und \u201eOutstanding Television Movie\u201c schmei\u00dfe ich alle in einen Pott und pr\u00e4sentiere euch meine ganz pers\u00f6nlich Top #24. 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