{"id":5978,"date":"2016-04-08T14:00:17","date_gmt":"2016-04-08T12:00:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.theawardian.de\/?p=5978"},"modified":"2016-04-08T05:51:21","modified_gmt":"2016-04-08T03:51:21","slug":"ost-3-turrican","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theawardian.de\/?p=5978","title":{"rendered":"OST #3: Turrican"},"content":{"rendered":"<p><i><a href=\"https:\/\/www.theawardian.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/003-Turrican.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5900\" alt=\"003-Turrican\" src=\"https:\/\/www.theawardian.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/003-Turrican.jpg\" width=\"600\" height=\"140\" srcset=\"https:\/\/www.theawardian.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/003-Turrican.jpg 600w, https:\/\/www.theawardian.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/003-Turrican-300x70.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a>Composer: Chris H\u00fclsbeck<br \/>\nSystem: Amiga<br \/>\nYear: 1990<\/i><\/p>\n<p><b><!--more-->Turrican<\/b>: Dieses eine Wort fasst meine Begeisterung bez\u00fcglich Computer- und Videospielmusik besser zusammen als alle Texte, die ich in den letzten 362 Tagen ver\u00f6ffentlicht habe. Es kamen bereits einige Fortsetzungen der Serie zum Zuge, doch hier und heute ist der Ursprung an der Reihe.<\/p>\n<p>Chris H\u00fclsbeck war f\u00fcr mich bereits anno 1990 l\u00e4ngst kein Unbekannter mehr. Seine Werke verfolgten mich von Anfang an, denn <b>Shades<\/b> machte ihn nicht nur zum Sieger eines SID-Chip-Wettbewerbs. Es war auch f\u00fcr mich der Beginn, dass ich mich in irgendeiner Form f\u00fcr Musik interessierte.<\/p>\n<p>Mal zuf\u00e4llig (<b>Madness<\/b>), mal gezielt (<b>The Great Giana Sisters<\/b>) stie\u00df und verfolgte ich \u00fcber die Jahre jede seiner Arbeiten, von der ich Kenntnis nahm. Schnell wurde daraus eine Manier, alles zu sammeln, wo Chris H\u00fclsbeck mit drauf stand. Im Jahre 1990 kam der Amiga-Computer ins Haus und die Sucht ging dank <b>Hollywood Poker Pro<\/b>, <b>R-Type<\/b> sowie <b>Rock n&#8216; Roll<\/b> mit der n\u00e4chsten Hardwaregeneration weiter. Und dann stand <b>Turrican<\/b> vor der T\u00fcr, dessen protzige Werbeanzeigen bereits auf einen besonders aufw\u00e4ndigen Soundtrack hinwiesen.<\/p>\n<p>\u201eWas ist so lang wie 2 LP&#8217;s?\u201c &#8211; oder besser gesagt 40 Minuten, denn so viel Musik steckt in <b> Turrican<\/b>. Zum Vergleich: Andere Top-Soundtracks wie <b>Shadow of the Beast<\/b> oder <b>Ghouls&#8217;n&#8217;Ghosts<\/b>, die im Jahr zuvor auf dem gleichen System erschienen sind, kommen nicht einmal auf die H\u00e4lfte. Kein Wunder, schlie\u00dflich komponierte H\u00fclsbeck f\u00fcr nahezu jeden Levelabschnitt sowie jeden (!) Endboss ein eigenes Musikst\u00fcck \u2013 derartiges traute sich zum damaligen Zeitpunkt nicht einmal Konami mit <b>Castlevania 3<\/b>. Die einzige Ausnahme stellt die Alienwelt dar, in der ihr keine Musik und daf\u00fcr eine grandiose Ger\u00e4uschekulisse h\u00f6rt, bestehend aus kurzen Loops sowie technisch brillant in Szene gesetzten Effekten.<\/p>\n<p>Die Levels sind insgesamt auf f\u00fcnf Welten verteilt, wobei jede von einem eigenen Instrumentenset profitiert. Die Stilrichtung l\u00e4sst sich durch die Bank weg als Synthi-Pop bezeichnen, allerdings wird diese etwas seichte Bezeichnung kaum der Vielschichtigkeit und der kompositorischen Brillanz gerecht. Abseits von einigen Schlagzeugt\u00f6nen sowie einer ab und an dr\u00f6hnenden E-Gitarre imitiert H\u00fclsbeck keine echten Instrumente, sondern erfindet f\u00fcr jede Welt neue \u2013 eines faszinierender als das andere.<\/p>\n<p>Kompositorisch leistet er sich ebenso keine Schw\u00e4che, stapelt einen Ohrwurm auf den anderen und sorgt dank der technisch bahnbrechenden Qualit\u00e4t der Instrumentensamples f\u00fcr eine im Run-&amp;-Gun-Genre ungekannte Atmosph\u00e4re. Der daraus entstehende Motivationskick ist unbestreitbar und ausschlaggebend daf\u00fcr, warum die Amiga-Version dem musikalisch gr\u00f6\u00dftenteils stummen C64-Original haushoch \u00fcberlegen ist.<\/p>\n<p>Deshalb f\u00e4llt es mir auch etwas schwer, gezielt Highlights zu benennen. Schlie\u00dflich schenken sich die In-Game-Themen rein gar nichts und beanspruchen allesamt Argumente f\u00fcr sich. \u00dcber die Jahre hinweg hat sich einzig \u201eEnemy Mine\u201c knapp \u00fcber allen anderen behauptet, weil der Kontrast zwischen den hellen T\u00f6nen im Vordergrund und der d\u00fcsteren Begleitung im Hintergrund herrlich sowie glasklar r\u00fcber kommt.<\/p>\n<p>Abseits der Musik w\u00e4hrend des Spielgschehens ist es wiederum leicht, zwei weitere Ausnahmewerke zu preisen: \u201eVictory\u201c beinhaltet die komplexeste und l\u00e4ngste Melodie des gesamten Spieles und markiert den Beginn einer langen Reihe von grandiosen Abspannthemen, f\u00fcr die H\u00fclsbeck im Laufe seiner Karriere immer bekannter wurde.<\/p>\n<p>Und jetzt, wie k\u00f6nnte ich es auch vergessen, fehlt nur noch \u201eShoot or Die\u201c &#8211; meiner dem\u00fctigen Meinung nach die Nummer Eins unter allem, was irgendwie aus Noten und T\u00f6nen besteht.<\/p>\n<p>Das <b>Turrican<\/b>-Thema schwebt \u00fcber allem, schlicht weil es DIE Video- und Computerspiel-Komposition \u00fcberhaupt ist. Es charakterisiert wie kein zweites die Action und die Thematik ohne zu einem weiteren, stereotypischen Arcade-Geklimpere zu verkommen. Obwohl es hervorragend zum Zeitgeist passt, der damals am Rande einer neuen Dekade stand, f\u00fchlt es sich durch und durch wie etwas v\u00f6llig eigenst\u00e4ndiges an. Das <b>Turrican<\/b>-Thema erreicht seine Genialit\u00e4t eben nicht dadurch, dass es wie so viele andere Gr\u00f6\u00dfen die bereits vertraute Bank der Musikgeschichte missbraucht. Es ist so genial, weil es sich von Anfang bis Ende wie die ultimative Spielemusik anh\u00f6rt und anf\u00fchlt.<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\"  id=\"_ytid_72484\"  width=\"576\" height=\"324\"  data-origwidth=\"576\" data-origheight=\"324\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/QtKSdRlvimk?enablejsapi=1&#038;autoplay=0&#038;cc_load_policy=0&#038;cc_lang_pref=&#038;iv_load_policy=1&#038;loop=0&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;playsinline=0&#038;autohide=2&#038;theme=dark&#038;color=red&#038;controls=1&#038;disablekb=0&#038;\" class=\"__youtube_prefs__  epyt-is-override  no-lazyload\" title=\"YouTube player\"  allow=\"fullscreen; accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen data-no-lazy=\"1\" data-skipgform_ajax_framebjll=\"\"><\/iframe><br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\"  id=\"_ytid_85027\"  width=\"576\" height=\"324\"  data-origwidth=\"576\" data-origheight=\"324\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/HAGA6__WXe8?enablejsapi=1&#038;autoplay=0&#038;cc_load_policy=0&#038;cc_lang_pref=&#038;iv_load_policy=1&#038;loop=0&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;playsinline=0&#038;autohide=2&#038;theme=dark&#038;color=red&#038;controls=1&#038;disablekb=0&#038;\" class=\"__youtube_prefs__  epyt-is-override  no-lazyload\" title=\"YouTube player\"  allow=\"fullscreen; 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