{"id":3819,"date":"2015-10-26T12:00:57","date_gmt":"2015-10-26T10:00:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.theawardian.de\/?p=3819"},"modified":"2015-10-24T01:08:29","modified_gmt":"2015-10-23T23:08:29","slug":"game-168-a-mind-forever-voyaging","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theawardian.de\/?p=3819","title":{"rendered":"Game #168: A Mind Forever Voyaging"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.theawardian.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/168-A_Mind_Forever_Voyaging.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3824\" alt=\"168-A_Mind_Forever_Voyaging\" src=\"https:\/\/www.theawardian.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/168-A_Mind_Forever_Voyaging.jpg\" width=\"600\" height=\"140\" srcset=\"https:\/\/www.theawardian.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/168-A_Mind_Forever_Voyaging.jpg 600w, https:\/\/www.theawardian.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/168-A_Mind_Forever_Voyaging-300x70.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><i>Hersteller: Infocom<br \/>\nDesign: Steve Eric Meretzky<br \/>\nSystem: nahezu alles, was Text darstellen kann<br \/>\nJahr: 1985<\/i><\/p>\n<p><!--more-->Der zweite Infocom-Titel, der mich schwer beeindrucken konnte, erwischte mich eiskalt. Denn urspr\u00fcnglich hatte ich <b>A Mind Forever Voyaging<\/b> gar nicht auf dem Schirm und schielte bez\u00fcglich ernsthafter Geschichten der Kultfirma eher in Richtung <b>Trinity<\/b>. Doch das politisch motivierte Meisterwerk von Steve Meretkzy d\u00fcrfte vielleicht das am besten gealterte Spiel aus dem Hause Infocom sein.<\/p>\n<p>Wir schreiben das Jahr 2031 und die Welt steht kurz vor dem Zusammenbruch. Die Wirtschaft stagniert seit Jahrzehnten, Jugendliche neigen immer fr\u00fcher zu Gewaltausbr\u00fcchen und Straftaten, die dritte Welt kollabiert endg\u00fcltig aufgrund der \u00dcberbev\u00f6lkerungsproblematik und parallel dazu ist das nukleare Wettr\u00fcsten auf dem H\u00f6hepunkt angelangt, weshalb die gro\u00dfen Staaten Atombomben in der Gr\u00f6\u00dfe von Zigarettenp\u00e4ckchen herstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Senator Richard Ryder schl\u00e4gt deshalb einen strengen Masterplan vor, der drastische Steuersenkungen, konsequente Deregulierungen, die R\u00fcckkehr traditioneller Werte im Schulsystem oder die Zwangseinberufung f\u00fcr Kriminelle vorsieht. W\u00e4hrend die Bev\u00f6lkerung der sogenannten Unitet States of North America den Plan bef\u00fcrwortet, hat Dr. Abraham Perelman seine Zweifel am Erfolg.<\/p>\n<p>Perelman ist der Erfinder von PRISM, einer k\u00fcnstlichen Intelligenz, die dank komplexer Simulationen die Lebenserfahrung eines zwanzig Jahre alten Mannes besitzt. PRISM soll eine weitere Simulation durchleben, die des Senators Vision in einer Dekade entspreche. Seine Aufgabe sei es Daten zu sammeln, inwiefern sich die Gesellschaft ver\u00e4ndert habe und ob Ryders Plan langfristig betrachtet eine wirklich so gut Idee w\u00e4re.<\/p>\n<p>Ihr \u00fcbernehmt die Rolle von PRISM und reist in das zuk\u00fcnftige 2041. Eure Aufgabe ist eigentlich sehr simpel: Ihr sollt einfache Alltagssituation durchf\u00fchren, wie beispielsweise mit eurer fiktiven Frau reden, ins Kino gehen oder in einem Caf\u00e9 etwas bestellen.<\/p>\n<p>Sobald ihr alle Aufgaben erledigt und fachgrecht aufgezeichnet habt, kehrt ihr zur\u00fcck in die Realit\u00e4t. Dort schl\u00e4gt Perelman vor, die Simulation f\u00fcr das Jahr 2051 fortzuf\u00fchren. Wieder sollt ihr die gleichen Alltagssituation wie zuvor abarbeiten \u2013 und bereits da stellt ihr fest, dass Ryders Plan alles andere als zu einer besseren Welt f\u00fchren d\u00fcrfte&#8230;<\/p>\n<p>Ich sage es gleich vorweg: Der Plot von <b>A Mind Forevery Voyaging<\/b> ist im Grunde sehr plump und arg einseitig. Von vorneherein ist es jedem klar, dass Ryder und sein Plan \u201efalsch\u201c sein muss. Man bedenke hierbei auch, dass das Spiel zu Zeiten von Ronald Reagons Amtszeit als amerikanischer Pr\u00e4sident entstanden ist, und dessen Ansichten als konservativer Republikaner aus Sicht \u00fcberzeugter demokratischer Ideale anprangert. Nicht, dass ich da was dagegen h\u00e4tte \u2013 doch selbst ich als inzwischen \u00fcberzeugter Links-Denker muss eingestehen, dass Meretzky mit seiner Schwarz-Wei\u00df-Malerei trotz fachgerechter Wortwahl gef\u00e4hrlich nahe in Richtung Stammtischniveau schielt.<\/p>\n<p>Diese grundlegende Problematik mal beiseite geschoben, bin ich regelrecht platt aufgrund der Komplexit\u00e4t und der Detailtreue, die <b>A Mind Forever Voyaging<\/b> bietet. Ihr k\u00f6nnt euch nahezu frei in einer fitkiven Stadt bewegen und die von euch geforderten Alltagssituationen in beliebiger Reihenfolge abhaken. Es gibt so gut wie keine R\u00e4tsel, aber daf\u00fcr viele Textbeschreibungen und eine interessante wie beklemmend authentisch wirkende Entwicklung der Ereignisse.<\/p>\n<p>Die Spielbarkeit ist f\u00fcr ein Infocom-Adventure erstaunlich fair. So ist es nicht weiter schlimm, wenn ihr versehentlich etwas v\u00f6llig falsches macht und in eine Sackgasse geratet \u2013 was in den sp\u00e4ter simulierten Jahrg\u00e4ngen dank der immer weiter steigenden Kriminalit\u00e4t recht schnell passiert. Doch dann springt ihr einfach aus der Simulation heraus und startet sie von neuem. Eure bis dahin aufgezeichneiten Aufgaben m\u00fcsst ihr nicht wiederholen.<\/p>\n<p>Infocom hat mit <b>A Mind Forever Voyaging<\/b> durch puren Zufall ein Gro\u00dfteil des Komorts erreicht, der im heutigen Adventure-Genre Gang und Gebe ist. Noch mehr erinnert die Erz\u00e4hlstruktur und die mangelnde R\u00e4tseldichte an die immer beliebter werdenden Interactive Novels \u00e1 la <b>The Walking Dead<\/b> oder <b>Gone Home<\/b>. Aus diesem Grunde sorgte das Spiel anno 1985 nicht f\u00fcr durchweg positive Reaktionen, weil man diese Art des Spieldesigns schlicht nicht kannte und nur schwer einzusch\u00e4tzen vermochte.<\/p>\n<p>Kurz: <b>A Mind Forever Voyaging<\/b> war seiner Zeit weit voraus. Es schreit geradezu nach einem Remake mit einer optisch simulierten Stadt und einem etwas differenzierterem Politikdenken. Ansonsten k\u00f6nnte man vieles 1:1 \u00fcbernehmen \u2013 darunter auch die an sich schon gro\u00dfartige Idee, dass der Spieler die Rolle einer K.I. \u00fcbernimmt&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\"  id=\"_ytid_25625\"  width=\"576\" height=\"432\"  data-origwidth=\"576\" data-origheight=\"432\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/kXWwzvC8eFE?enablejsapi=1&#038;autoplay=0&#038;cc_load_policy=0&#038;cc_lang_pref=&#038;iv_load_policy=1&#038;loop=0&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;playsinline=0&#038;autohide=2&#038;theme=dark&#038;color=red&#038;controls=1&#038;disablekb=0&#038;\" class=\"__youtube_prefs__  epyt-is-override  no-lazyload\" title=\"YouTube player\"  allow=\"fullscreen; accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen data-no-lazy=\"1\" data-skipgform_ajax_framebjll=\"\"><\/iframe><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.theawardian.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/A_Mind_Forever_Voyaging.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-3821\" alt=\"A_Mind_Forever_Voyaging\" src=\"https:\/\/www.theawardian.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/A_Mind_Forever_Voyaging-849x1024.jpg\" width=\"576\" height=\"694\" srcset=\"https:\/\/www.theawardian.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/A_Mind_Forever_Voyaging-849x1024.jpg 849w, https:\/\/www.theawardian.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/A_Mind_Forever_Voyaging-248x300.jpg 248w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hersteller: Infocom Design: Steve Eric Meretzky System: nahezu alles, was Text darstellen kann Jahr: 1985<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,2],"tags":[],"class_list":["post-3819","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-game","category-personal-top-365"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3819","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3819"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3819\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3831,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3819\/revisions\/3831"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3819"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3819"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3819"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}