{"id":3676,"date":"2015-10-15T18:41:04","date_gmt":"2015-10-15T16:41:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.theawardian.de\/?p=3676"},"modified":"2015-10-15T18:41:04","modified_gmt":"2015-10-15T16:41:04","slug":"undertale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theawardian.de\/?p=3676","title":{"rendered":"Undertale"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.theawardian.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Undertale.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3677\" alt=\"Undertale\" src=\"https:\/\/www.theawardian.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Undertale.jpg\" width=\"600\" height=\"140\" srcset=\"https:\/\/www.theawardian.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Undertale.jpg 600w, https:\/\/www.theawardian.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Undertale-300x70.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><i>Hersteller: tobyfox<br \/>\nCreated by: Toby Fox<br \/>\nComposer: Toby Fox<br \/>\nSystem: PC<br \/>\nJahr: 2015<\/i><\/p>\n<p><!--more--><b>Undertale<\/b> sieht aus wie der letzte Rotz. Ehrlich: Die Grafik ist auf Super Nintendo Technik getrimmt und h\u00e4lt farbtechnisch gerade mal NES-Niveau. Die Spielfigur k\u00f6nnte von einem Dreij\u00e4hrigen gezeichnet sein, die Perspektiven stimmen hinten und vorne nicht und ein Gro\u00dfteil der Gegner ist in Schwarz-Wei\u00df gehalten sowie mies animiert<\/p>\n<p>Eine piepsige Musik und eine 08\/15-Story machen es auch nicht besser: Die Monster haben den Krieg gegen die Menschheit verloren und wurden in den Untergrund verbannt. Bl\u00f6d nur, wenn es immer noch Zug\u00e4nge gibt, die nur in eine Richtung funktionieren. So stolpert ihr bei einer Erkundungstour in ein Loch und findet euch pl\u00f6tzlich wieder in einer Welt voller Monster und Mutanten.<\/p>\n<p>Doch keine Bange: <b>Undertale<\/b> m\u00f6chte euch nicht stressen. Ihr begegnet einer freundlichen Kreatur namens Toriel, die euch vor den b\u00f6sen Angriffen einer heimt\u00fcckischen Blume (!) besch\u00fctzt, danach regelrecht an die Hand nimmt und durch die ersten R\u00e4tsel geleitet. Die bestehen eh nur aus simplen Kn\u00f6pfchengedr\u00fccke, aus Angst, dass ihr was falsch machen k\u00f6nntet.<\/p>\n<p>Noch putziger wird es, wenn sie euch zum Dummy geleitet: An ihr sollt ihr nicht das K\u00e4mpfen \u00fcben sondern das Agieren. Ihr k\u00f6nnt den Dummy n\u00e4mlich nicht nur angreifen, sondern auch mit ihm&#8230; reden.<\/p>\n<p>Kurz darauf sto\u00dft ihr auf das n\u00e4chste Monster, einen mutierten Frosch namens Froggit. Auch den k\u00f6nnt ihr klassisch wie in jedem anderen rundenbasierenden Rollenspiel schnetzeln. Oder&#8230; ihr macht ihm&#8230; ein Kompliment! Das versteht Froggit zwar nicht, f\u00fchlt sich aber trotzdem geschmeichelt, weshalb er nicht mehr weiterk\u00e4mpfen m\u00f6chte. Konsequenterweise verschont ihr sein Leben und zieht friedlich von dannen.<\/p>\n<p>Das geht nun das gesamte Spiel so: Jedes Monster l\u00e4sst sich auf friedliche Weise umstimmen \u2013 es dauert halt nur manchmal, bis ihr die richtige Methode herausgefunden habt. Manchmal reicht eine Umarmung, manchmal muss man sein Gegen\u00fcber etwas \u00e4rgern. Gr\u00f6\u00dfere Endgegner verlangen viel Geduld, bis ihr sie m\u00fcrbe gemacht habt. Die glauben erst nach zwanzig, drei\u00dfig Z\u00fcgen, dass ihr sie wirklich nicht schlagen m\u00f6chtet.<\/p>\n<p>Das Problem: Bis es zum friedlichen Konsens kommt, m\u00fcsst ihr erst mal deren Angriffe abwehren. Daf\u00fcr steuert ihr eure Seele in Form eines roten Herzens. Die Spielfl\u00e4che ist nicht mehr als ein Quadrat oder Rechteck, in dem euch die gegnerischen Attacken um die Ohren fliegen. Manchmal sind es kleine Kugeln, manchmal \u00e4hneln sie Speeren und manchmal h\u00fcpft ein kleiner, putziger Wau-Wau durch die Gegend.<\/p>\n<p>Werdet ihr getroffen, dann erleidet ihr Schaden. Das Ausweichen mutet zun\u00e4chst genauso simpel an wie die Grafik, wird aber zunehmend biestiger, erinnert in sp\u00e4teren Gefechten an Bullethell-Shoot&#8217;em Ups und birgt vor allem erstaunlich viel Abwechslung. Denn auch hier \u00fcberrascht euch jeder Gegner mit einer anderen Taktik und neuen Raffinessen. Bei den Endbossen m\u00fcsst ihr obendrein mit ver\u00e4nderten Spielregeln rechnen.<\/p>\n<p>Nehmen wir mal Papyrus, ein durchgeknalltes Skelett, das unbedingt General werden m\u00f6chte. Also wartet er auf den n\u00e4chsten Mensch, der ins Reich der Monster f\u00e4llt &#8211; ergo euch. W\u00e4hrend sein Bruder Sans einen platten Witz nach dem anderen reist, ist Papyrus ein sichtlich fehlgeleiteter B\u00f6sewicht. Beim unvermeidlichen Gefecht sorgt er daf\u00fcr, dass ihr eure Seele nicht mehr frei bewegen d\u00fcrft. Sie l\u00e4sst sich nur noch am Boden steuern, w\u00e4hrend ihr per Knopfdruck seinen Attacken ausweicht.<\/p>\n<p>Habt ihr auch ihn m\u00fcrbe gemacht, dann wird er euer Freund und schl\u00e4gt euch ein&#8230; Date vor! Sp\u00e4testens hier entfaltet sich der Humor von <b>Undertale<\/b>, der irgendwo grotesk und irgendwo naiv-putzig r\u00fcberkommt. Viele vergleichen <b>Undertale<\/b> deshalb mit <b>Mother\/Earthbound<\/b>, wobei mir zu meiner Schande jegliche Erfahrung mit der Kultserie fehlt.<\/p>\n<p>Von durchgeknallten Robotern \u00fcber heroische Monsterritter bis zu K\u00f6nig Asgore stolpert ihr durch eine immer faszinierender erscheinende Welt, die ihre eigenen Regeln besitzt und sie st\u00e4ndig \u00fcber den Haufen wirft. Nichts ist so wie es auf den ersten Blick erscheint \u2013 und die einzige Konstante seid letztlich ihr selbst, wenn ihr voll entschlossen den friedlichen Weg beibehaltet.<\/p>\n<p>So entsteht eine enge Bindung zwischen eurem Charakter und den Monstern, was das Finale umso dramatischer erscheinen l\u00e4sst. Was dort passiert, werde ich nat\u00fcrlich nicht verraten. Nur so viel: Ja, es gibt eine M\u00f6glichkeit die Welt der Monster zu verlassen. Aber der Preis ist hoch. Und dann ist da nat\u00fcrlich noch diese heimt\u00fcckische Blume, die euch am Anfang begegnet ist und aufgrund dessen <b>Undertale<\/b> verschiedene Meta-Ebenen durchl\u00e4uft.<\/p>\n<p>In den gut acht Stunden, die ihr f\u00fcr einen normalen Durchlauf ben\u00f6tigt, wird die Grafik immer mehr zur Nebensache. Daf\u00fcr entwickelt sich die Story dank der brillant geschriebenen Dialoge und den herzallerliebsten Charakteren zu einem ungew\u00f6hnlichen wie einmaligen Erlebnis. Getoppt wird das nur noch durch die Musik, die genau wie das Spiel selbst von Entwickler Toby Fox stammt. Auch hier gaukelt er zun\u00e4chst mit piepsigen T\u00f6nen und langweiligen Ambientst\u00fccken ein mieses Werk vor, nur um euch bei den Kampfthemen immer wieder aufs Neue zu begeistern.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich t\u00f6nt da nicht nur technisch altkluge Chiptunemukke aus dem Lautsprecher, sondern ein fetziges Schlagzeug, ein leidenschaftliches Klavier oder ein kleines virtuelles Orchester. Die Synthiinstrumente sind teilweise unversch\u00e4mt gut gew\u00e4hlt und aufeinander abgestimmt. All das gipfelt im Kampfthema gegen K\u00f6nig Asgore: Sp\u00e4testens da sitzt keiner mehr ruhig auf seinem Stuhl.<\/p>\n<p>Wenn ihr <b>Undertale<\/b> durchgespielt habt, dann gibt es ein paar Tipps, wie ihr eure friedfertige Mission \u00fcbertreffen und das ultimative Happy-End erreichen k\u00f6nnt. Und wenn ihr auch das geschafft habt, dann denkt ihr euch. \u201eHm&#8230; ich kann die Gegner ja trotz alledem ganz normal angreifen. Was w\u00e4re, wenn ich das mal probiere?\u201c.<\/p>\n<p>Nur so viel: Es gibt drei verschiedene Enden und zwei v\u00f6llig unterschiedliche Wege, wie ihr <b>Undertale<\/b> spielen k\u00f6nnt. Der zweite Weg erfordert noch mehr Entschlossenheit und gipfelt in einem Endkampf, der in Sachen Schwierigkeitsgrad Dark Souls Veteranen das F\u00fcrchten lehrt. Das darauffolgende Ende ist tragisch, brillant, meisterhaft und unglaublich schonungslos. Es gibt in der Tat Spieler, die den einen Weg von <b>Undertale<\/b> geschafft haben und auf Andeutungen hin, was beim zweiten passieren w\u00fcrde, diesen nie und nimmer bestreiten wollen. Warum? Weil sie mit den Konsequenzen nicht leben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Kurz: <b>Undertale<\/b> ist ein Meisterwerk, ohne wenn und aber. Es durchlebt innerhalb von wenigen Stunden eine ungeahnte, noch nie da gewesene Spielspa\u00dfevolution. Und es ist der endg\u00fcltige (!) Beweis, dass Grafik einen Schei\u00df bedeutet.<\/p>\n<p>Anders ausgedr\u00fcckt: <b>Undertale<\/b> ist ein sehr ernst zu nehmender Game of the Year Kandidat, der zurecht derzeit einen Metacritic-Durschnitt von 94 (!) Punkten hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hersteller: tobyfox Created by: Toby Fox Composer: Toby Fox System: PC Jahr: 2015<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-3676","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-game"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3676","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3676"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3676\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3692,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3676\/revisions\/3692"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3676"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3676"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theawardian.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3676"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}