{"id":2950,"date":"2015-08-14T15:38:21","date_gmt":"2015-08-14T13:38:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.theawardian.de\/?p=2950"},"modified":"2015-08-14T15:40:19","modified_gmt":"2015-08-14T13:40:19","slug":"the-piano-collection","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theawardian.de\/?p=2950","title":{"rendered":"The Piano Collection"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe mich immer auf das neueste Album von Chris H\u00fclsbeck gefreut&#8230; o.k., das entspricht nicht ganz der Wahrheit: Mein Enthusiasmus steigt mit jeder Ank\u00fcndigung auf ein nicht mehr mit dem metrischen System messbares Level. Skeptisch war ich nie \u2013 bis zur <b>Piano Collection<\/b>. Da fragte ich mich schon insgeheim: Wie soll ein pures Klavier-Arrangement all die Facetten und die Gr\u00f6\u00dfen der H\u00fclsbeck&#8217;schen Kunst umfassen?<\/p>\n<p>Nicht falsch verstehen: Ich mag Klaviersolos \u2013 aber f\u00fcr 80 Minuten am St\u00fcck fehlt mir die Geduld. So hielt sich meine Begeisterung auch beispielsweise bei den vielen Piano Adaptionen von <b>Final Fantasy<\/b> in Grenzen. Denn nochmal: Wie soll das gehen? Ein Instrument&#8230; ein einziges Instrument&#8230;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.theawardian.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Piano_Collection.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2951\" alt=\"Piano_Collection\" src=\"https:\/\/www.theawardian.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Piano_Collection.jpg\" width=\"689\" height=\"897\" srcset=\"https:\/\/www.theawardian.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Piano_Collection.jpg 689w, https:\/\/www.theawardian.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Piano_Collection-230x300.jpg 230w\" sizes=\"auto, (max-width: 689px) 100vw, 689px\" \/><\/a>Chris H\u00fclsbecks <b>The Piano Collection<\/b> ist ein kleines Meisterwerk, das fast keine W\u00fcnsche offen l\u00e4sst. Patrick Nevians Arrangements sind durch die Bank weg ein Gewinn, weil sie nicht einfach die Originale kopieren sondern um sinnige wie feinf\u00fchlige Elemente erweitern. Die Performance, ebenfalls von Nevian ausgef\u00fchrt, wirkt hochsensibel und unwahrscheinlich liebevoll. Am deutlichsten sp\u00fcre ich dies bei <b>Jim Power Stage 1<\/b>, das so perfekt und so harmonisch klingt, als ob es schon immer f\u00fcr Klavier gedacht sei.<\/p>\n<p>Die Auswahl der adaptierten Musiken ist in meinen Augen sehr mutig, weil sich H\u00fclsbeck, Nevian und Sound of Games-Guru Michael St\u00f6ckemann eben nicht auf die \u201eber\u00fchmten\u201c Klassiker konzentriert haben. Gerade die bis in die Ewigkeit gelobte <b>Turrican<\/b>-Serie kommt hier \u00fcberraschend kurz und ist gerade mal mit zwei Liedern vertreten: <b>The Great Bath<\/b> und <b>Turrican 3 Credits<\/b>. Letztgenanntes St\u00fcck ist f\u00fcr mich zudem eine der wenigen \u201eSchwachstellen\u201c des Albums, aber auch nur weil es bereits so oft in Klavierform gespielt wurde \u2013 sei es auf Konzerten oder f\u00fcr andere CD-Ver\u00f6ffentlichungen.<\/p>\n<p><b>Christmas Theme<\/b> und <b>On Stage<\/b> sind hingegen zwei echte Geheimtipps, die nur die fanatischsten H\u00fclsbeck-Fans kennen und gerade deshalb eine echte Bereicherung darstellen. Besonders <b>On Stage<\/b>, das schon im Original auf der <b>To-be-on-Top<\/b>-CD per Klavier gespielt wurde, ist ein famoses Testament f\u00fcr H\u00fclsbecks kompositorisches Talent.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte \u00dcberraschung ist das <b>Katakis Medley<\/b>: H\u00fclsbeck hat sich bislang von einer Adaption des C64-Klassikers fern gehalten, was insofern verwundert, weil der Titel a) zu seiner Zeit sehr beliebt war, b) er recht viele St\u00fccke daf\u00fcr geschrieben hat und c) ausgerechnet die Instrumentation, seine sonst so gro\u00dfe St\u00e4rke zu 8- &amp; 16-Bit-Zeiten, schw\u00e4chelte und somit gen\u00fcgend Spielraum f\u00fcr eine Studioversion ohne Hardwaregrenzen vorhanden w\u00e4re.<\/p>\n<p>Die Piano-Version von Patrick Nevian zeigt endlich, was in <b>Katakis<\/b> steckt. In den ersten Takten ist die Originalmusik kaum zu erkennen, weil Nevian viel drumherum spielt. Erst nach gut einer Minute tritt schlagartig der \u201eAha\u201c-Effekt ein und die Kernmelodie des Hauptthemas kommt gleich in mehreren, brillanten Variationen zum Zuge. Mal flott, mal ruhig, mal verspielt: Nevian zeigt hier die volle Bandbreite, was mit einem einzelnen Klavier m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Und dann, nach einem etwas gem\u00e4chlicheren Part, verstummt er einfach bei Minute 3:21. Drei Sekunden lang hallt nur der letzte Ton, als Nevian pl\u00f6tzlich mit wenigen Klaviertasten in einer genialen \u00dcberleitung die erste Stagemusik teasert. Das folgende Arrangement ist f\u00fcr meine Begriffe das beste der gesamten <b>Piano Collection<\/b> und wird durch eine ruhige Adaption des Hi-Score-Themas abgerundet.<\/p>\n<p>Abseits der CD besteht <b>The Piano Collection<\/b> noch aus einem fetten Notenbuch, das s\u00e4mtliche Titel in zweierlei Form beinhaltet: eine komplette mit allen Facetten und eine simple f\u00fcr Anf\u00e4nger. Dazu kommen massig Texte, die viele Hintergrundinfos bez\u00fcglich Chris H\u00fclsbecks Leben und der Realisierung seiner hier pr\u00e4sentierten Musik liefern. Auch dieses Buch wirkt sehr gut ausgearbeitet und kompetent durchdacht. Leider k\u00f6nnt ihr es nur noch in <a href=\"http:\/\/www.huelsbeck.com\/tpc-paypal-preorder\/\">PDF-Form<\/a> erwerben: Die gedruckte Version beschr\u00e4nkte sich auf 500 Exemplare und war den Backern der Kickstarter-Kampagne vorbehalten.<\/p>\n<p>Damit mir nicht wieder das Chris-H\u00fclsbeck-Fanboy-Syndrom vor Augen gehalten wird, m\u00f6chte ich abschlie\u00dfend zwei Sachen monieren: Zum einen entt\u00e4uscht das Orchester-Arrangement der <b>Apidya Credits<\/b>, das als Bonus-Strechgoal gerade noch so realisiert werden konnte. Ihm fehlt die kraftvoll-epische Komponente des Originals, die man mit satten Bl\u00e4sern durchaus h\u00e4tte erreichen k\u00f6nnen. Doch stattdessen entschied sich Orchestrator Michael St\u00f6ckemann f\u00fcr eine eher sanftere, melancholische Variante, die einerseits besser zum Gesamtbild der <b>Piano Collection<\/b> passt, aber eben andererseits nicht der Amiga-Version gerecht wird.<\/p>\n<p>Zum anderen finde ich es schade, dass sich das Album auf H\u00fclsbecks Schaffen von 1985 bis 1998 beschr\u00e4nkt (von einem brandneuen St\u00fcck, das extra f\u00fcr die CD komponiert wurde, abgesehen). Nat\u00fcrlich war das die \u201egro\u00dfe\u201c Zeit, in der sich der Mann einen Namen gemacht hat. Aber warum vergisst nun auch diese Collection all das, was in den letzten f\u00fcnfzehn Jahren passiert ist? <b>ZombieSmash<\/b>? <b>The War of the Worlds<\/b>? <b>Number Nine<\/b>? <b>Twisted Dreams<\/b>? <b>TouchFish<\/b>? <b>Rebel Strike<\/b>? Nun gut, letzteres d\u00fcrfte aufgrund von Lizenzproblemen nicht gehen. Aber all die anderen genannten Titel h\u00e4tten gepasst, das Gesamtwerk von Chris H\u00fclsbeck bis zum heutigen Tage zu repr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>Davon abgesehen m\u00f6chte ich mehr Arrangements seiner \u201eunbekannten\u201c Highlights. Ich will ein orchestrales <b>M.U.D.S.<\/b>, ein schauriges <b>Hexuma<\/b> (dessen Kapitel 1 Musik nebenbei bemerkt auch grandios per Klavier funktionieren m\u00fcsste), ein melancholisches <b>Apprentice<\/b>, ein peppiges <b>Masterblazer<\/b>, eine moderne ChipTune-Version von <b>Dulcedo Cogitationis<\/b> und vor allem endlich mal irgendein (!) professionelles Arrangement von <b>Magnetic \u201eRock&#8217;n&#8217;Roll\u201c Beats<\/b> (das zwar streng genommen von Ramiro Vaca komponiert wurde, aber ma\u00dfgeblich von H\u00fclsbecks Instrumentation f\u00fcr den Amiga profitiert)!<\/p>\n<p>Es stecken noch so viele Klassiker in Chris H\u00fclsbecks Portfolio (egal ob alt oder neu), weshalb sich der Mann eigentlich keine Sorgen um sein Altenteil machen muss.<\/p>\n<p><em>Sowohl die CD als auch das Notenbuch k\u00f6nnt ihr <a href=\"http:\/\/www.huelsbeck.com\/tpc-paypal-preorder\/\">hier<\/a> in digitaler Form erwerben.\u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe mich immer auf das neueste Album von Chris H\u00fclsbeck gefreut&#8230; o.k., das entspricht nicht ganz der Wahrheit: Mein Enthusiasmus steigt mit jeder Ank\u00fcndigung auf ein nicht mehr mit dem metrischen System messbares Level. Skeptisch war ich nie \u2013 bis zur Piano Collection. Da fragte ich mich schon insgeheim: Wie soll ein pures Klavier-Arrangement all die Facetten und die Gr\u00f6\u00dfen der H\u00fclsbeck&#8217;schen Kunst umfassen? Nicht falsch verstehen: Ich mag Klaviersolos \u2013 aber f\u00fcr 80 Minuten am St\u00fcck fehlt mir die Geduld. So hielt sich meine Begeisterung auch beispielsweise bei den vielen Piano Adaptionen von Final Fantasy in Grenzen. Denn nochmal: Wie soll das gehen? Ein Instrument&#8230; ein einziges Instrument&#8230; Chris H\u00fclsbecks The Piano Collection ist ein kleines Meisterwerk, das fast keine W\u00fcnsche offen l\u00e4sst. Patrick Nevians Arrangements sind durch die Bank weg ein Gewinn, weil sie nicht einfach die Originale kopieren sondern um sinnige wie feinf\u00fchlige Elemente erweitern. Die Performance, ebenfalls von Nevian ausgef\u00fchrt, wirkt hochsensibel und unwahrscheinlich liebevoll. Am deutlichsten sp\u00fcre ich dies bei Jim Power Stage 1, das so perfekt und so harmonisch klingt, als ob es schon immer f\u00fcr Klavier gedacht sei. 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