The Game Awards 2014

Letzten Freitag hatten wir zwar erst den 5. Dezember, doch das reicht manchem aus, mit Auszeichnungen um sich zu schmeißen. Die Game Awards gelten laut Produzent Geoff Keighley als Nachfolger der Spike Video Game Awards und sollten eigentlich die besten Spiele des Jahres honorieren. Doch wer sich nur die Veranstaltung via Online-Stream angeschaut hat, der würde kaum vermuten, dass es sich hierbei im Kern um eine Preisverleihung handelte.

In den drei Stunden gab es nämlich primär neue Trailer zu sehen, in der Regel für bereits angekündigte Spiele-Highlights der kommenden Monate und Jahre. Es ist ein weiterer Fingerzeig darauf, dass die Branche seit geraumer Zeit einen immensen Fehler begeht: Sie lässt sich lieber für das Feiern, was noch kommt, als das was bereits da ist. Mehr Hype geht jedenfalls nicht.

Mir geht es als Awardian aber nun mal um die Preise, die verliehen wurden. Und auch in der Hinsicht bin ich irritiert, denn ein Großteil wurde gar nicht öffentlich auf der Bühne bekannt gegeben, sondern zwischendurch in Kurzinterviews vom drögen Moderator an die meist wenig enthusiastisch klingenden Auszuzeichnenden überreicht. Vermutlich war für eine ehrliche wie homogene Würdigung aller Preisträger keine Zeit zwischen den ganzen “Werbe“-Videos.

Dragon Age: Inquisition wurde als bestes Spiel des Jahres ausgezeichnet – und ich mutmaße ganz frech, dass es nicht der letzte Award dieser Art für BioWare gewesen sein dürfte. Das eigentlich als Favorit gehandelte Bayonetta 2 hat nämlich den einen Nachteil, dass es zwar grandios, aber auch absolut nichts Neues bietet. Dragon Age: Inquisition mag wie ein verkapptes Solo-MMORPG wirken, jedoch hat das eben kein vergleichbares Spiel zuvor so gut hin gekriegt.

Ganz davon abgesehen dürfte Bayonetta 2 so oder so nur dritte Wahl bei den Veranstaltern gewesen sein, denn der Hit aus Japan verlor überraschend in der Kategorie Action/Adventure gegen Assassins’s Rings… äh… Mittelerde: Schatten von Mordor. Das ist insofern bemerkenswert, weil viele Mitglieder der Game-Awards-Jury aus der Fachpresse kommen und das Herr der Ringe Spiel im Vergleich zu den anderen vier nominierten Spielen gut fünf Punkte niedriger im Metacritic-Schnitt liegt. Rudern da bereits einige zurück, die ihre damalige 80er oder gar 70er Wertung nun bereuen? Ist es wieder dem Frischefaktor zu verdanken, den Mittelerde immerhin dank des Nemesis-Systems hat? Oder durfte in einer kanadisch-amerikanisch produzierten Show kein Japaner gewinnen?

Zu den weiteren Auszeichnungen möchte ich mich ungern im Detail auslassen, denn die ganze Preisverleihung wirkte einfach zu bemüht und zu lieblos, als das ich sie ernst nehmen kann. Diverse Live-Performance Acts, wie ein Mario klimpernder Koji Kondo oder eine Dragon Age spielende Lindsey Stirling, konnten da aufgrund der suboptimalen Akustik und/oder fehlerhaften (!) Performance wenig retten. Und was sollte eigentlich der “Gag“, dass Conan O’Brien die GOTY-Nominierten einzeln vorstellte? Sein Tonfall ließ jedenfalls tief blicken, was Leute wie er, die sich nicht mit Games auskennen, über eben solche denken: Alles nur Spielkram…

 

Jury Vote

Bestes Spiel des Jahres

Dragon Age: Inquisition

Entwickler des Jahres

Nintendo

Bestes Independent-Spiel

Shovel Knight

Bestes Mobile/Handheld-Spiel

Hearthstone

Beste Geschichte

Valiant Hearts: The Great War

Beste Musik/Bester Soundtrack

Destiny

Bester Darsteller

Trey Parker (South Park: The Stick of Truth)

„Games For Change“

Valiant Hearts: The Great War

Bestes “remastered“ Spiel

Grand Theft Auto 5

Bester Shooter

Far Cry 4

Bestes Action/Adventure

Mittelerde: Mordors Schatten

Bestes Rollenspiel

Dragon Age: Inquisition

Bestes Prügelspiel

Super Smash Bros. Wii-U

Bestes Familienspiel

Mario Kart 8

Bestes Sport/Rennspiel

Mario Kart 8

Beste Online-“Erfahrung“

Destiny

 

Fan’s Choice

Meist zu erwartende Spiel 2015

The Witcher 3

eSports Spieler des Jahres

Matt „NaDeSHoT“ Haag

eSports Team des Jahres

Ninjas in Pajamas

„Trending Gamer“

TotalBiscuit

Beste „Fan Kreation“

Twitch Plays Pokemon