Golden Globes 2013/14 Live

Dies ist mehr ein Experiment: Zum ersten Mal in meinem Leben werde ich eine Award-Show “Live“ kommentieren. Dabei geht’s mir weniger darum, dass möglichst viele mitlesen, sondern ob ich zu solch einer Aufgabe überhaupt imstande bin ;)

Ergo wird dieser Text (hoffentlich) regelmäßig geupdatet und fleißig mit Kommentaren meinerseits versehen, sobald ein neuer Award vergeben wurde.

Gesamtergebnis

Kinofilme

Bester Film (Drama): 12 Years a Slave
Bester Film (Comedy/Musical): American Hustle

Beste Regie: Alfonso Cuaron (Gravity)
Bestes Drehbuch: Spike Jonze (Her)

Bester Hauptdarsteller (Drama): Matthew McConaughey (Dallas Buyers Club)
Bester Hauptdarsteller (Comedy/Musical): Leonardo DiCaprio (The Wolf of Wall Street)

Beste Hauptdarstellerin (Drama): Cate Blanchett (Blue Jasmine)
Beste Hauptdarstellerin (Comedy/Musical): Amy Adams (American Hustle)

Bester Nebendarsteller: Jared Leto (Dallas Buyers Club)
Beste Nebendarstellerin: Jennifer Lawrence (American Hustle)

Beste Filmmusik: Alex Ebert (All is Lost)
Bester Song: U2 und Danger Mouse (“Ordinary Love”/Mandela: Long Walk to Freedom)

Bester animierter Film: Frozen
Bester fremdsprachiger Film: The Great Beauty

TV-Serien/TV-Filme

Beste Tv-Serie (Drama): Breaking Bad
Beste Tv-Serie (Comedy): Brooklyn Nine-Nine
Beste Miniseries/TV-Film: Behind the Candelabra

Bester Hauptdarsteller (Drama): Bryan Cranston (Breaking Bad)
Bester Hauptdarsteller (Comedy): Andy Samberg (Brooklyn Nine-Nine)
Bester Hauptdarsteller (Miniserie/TV-Film): Michael Douglas (Behind the Candelabra)

Beste Hauptdarstellerin (Drama): Robin Wright (House of Cards)
Beste Hauptdarstellerin (Comedy): Amy Poehler (Parks and Recreation)
Bester Hauptdarstellerin (Miniserie/TV-Film): Elisabeth Moss (Top of the Lake)

Bester Nebendarsteller: Jon Voight (Ray Donovan)
Beste Nebendarstellerin: Jacqueline Bisset (Dancing on the Edge)

2:00 – Und los geht’s :)

2:07 – Tina Fey und Amy Poehler moderieren zum zweiten Mal in Folge. Letztes Jahr waren die beiden ziemlich gut (ich sag nur: Ich vertraue einer Frau, die mit James Cameron verheiratet war, dass sie sich mit dem Thema Folter auskennt), diesmal dauert es ein klein wenig, bis der erste “Kracher”-Gag kommt. Doch spätestens bei einem flüchtigen Kommentar über Gravity sowie George Clooney, der lieber im All sterben würde anstatt eine weitere Minute mit einer Frau seines Alters zusammen sein zu wollen, kommt hörbar Stimmung im Saal auf…

2:10 – …und Poehlers Gag, dass sie dank “12 Years a Slave” Sklaverei nie wieder so “sehen” könne, wie zuvor, funktioniert ebenso gut ;) Unterm Strich war die Einleitung letztes Jahr etwas besser und origineller, aber amüsant war’s trotzdem.

2:12 – Und der erste Award in der Kategorie “Beste Nebendarstellerin (Motion Picture)” geht in der Tat an Jennifer Lawrence für “American Hustle”. Bemerkenswert: Die Frau ist keine 24 Jahre alt und hat nun zwei Golden Globes.

2:15 – Jacqueline Bisset gewinnt in der Kategorie “Beste Nebendarstellerin (Series, Miniseries or Television Film)”, für den mir bislang völlig unbekannten TV-Film “Dancing on the Edge”. Und die arme Frau ist buchstäblich geschockt und sprachlos ;)

2:23 – Der Preis für “Beste Miniserie oder TV-Film” geht in diesem Jahr an “Behind the Candelabra”. Da kann auch ich als Fan von “American Horror Story” nicht meckern – man merkt, dass Steven Soderberghs Biopic über Liberace eigentlich ins Kino sollte. Weil aber kein Studio den Film finanzieren wollte, hat sich HBO das Ding geschnappt – und kriegt seither Preise ohne Ende.

2:26 – In der Kategorie “Beste Hauptdarstellerin (Miniseries or TV Film)” gewinnt Elisabeth Moss für “Top of the Lake”. Das ist in meinen Augen längst überfällig, dass die Frau (bekannt durch “West Wing” bis “Mad Men”) endlich mal einen Preis persönlich entgegen nehmen darf. Und “Top of the Lake” ist auch ihre bislang beste Leistung, meiner Meinung nach – insofern passt es.

2:32 – In einem berühmt-berüchtigten Award-Blog wird derzeit bös über Jennifer Lawrence geschimpft, dass sie zu unrecht gegenüber “12 Years a Slave”-Newcomerin Lupito Nyong’o gewonnen habe. In der Tat ist die Entscheidung etwas überraschend, weil Lawrence letztjähriger Sieg für “Silver Linings Playbock” nicht unumstritten war – sowohl bei den Globes als auch bei den Oscars…

2:39 – Endlich: Bryan Cranston gewinnt seinen ersten Golden Globe überhaupt, in der Kategorie “Bester Hauptdarsteller (Drama Series)” – natürlich für “Breaking Bad”. Nein, er hat vorher noch nie gewonnen – d.h. einen Haufen Emmys, aber niemals einen Globe. Schade nur für Kevin Spacey, der ebenfalls bezüglich dieser Preisverleihung überfällig ist.

2:43 – Und “Breaking Bad” gewinnt gleich den Preis für “Best Drama-Series” obendrauf – im letztmöglichen Versuch hat es dann doch noch geklappt, nachdem die Serie bislang völlig ohne Globes war.

2:45 – Unschön: Weil am Anfang der Show anscheinend zu viel gelabert wurde, werden die Gewinner nun auffällig früh durch Musikeinspielungen von der Bühne gebeten. Schön: Joaquin Phoenix ist vor Ort und laut den Bildern, die kurz vor der Pause gezeigt wurden, ausnahmsweise mal gut drauf ;)

2:50 – Die beste Filmmusik geht überraschenderweise weder an Steven Price für “Gravity” noch an Hans Zimmer für “12 Years a Slave”, sondern an Alex Ebert für “All is Lost”. Hat da etwa der Umstand geholfen, dass in dem Film so gut wie nicht geredet wird? Ich weiß es nicht – ich hab ihn noch nicht gesehen. Und kann es nun kaum abwarten, dies nachzuholen.

2:54 – U2 und Danger Mouse erhalten einen Globe für den Song “Oridnary Love”, zu hören in “Mandela: Long Walk to Freedom”. Bei den Oscars würde ich trotzdem weiter auf “Let it Go” aus “Frozen” tippen. Die Geschmäcker zwischen der Hollywood Foreign Press Assocation sowie der Academy of Motion Picture Arts and Sciences sind gerade in dieser Kategorie recht unterschiedlich.

3:00 – Sorry, bei Filmmusik kann ich nicht anders: Gerade den Score zu “All is Lost” als MP3-Album eingekauft. Ich muss einfach wissen, was da gerade “Gravity” geschlagen hat ;)

3:04 – Es geht wieder mit TV-Krams weiter, diesmal in der Kategorie “Bester Nebendarsteller (Series, Miniseries or Television Film)”. Und es gewinnt einer, den man schon lange nicht mehr auf einer Award-Bühne gesehen hat: Jon Voight, für die Drama-Serie “Ray Donovan”.

3:08 – Das könnte für nächsten Dienstag wichtig sein: Amy Adams siegt für “American Hustle” in der Kategorie “Beste Hauptdarstellerin (Musical/Comedy)”, vor Meryl Streep. Die beiden fechten nämlich insgeheim den letzten noch “freien” Platz bei den Oscar-Nominierungen aus, wo bekanntlich nicht zwischen Drama und Comedy unterschieden wird… Und, so ganz nebenbei: AMY ADAMS HAT WAS GEWONNEN. ÜBERHAUPT MAL IRGENDWAS! WAHNSINN!!! ;)

3:18 – YAY! Robin Wright gewinnt als “Beste Hauptdarstellerin (Drama Series)” für “House of Cards”! Diese Globe-Verleihung entpuppt sich immer mehr als Nacht der ewigen “Looser”, die endlich mal was mit nach Hause nehmen dürfen.

3:22 – Christoph Waltz überreicht den Preis, den er letztes Jahr gewonnen hat (“Bester Nebendarsteller (Film)”), an Jared Leto für seine zuvor schon hoch gelobte Leistung in “Dallas Buyers Club”. Ein Mann, von dem filmtechnisch nach “Requiem for a Dream” kaum was kam, und der nun seinen Oscar nahezu sicher hat.

3:30 – Hui! Gleich die nächste Überraschung: Spike Jonze gewinnt einen Golden Globe für sein Drehbuch zu “Her”. Da hatten die meisten Experten mit einem “Stechen” zwischen “American Hustle” und “12 Years a Slave” gerechnet.

3:35 – Jetzt wird es lustig: Der Sieger in der Kategorie “Bester Hauptdarsteller (Comedy Series)” lautet Andy Samberg für “Brooklyn Nine-Nine”. Äh, ja… genau – neue Serie, selbst noch nicht gesehen, keine Ahnung. Klingt schon nach einer Überraschung.

3:41 – Bei den fremdsprachigen Filmen siegt in diesem Jahr “The Great Beauty”, einer von zwei Golden-Globe-nominierten Werken, die auch bei den Oscars noch im Rennen sind (neben “The Hunt”). Damit gewinnt soweit ich weiß ein recht umstrittenes Werk gegenüber dem Favoriten “Blue is the Warmest Color” (der aufgrund einer unsinnigen Regelung leider erst im Folgejahr bei den Oscars dabei sein darf).

3:45 – Und nun ein Sieg, den wirklich niemand überrascht: Michael Douglas räumt den nächsten Preis für “Behind the Candelabra” ab. In der Tat wäre der Mann bei den Oscars locker mit dabei gewesen, wenn der Film in den USA in den Kinos gelaufen wäre. Wäre… hätte… wenn… egal, Douglas hat eh schon längst einen Academy Award und ihm wird’s egal sein. ;)

3:50 – Nebenbei: Douglas Rede war eloquent, aber sein Auftritt bei den Emmys im letzten Jahr bleibt unerreicht. Ich rate jedem, sie bei Gelegenheit auf YouTube anzuschauen ;)

3:54 – Was für ein Glück: “Frozen” räumt als “Bester animierter Film” ab – in meinen Augen ein bislang unterschätztes Kleinod. Mir war aber noch wichtiger, dass “Ich, einfach unverbesserlich 2″ diesen Globe NICHT kriegt. Es ist selten, dass ich so negativ gegenüber einem nominierten Film eingestellt bin.

3:57 – Es IST die Nacht der (ehemaligen) Loser: Amy Poehler hat endlich ihren Globe, als “Beste Hauptdarstellerin (Comedy Series)” für “Parks and Recreation”. Die Frau hat allein deshalb hundert Preise für ihre brillanten Auftritte bei diversen Awardshows verdient – egal ob sie dort als Moderatorin tätig war oder nicht.

4:10 – Der Preisträger für den Cecil B. DeMille Ehrenaward geht an Woody Allen, der… natürlich nicht da ist. Aber immerhin sorgt Diane Keaton, die vor über dreißig Jahren dank Woody sowohl einen Oscar als auch einen Golden Globe für “Annie Hall” gewann, für eine passende Laudatio – gleichwohl das Gesinge am Ende etwas befremdlich wirkte.

4:18 – Ben Affleck wirkt betrunken… und gibt den Preis an den besten Regisseur das Jahres. Und es ist… ALFONSO CUARON!!!! FUCK,YEAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH!

4:18 – Sorry, aber das war mir wichtig ;)

4:20 – Schlag auf Schlag: Nach Andy Samberg gewinnt auch “Brooklyn Nine-Nine” selbst in der Kategorie “Best Comedey-Series”.

4:24 – Zwischenstand: “12 Years a Slave”, neben “American Hustle” mit den meisten Nominierungen ins Rennen gegangen, hat bislang nichts gewonnen – und “nur” noch zwei Chancen. Das will aber bei den Globes nix heißen – ich erinnere mich an den Sieg von “Babel” im Jahrgang 2006/07: Der Film schien damals auch leer auszugehen und gewann im letzten Moment immerhin “Best Picture (Drama)”.

4:26 – Woah: Christian Bale, Bruce Dern, Leonardo DiCaprio, Oscar Isaac, Joaquin Phoenix… was für eine starke Nominierungsliste in der Kategorie “Bester Hauptdarsteller (Comedy/Musical)”! Und wer gewinnt? Leonardo DiCaprio! O.k., der hatte schon seinen Globe – aber den Oscar hat er noch nicht. Und in Anbetracht dessen, dass gerüchteweise “The Wolf of Wall Street” bei der Academy mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurde, wird es wohl auch dieses Jahr nix mit dem Goldjungen.

4:38 – Nun wird der Preis für “Best Comedy/Musical” vergeben und zwar … Überraschung … “American Hustle”. Drei Preise an einem Abend… nicht übel für eine Comedy, nicht übel. Meine Güte… der Produzent ist schon eine kleine Schlaftablette ;)

4:45 – Der Golden Globe als “Beste Hauptdarstellerin (Drama)” geht völlig erwartet an Cate Blanchett. Den Oscar kann die Academy dann schon mal gravieren lassen.

4:48 – Es geht immer schneller zur Sache: Der Globe für “Bester Hauptdarsteller (Drama)” geht an Matthew McConaughey für “Dallas Buyers Club”.

4:54 – Mein Gott – geht “12 Years a Slave” wirklich ohne Preis nach Hause? Ich hör schon die Schreie, die “Rassismus!” brüllen.

4:56 – Jetzt zählt’s: Der Sieger in der Kategorie “Best Picture (Drama)” lautet… “12 Years a Slave”!

4:59 – Resumé: Die Golden Globes haben ihre Preise gut verteilt. Fast jeder Film hat einen Globe gekriegt, mit Ausnahme von Dallas Buyers Club (zwei) und American Hustle (drei).